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Die Seniorenvertretung ist empört: Altglastrennung mit den Bürgern, ohne die Bürger*innen?

Pressemitteilung vom 09.08.2019

Die Senatsverwaltung einigte sich mit dem Recycling-Anbieter Duales System, Altglastonnen in Charlottenburg-Wilmersdorf nicht mehr aus den Höfen der Wohnhäuser zu holen, sondern Sammelcontainer auf der Straße aufzustellen und spricht dann von ökologischen Vorteilen und nicht von Bequemlichkeit und Preisvorteil für den Betreiber.
Seit Jahren wird an die Bürger*innen, ob alt, ob jung, appelliert, ihren Hausmüll zu trennen. Das tun sie inzwischen auch überwiegend, weil sie die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit einsehen und ihren Beitrag für die Umwelt und Ressourcennutzung leisten wollen.
Abgesehen davon, wie sich das Stadtbild im Bezirk, der auch zum Zentrum des Tourismus zählt, verändern wird, wenn alle 300 Meter 3 große Container aufgestellt werden (denn länger soll der Bürger nicht laufen müssen), hat diese Anordnung große Auswirkungen auf die Bevölkerung, speziell auf die ältere Generation und für Menschen mit Behinderungen.
Der Senat für Integration, Arbeit und Soziales ist gerade dabei, die 11 Leitlinien der Berliner Seniorenpolitik 2020 zu überarbeiten. Einen großen Stellenwert haben dabei das Thema Wohnen, die Infrastruktur im Wohnumfeld und die Verbesserung der Teilhabe von Senioren und Seniorinnen.
Angesichts des demografischen Wandels, d.h. der Zunahme von hochaltrigen Menschen in unserer Stadt, soll alles getan werden, das Leben in dem vertrauten Wohngebiet so lange wie möglich zu erhalten bzw. zu unterstützen.
Wie verhält sich dieser Anspruch mit dem neuen Vorhaben des Senats, dass ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen gezwungen werden sollen, Teile ihres häuslichen Abfalls in entfernten Sammelstellen abzuwerfen? Pflegekräfte, auch Einzelhändler*innen haben das Nachsehen, denn sie werden dafür nicht bezahlt.
Absehbar ist, dass die Mieter*innen ihren Glasabfall wieder in die Hausmülltonne werfen werden. Vor vielen Jahren ist unter großen Geburtswehen das Wertstofftrennsystem eingeführt worden. Jetzt wird das durch die jetzige Landesregierung wieder über den Haufen geworfen.

Die hochgelobte „Trennstadt Berlin“ wird wohl nur noch in den Geschichtsarchiven Bestand haben.

Rückfragen: Christa Kaleck, Tel.:030 – 323 29 13.

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