Internationaler Tag der Roma am 8. April: Berliner Rathäuser setzen Zeichen gegen Diskriminierung
Detlef Wagner; stellvertender Bezirksbürgermeister, Heike Schmitt-Schmelz; Bezirksstadträtin, Christoph Brzezinski; Bezirksstadtrat (v.l.)
Bild: BACW/von Kentzinsky
Pressemitteilung vom 08.04.2025
Zum 54. Internationalen Tag der Roma am Dienstag, 8. April 2025, wurde in allen Berliner Bezirken die Flagge der Roma gehisst. Damit setzen die Rathäuser ein klares Zeichen für Respekt, Gleichberechtigung und gegen Ausgrenzung.
In Charlottenburg-Wilmersdorf wurde die Flagge um 9 Uhr vor dem Rathaus Charlottenburg (Otto-Suhr-Allee 100) feierlich gehisst. An der Zeremonie nahmen der stellvertretende Bürgermeister Detlef Wagner, der Verein Amaro Foro e.V. sowie die Hildegard-Lagrenne-Stiftung teil. Beide Organisationen betreiben Beratungsstellen im Bezirk und setzen sich für die Rechte von Sinti und Roma ein.
Der Internationale Tag der Roma erinnert an den ersten Welt-Roma-Kongress am 8. April 1971 in London. Damals beschlossen Roma-Vertreter:innen aus verschiedenen Ländern, für soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung zu kämpfen. Sie einigten sich auf eine eigene Hymne, eine gemeinsame Flagge und die Selbstbezeichnung „Roma“.
Ihre Verfolgungsgeschichte reicht Jahrhunderte zurück und fand im Holocaust ihren grausamen Höhepunkt, als etwa eine halbe Million Sinti und Roma ermordet wurden. In den 1950er Jahren begann die Bürgerrechtsbewegung für Anerkennung, Entschädigung und die Erinnerung an den nationalsozialistischen Völkermord einzutreten.
Der Roma Day macht weltweit auf diese anhaltenden Herausforderungen aufmerksam. 2022 stieg die Zahl rassistischer Straftaten gegen Sinti und Roma, wobei die Dunkelziffer vermutlich höher ist. Viele Betroffene vermeiden es daher, ihre Identität offen zu zeigen – aus Angst vor Ablehnung und Diskriminierung.
Umso wichtiger bleibt der Einsatz für politische Teilhabe, Repräsentation, Antidiskriminierung und eine lebendige Erinnerungskultur. Die jährliche Flaggenhissung in Berlin ist ein sichtbares Zeichen der Solidarität mit Sinti und Roma, die die Politik, Verwaltung und Gesellschaft kontinuierlich auf ihre Diskriminierung hinweisen, diese sichtbar machen und den Abbau von Benachteiligung, Diskriminierung und Ausgrenzung einfordern.
Hintergrund
Die Flaggenhissung im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf findet bereits zum fünften Mal statt. Amaro Foro e.V. hat die Aktion 2020 gestartet. Charlottenburg-Wilmersdorf gehörte neben Neukölln zu den ersten Berliner Bezirken, die sich daran beteiligten.
Amaro Foro e.V. wurde 2011 als Jugendorganisation von Roma und Nicht-Roma gegründet. Der Verein stärkt junge Menschen, bekämpft Antiziganismus und bietet eine mehrsprachige Beratungsstelle für Roma in Berlin.
Die Hildegard-Lagrenne-Stiftung entstand 2012 anlässlich der Einweihung des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas. Sie fördert Bildung, bekämpft Diskriminierung und setzt sich für Chancengleichheit der Sinti und Roma ein.
Im Auftrag
Räsch
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