Neue Ausstellung „umbenennen?! Straßennamen und das Erinnern in der Stadt“ in der Villa Oppenheim

Proteste gegen die Umbenennung, 26.4.1967 Der Charlottenburger Bezirksbürger­meister Günter Spruch (1908–1985) (SPD) wurde während seiner Rede zur Umbenennung durch einen Teil der Anwesenden ausgebuht.

Pressemitteilung vom 03.04.2025

Die Ausstellung „umbenennen?! Berlins Straßennamen in Geschichte und Gegenwart“ eröffnet am Dienstag, 8. April 2025, um 19 Uhr im Museum Charlottenburg-Wilmersdorf in der Villa Oppenheim. Sie beleuchtet die Geschichte der Straßenumbenennungen im Bezirk.

Die Ausstellung zeigt in sieben Kapiteln die Geschichte von Straßen und die Gründe für ihre Umbenennungen in den letzten hundert Jahren. Sie thematisiert den Umgang mit nationalsozialistischen Umbenennungen, antisemitischen Relikten, die Erinnerung an Widerstand und die Ehrung demokratischer Leitfiguren.

Feministische, antifaschistische, antisemitismuskritische und dekoloniale Initiativen machen Relikte und Leerstellen sichtbar und fordern ein plurales Erinnern. Hörstationen bieten zivilgesellschaftlichen Positionen Raum. Die Ausstellung verdeutlicht, dass öffentliches Erinnern umkämpft und unabgeschlossen ist, aber offene Debatten um Straßennamen Räume für demokratische Aushandlungen schaffen können.

Das Projekt greift ein Thema auf, das regelmäßig öffentliche Debatten auslöst, und erweitert es um erinnerungskulturelle Geschichten der letzten einhundert Jahre. Die Ausstellungsreihe liefert damit eine bisher fehlende Perspektive: Kontroverse Diskussionen über die Benennung von Straßen waren schon immer Teil der Stadtgeschichte.

Das Gemeinschaftsprojekt des „Aktiven Museums Faschismus und Widerstand in Berlin e. V.“ und des Arbeitskreises „Berliner Regionalmuseen“ ist auf zwei Jahre angelegt. Die von der LOTTO-Stiftung Berlin geförderte Ausstellungsreihe führt durch alle Bezirke, nimmt jeweils lokale Themen mit in den Blick und wird von Veranstaltungen und Vermittlungsangeboten begleitet.

Die Schau ist bis Sonntag, 5. Oktober 2025, zu sehen. Die Ausstellung und das Begleitprogramm sind kostenfrei zu besuchen.

Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag 10 – 17 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertage 11 – 17 Uhr

Weitere Informationen unter: www.villa-oppenheim-berlin.de und www.umbenennen.berlin

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Räsch