100 Koffer und ein „Zug der Schatten“: Gedenkveranstaltung erinnert an Beginn der Deportationen
Pressemitteilung vom 08.10.2026
Zur Eröffnung des Projekts „Sie wollten leben!“ findet am Donnerstag, 15. Oktober 2026, um 19 Uhr eine Gedenkveranstaltung in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche statt. Das Projekt erinnert an den Beginn der Deportationen jüdischer Menschen aus Berlin vor 85 Jahren und macht die Lebensgeschichten von 100 Menschen im Berliner Stadtraum sichtbar.
Den Platz vor der Kirche gestaltet das Theater Anu als Erinnerungsraum. Dort sind zwei künstlerische Elemente zu sehen: die Videoinstallation „Zug der Schatten“ auf der Fassade des achteckigen Neubaus der Gedächtniskirche und ein Kofferturm aus 100 alten Reisekoffern.
Die Videoinstallation zeigt ab 18.30 Uhr, also 30 Minuten vor Beginn der Gedenkveranstaltung, Silhouetten von Menschen mit Koffern und Bündeln, die als scheinbar endloser Zug über die Fassade ziehen. Sie nimmt Bezug auf die Deportationsmärsche, die im Herbst 1941 durch Berlin führten.
Der Kofferturm vor dem Kircheneingang besteht aus 100 alten Reisekoffern. Die Koffer verweisen auf das Gepäck, das die Menschen bei ihrer Deportation mitnehmen mussten; auf den Verlust ihres persönlichen Besitzes und ihrer bisherigen Lebensumstände.
Die Installation bleibt während des gesamten Abends geöffnet. Besucherinnen und Besucher können den Erinnerungsraum auf dem Weg zur Gedenkveranstaltung durchqueren.
Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger:
„Ich freue mich, dass wir pünktlich zum Start des Projektes den Breitscheidplatz in einen Erinnerungsraum umwandeln. Die Verbindung von historischen Biografien und künstlerischer Gestaltung macht Erinnerung im öffentlichen Raum unmittelbar erfahrbar und zeigt, dass die Auseinandersetzung mit der Geschichte auch heute eine wichtige Aufgabe bleibt.“
Der Regisseur und Kulturmanager Günter Jeschonnek initiierte das Gedenkprojekt im öffentlichen Raum in Kooperation mit Gleis 69 e.V. und Berliner Stolperstein-Initiativen. Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf und andere Institutionen fördern das Projekt.
Weitere Informationen zu dem Gedenkprojekt „Sie wollten leben!“ sind auf der Webseite verfügbar.
Im Auftrag
Räsch
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