Inhaltsspalte

Mit Schafen die biologische Vielfalt fördern

Schafe Stadion Wilmersdorf
Schafe im Stadion Wilmersdorf.
Bild: BACW
Pressemitteilung vom 03.06.2021

Früher war der traditionelle Weideauftrieb in ländlichen Regionen ein Großereignis und Anlass zum Feiern. Warum soll, was auf dem Land möglich ist, nicht auch in der Stadt sinnvoll sein, so die These der bezirklichen Naturschützer. Im Stadion Wilmersdorf erprobt das Bezirksamt daher jetzt eine neue Form der Sportstättenpflege und lässt die ehemaligen Tribünen temporär beweiden. Um den Gehölzaufwuchs auf schwierigem Terrain einzugrenzen und gleichzeitig die Biodiversität zu fördern, werden Schafe schon seit langem erfolgreich eingesetzt.
30 Gotlandschafe hielten am Samstag, 29. Mai, daher Einzug in die Sportanlage, um nach einer Ehrenrunde über die 400-Meter-Bahn des Horst-Dohm-Eisstadions, ihre landschaftspflegerische Arbeit in der Südkurve zu beginnen. Die steilen Tribünen stellen unwegsames Gelände dar, auf dem ein Einsatz von Mähfahrzeugen nicht möglich ist. Hier sind Schafe vielseitiger und durch geringere Emissionen wird zudem die Umwelt geschont.
Sportstadträtin Heike Schmitt-Schmelz und Umweltstadtrat Oliver Schruoffeneger informierten über die nachhaltige Kombination aus Sport und Naturschutz in diesem Pilotprojekt. Die Tiere fördern durch Verbiss, Tritt und punktuellem Nährstoffeintrag ein Mosaik unterschiedlicher Standorte auf kleinstem Raum. So können sich artenreiche Weiden etablieren, die wiederum zu einer erhöhten biologischen Vielfalt vor allem im Bereich der Insekten beitragen. Gleichzeitig bieten die Schafe eine unmittelbare Naturerfahrung im städtischen Raum und damit einen wichtigen Beitrag zur Umweltbildung.
Schon nach wenigen Tagen hatten die Schafe ihre „Arbeit“ im Eisstadion beendet und sind am Dienstag, 1. Juni, in das Stadion Wilmersdorf übergesiedelt, um dort die ehemaligen Tribünenbereiche zu beweiden. Hier werden die Tiere ein wenig länger stehen und für die Sporttreibenden sicherlich ein neuartiges, aber auf jeden Fall faires Publikum darstellen.

Im Auftrag
Brühl