Kritik an Änderung des Berliner Modells: Spielplatzsicherung in Charlottenburg-Wilmersdorf gefährdet
Pressemitteilung vom 22.09.2026
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat mit Schreiben von Montag, 14. September 2026, die Leitlinien zum Berliner Modell der kooperativen Baulandentwicklung geändert. Künftig sind größere Wohnungsbauprojekte nicht mehr verpflichtet, öffentliche Spielplätze bereitzustellen. Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf kritisiert die Entscheidung, da sie ein wichtiges Instrument für eine kinderfreundliche Stadtentwicklung gefährdet.
Bislang galt: Wer viele Wohnungen baut, muss auch Platz für öffentliche Spielplätze schaffen. Reichte die Fläche auf dem Grundstück nicht aus, zahlten die Investoren Ausgleichsbeträge. Mit diesen Mitteln erweiterten, erneuerten oder verbesserten die Bezirke bestehende Spielplätze. Diese Möglichkeit fällt nun weg.
Für Charlottenburg-Wilmersdorf ist das besonders schwerwiegend: Der Bezirk verfügt nur über rund 50 Prozent der nach den Berliner Richtwerten nötigen Spielplatzflächen. Insgesamt fehlen etwa 170.000 Quadratmeter. Die bisherigen Ablösebeträge waren daher ein wichtiges Instrument, um die vorhandenen Spielplätze trotz des Flächendefizits regelmäßig zu erneuern und zu pflegen.
Mit der neuen Regelung muss der Bezirk nun direkt mit Investoren verhandeln, um die nötige soziale Infrastruktur zu schaffen und zu finanzieren. Aus Sicht des Bezirks erschwert dies die integrierte Stadtentwicklung erheblich.
Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger:
„Aus den Fehlern vieler Großsiedlungen sollte man lernen. Fehlende Infrastruktur lässt sich kaum ausgleichen. Integrierte Stadtentwicklung muss alle Anforderungen an ein Quartier berücksichtigen. Es ergibt keinen Sinn, dass im Land Berlin für Millionenbeträge Planungsinstrumente wie das Soziale Infrastrukturkonzept und die Bezirksregionenprofile entwickelt und erarbeitet werden, wenn die dort erhobenen Defizite dann bei der konkreten Planung ignoriert werden.“
Im Auftrag
Räsch
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Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin
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