Gesprächsrunde „Jüdische Orte in Charlottenburg“ am 8. Mai 2026 im Rathaus Charlottenburg
Pressemitteilung vom 07.05.2026
Eine Gesprächsrunde zum Thema „Jüdische Orte in Charlottenburg“ veranstaltet das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf in Kooperation mit dem Salon Avitall am Freitag, 8. Mai 2026, um 19 Uhr im Festsaal des Rathauses Charlottenburg. Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger und BVV-Vorsteherin Judith Stückler nehmen an der Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Jüdisches Leben in Charlottenburg-Wilmersdorf“ teil.
Im Fokus steht an diesem Abend der Modesalon Goetz und dessen kulturelles Erbe – als Ausdruck von Identität, politisches Statement und Spiegel historischer Erfahrungen. Der Modesalon Goetz in Charlottenburg war einst ein Zentrum jüdischen Lebens – geprägt von kultureller Blüte, intellektueller Schärfe und gesellschaftlicher Teilhabe, die gewaltsam durch Verfolgung, Enteignung und Exil unterbrochen wurd. Im Spannungsfeld von Assimilation, Ausgrenzung und Selbstbehauptung wird Mode an diesem Beispiel lesbar als Teil jüdischer Geschichte – und als Mittel der gegenwärtigen Positionierung.
Unter der Moderation von Dr. Ute Cohen entfaltet sich im Gespräch mit Manuela Vobach, Nachfahrin der jüdischen Weberei „Vobach & Co“ in Leipzig, ein Dialog, der historische Linien freilegt und in aktuelle gesellschaftliche Debatten fortschreibt. Es geht um Sichtbarkeit und Zuschreibung, Zugehörigkeit und Differenz sowie den Umgang mit kulturellem Erbe in der Gegenwart.
Die musikalische Gestaltung durch Kantorin Avitall Gerstetter verankert den Abend in der jüdischen Tradition und öffnet zugleich einen sinnlichen Zugang zu deren fortdauernder Gegenwart. Ihre Stimme trägt Erinnerung und Erneuerung zugleich.
Im Anschluss mündet der Abend in einen gemeinsamen Kabbalat Schabbat – ein bewusst gesetzter Übergang vom Diskurs zur Praxis. In einer Zeit, in der jüdisches Leben in Deutschland erneut unter Druck steht, wird dieser Moment zu mehr als einem Ritual: Er ist Ausdruck von Kontinuität, Selbstvergewisserung und gelebter Gemeinschaft im öffentlichen Raum.
Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten unter der E-Mail-Adresse info@salonavitall.org.
Die Veranstaltung versteht sich als kulturelles und politisches Statement für die Sichtbarkeit jüdischer Gegenwart, gegen das Vergessen und gegen jede Form der Verdrängung aus dem urbanen Gedächtnis. Sie findet in Kooperation mit dem Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf statt.
Veranstaltungsdetails:
Freitag, 8. Mai 2026, 19 Uhr
Festsaal im Rathaus Charlottenburg
Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin
Im Auftrag
Blümlein
Kontakt
Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin
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