Leerstehendes Gebäude Soorstraße 80-82 für Azubi-Wohnen und Oberstufenzentrum nutzen
Pressemitteilung vom 17.09.2026
In der langjährigen Debatte um die Nachnutzung des ehemaligen Bürogebäudes an der Soorstraße 80-82 setzt sich das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf für die Zukunft der Immobilie als Kombination aus Wohnangebot für Auszubildende und schulischer Nutzung ein.
Diesen Vorschlag entwickelte das Bezirksamt nach einer gemeinsamen Begehung des Gebäudes durch Bezirksbürgermeisterin Kirstin Bauch und die Präsidentin der Handwerkskammer Berlin, Carola Zarth. Hintergrund ist der zunehmende Mangel an bezahlbarem Wohnraum für Auszubildende. Viele junge Menschen finden trotz eines Ausbildungsplatzes keine Wohnung in Berlin. Laut einer aktuellen Umfrage der Industrie- und Handelskammer Berlin gaben rund 30 Prozent der befragten Betriebe an, dass Auszubildende angebotene Stellen ablehnen mussten, weil sie keine Wohnung fanden.
Geprüft wird zusätzlich, ob die Räume in der Soorstraße geeignet sind, das Oberstufenzentrum (OSZ) Leopold Ullstein unterzubringen, um an dem jetzigen OSZ-Standort in der Prinzregentenstraße eine dringend benötigte Integrierte Sekundarschule (ISS) zu schaffen.
Die Kombination aus Oberstufenzentrum und Azubi-Wohnungen könnte einen Campus für Bildung und Ausbildung schaffen. Neue rechtliche Möglichkeiten, etwa der Bau-Turbo, könnten dazu beitragen, eine solche Nutzung am Standort umzusetzen.
Das Bezirksamt hält an seiner in der Vergangenheit geäußerten Position fest, dass es eine Nutzung des Standortes als Unterkunft für Geflüchtete im Rahmen der derzeitigen Planungen der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung (SenASGIVA) nicht befürwortet. Es schlägt stattdessen vor, einen Teil der Räumlichkeiten an der Soorstraße 80-82 zur Versorgung stark pflegebedürftiger Geflüchteter aus der Ukraine zur Verfügung zu stellen. Der barrierefreie Zugang im Erdgeschoss bietet dafür nahezu ideale Bedingungen.
Bezirksbürgermeisterin Kirstin Bauch:
„Wir sollten diesen Standort so entwickeln, dass er unterschiedlichen Menschen eine Perspektive bietet. Geflüchtete Menschen, die pflegebedürftig sind und besondere Unterstützung benötigen, sollen hier Schutz und Hilfe finden. Gleichzeitig bietet sich die Chance, Azubi-Wohnen und Bildungsinfrastruktur miteinander zu verbinden. So schaffen wir einen Ort, der Menschen in Not unterstützt und jungen Leuten optimale Bedingungen zum Lernen und für ihre Ausbildung bietet. “
Schulstadträtin Heike Schmitt-Schmelz:
„Der Standort an der Soorstraße 80-82 bietet die Chance, dringend benötigten Wohnraum für Auszubildende zu schaffen und gleichzeitig mit dem OSZ Leopold Ullstein die berufliche Bildung an dem Standort anzusiedeln. So könnten wir einen echten Ausbildungscampus entwickeln. Das freiwerdende Gebäude in der Prinzregentenstraße ließe sich für eine neue ISS nutzen, um die dringend benötigten Schulplätze im Bezirk bereitzustellen.“
Bezirksstadtrat Simon Hertel:
„Bezahlbarer Wohnraum ist für viele junge Menschen eine Voraussetzung, um eine Ausbildung in Berlin beginnen und erfolgreich abschließen zu können. Die Verbindung von beruflicher Bildung und Azubi-Wohnen kann am Standort Soorstraße 80-82 ideal umgesetzt werden und jungen Menschen echte Perspektiven eröffnen.“
Das Bezirksamt steht hierzu bereits in Kontakt mit den zuständigen Stellen in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie sowie der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung. Gemeinsam soll geprüft werden, welche Voraussetzungen für eine Nutzung als Oberstufenzentrum und für Azubi-Wohnen geschaffen werden müssen.
Im Auftrag
Räsch
Kontakt
Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin
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