Preußenpark wird Schwammstadt-Modell
Bild: BACW
Pressemitteilung vom 20.06.2025
Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf und die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) haben eine Grundsatzvereinbarung für eine grundstücksübergreifende Lösung zur Regenwasserbewirtschaftung unterzeichnet. Im Fokus stehen zwei benachbarte Grundstücke: die Liegenschaft in der Württembergischen Straße 6, verwaltet durch die BIM, sowie der angrenzende Preußenpark, der in der Verantwortung des Bezirksamts liegt.
Kern des Projekts ist die gezielte Speicherung und Nutzung des Regenwassers, das auf dem Grundstück der Württembergischen Straße 6, dem Sitz der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Bauen, anfällt: Dort wird es künftig in einer Zisterne gesammelt und über eine Druckrohrleitung in eine weitere Zisterne im Preußenpark geleitet. Der Bezirk nutzt das gespeicherte Wasser zur Bewässerung der öffentlichen Grünanlage. Das Projekt ist eine Antwort auf immer häufiger auftretende und immer länger andauernde Trockenperioden in Berlin. Das Stadtgrün sollte auch in solchen Phasen ausreichend mit Wasser versorgt werden – zum Schutz der Trinkwasserressourcen ist dabei Regenwasser zu bevorzugen. Zudem können so knapp ein Hektar Grundstücksfläche zur Entlastung der Kanalisation abgekoppelt werden.
Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger:
„Im Rahmen der Sanierung wird der Preußenpark zu einem klimaangepassten Park umgestaltet. Diese Maßnahme ist nicht nur beispielhaft, sondern auch außergewöhnlich und erhält hierdurch Innovationscharakter. Eine Nutzung des Regenwassers aus der Nachbarschaft macht die Grünanlage zu einem Modellprojekt für zukünftige Bau- und Stadtentwicklungsprojekte. Die Herausforderungen liegen weniger in der Technik als im rechtlichen Bereich: Eine grundstücksübergreifende Regenwassernutzung bewegt sich auf juristischem Neuland. Wir hoffen, dass sich das Land Berlin an der von Bezirk und BIM erarbeiteten Lösung orientiert und entsprechende Verfahren für weitere Projekte standardisiert.“
BIM-Geschäftsführer Dr. Mathias Hardinghaus:
„Als landeseigene Immobiliendienstleisterin sehen wir es als unsere Verantwortung, innovative und nachhaltige Lösungen aktiv voranzutreiben. Das Projekt im Preußenpark zeigt, wie eine enge Zusammenarbeit landeseigener Partner zu praxisnahen und zukunftsfähigen Konzepten führen kann. Die grundstücksübergreifende Nutzung von Regenwasser ist ein wichtiger Schritt, um unsere städtischen Flächen klimaresilient zu gestalten und Ressourcen zu schonen.“
Die Maßnahme folgt dem Prinzip der sogenannten Schwammstadt: Regenwasser wird nicht mehr in die Kanalisation abgeleitet, sondern vor Ort bzw. in diesem Falle sogar grundstücksübergreifend zurückgehalten, genutzt und versickert. Das unterstützt nicht nur die lokale Grünpflege und Grundwasseranreicherung, sondern verbessert auch das Stadtklima – und leistet so einen Beitrag zur Klimafolgenanpassung Berlins.
Begleitet wird das Projekt durch die Berliner Regenwasseragentur, die ihre umfassende fachliche Expertise in die konzeptionelle Vorbereitung einbringt. Der Baustart ist für 2026 vorgesehen.
Mit der Unterzeichnung der Grundsatzvereinbarung wird ein Meilenstein für die integrierte Regenwasserbewirtschaftung in Berlin gesetzt – und ein weiteres Puzzlestück auf dem Weg zur klimaangepassten Metropole gelegt.
Im Auftrag
Räsch
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Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin
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