Das Anwohnerparken kostet in Berlin gerade mal 10,20 Euro im Jahr. Die Einnahmen, die die Bezirke erzielen, decken längst nicht die Kosten. In Charlottenburg-Wilmersdorf fielen laut Bezirksamt im Jahr 2024 knapp 800.000 Euro Verwaltungskosten an. Bei Einnahmen von rund 480.000 Euro entstand somit ein Defizit von über 300.000 Euro. Geld, das für Jugendclubs, Nachbarschaftszentren oder Sportanlagen fehlt.
Sparen bei der sozialen Infrastruktur bis es kracht, während fürs Parken Geld zum Fenster rausgeworfen wird? Mit dieser Zweiklassenpolitik des schwarz-roten Senats muss endlich Schluss sein. Anwohnerparken muss teurer werden, denn es ist gesellschaftlich hochgradig ungerecht, wenn soziale und kulturelle Angebote gekürzt werden, während die Verwaltungskosten für das Parken ein Loch in die Bezirkskassen reißen, weil das Parken viel zu billig ist. Anstatt das Autofahren weiter attraktiv zu halten, fordern wir die Entsiegelung von Parkplätzen: für mehr Grünflächen sowie Sport-, Spiel- und Erholungsflächen in den Kiezen. Der öffentliche Raum gehört uns allen!
Frederike-Sophie Gronde-Brunner