Mit klarer Kante gegen Antisemitismus und den „Al-Quds-Marsch“ Solidarität mit Israel!
Pressemitteilung vom 29.05.2019
Der mutmaßliche antisemitische Zwischenfall an einer Schule in Charlottenburg-Wilmersdorf sowie der am Samstag angekündigte Al-Quds-Marsch verdeutlichen die immerwährende Notwendigkeit, sich dem Antisemitismus klar entgegenzustellen. Bezirksamt und Bezirksverordnetenversammlung von Charlottenburg-Wilmersdorf wenden sich in aller Entschiedenheit gegen den von Antisemitismus sowie Homosexuellenfeindlichkeit geprägten Al-Quds-Marsch und generell jede Form von Antisemitismus und Intoleranz und verurteilen jeden Vorfall unter Schülerinnen und Schüler.
Stellvertretender Bezirksbürgermeister Arne Herz:
bq. 70 Jahre Grundgesetz mahnen uns alle mehr denn je zu Toleranz der großartigen Errungenschaften der unumstößlichen Grundrechte von Meinungs-, Religions- und Demonstrationsfreiheit bis zum individuellen Persönlichkeitsrecht und der Menschenwürde. Die Demonstrationsfreiheit räumt uns allen glücklicherweise breite Rechte ein, unsere Meinung zu vertreten. Zugleich ist es schwer zu ertragen, wenn dieses Recht für Vorurteile, Hass und die Herabwürdigung von Menschen missbraucht wird. Deshalb müssen wir dieses Recht auch als unsere Pflicht verstehen, als Bürger eines freien Berlins nicht gleichgültig zu sein, sondern hinzusehen, zu wiedersprechen und deutlich zu machen, dass die Würde des Einzelnen nicht verhandelbar ist. Charlottenburg-Wilmersdorf pflegt enge Städtepartnerschaften nach Israel. Wir leben die Verbundenheit mit dem Staat Israel und seinen Bürgerinnen und Bürgern dauerhaft und stehen an ihrer Seite.
Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf ruft deshalb zur Gegenkundgebung am Samstag, dem 1.6.2019, um 15:30 Uhr am Georg-Grosz-Platz. Der Stellvertretende Bezirksbürgermeister Arne Herz wird die Demonstrant*innen begrüßen.
Bereits um 9 Uhr wird Bezirksstadtrat Herz als deutliches Zeichen der Solidarität mit Israel die israelische Flagge vor dem Rathaus Charlottenburg hissen.
Charlottenburg-Wilmersdorf versteht es als unverzichtbares Selbstverständnis, mit den israelischen Partnerstädten Or-Yehuda und Karmiel eines lebendigen Austauschs zu pflegen. Insbesondere der regelmäßige Jugendaustausch ist ein guter Weg, Begegnungen zu ermöglichen, Verbindungen zu schaffen und das friedliche Zusammenleben zu gestalten.
Bezirksstadträtin für Jugend, Familie, Bildung, Sport und Kultur, Heike Schmitt-Schmelz:
bq. Antisemitismus und Intoleranz müssen wir als Gesellschaft und auch gerade in unseren Schulen und Jugendfreizeiteinrichtungen mit einer klaren Wertediskussion begegnen. So hat die bezirkliche Partnerschaft für Demokratie dieses Jahr den ihren thematischen Schwerpunkt im Kampf gegen Antisemitismus. Des Weiteren setze ich in der Zusammenarbeit mit Schulen sowie mit der Unterstützung durch die Berliner „Landeskommission gegen Gewalt“ auf weitere bezirkliche Maßnahmen gegen Gewalt, Diskriminierung und Antisemitismus. Ich stehe dabei auch allen Schulleitungen als Ansprechpartnerin zur Verfügung.
Der sogenannte „Al-Quds-Tag“ (auch „al-Kuds-Tag“‚ Internationaler Jerusalemtag, nach dem arabischen Namen für Jerusalem „al-Quds“) ist in der Islamischen Republik Iran ein gesetzlicher Feiertag. Er wird alljährlich zu staatlich organisierten Massendemonstrationen gegen Israel genutzt, bei denen die „Befreiung Jerusalems von den zionistischen Besatzern“ gefordert wird. Auch weitergehende Vernichtungsdrohungen gegen Israel werden regelmäßig ausgesprochen.
Der „Al-Quds-Tag“ wird darüber hinaus auch in weiteren Ländern des Nahen Ostens mit hohem schiitischen bzw. palästinensischen Bevölkerungsanteil begangen und geht auf einen Aufruf des iranischen Revolutionsführers Ayatollah Chomeini zurück, der am 8. August 1979 „alle Muslime der Welt und alle muslimischen Regierungen“ dazu aufforderte, „den Usurpatoren und ihren Unterstützern die Hände abzuhacken“ und am letzten Freitag des islamischen Fastenmonats Ramadan die „internationale muslimische Solidarität zur Unterstützung der legitimen Rechte des muslimischen palästinensischen Volkes zu erklären“.
Kontakt:
Johannes Westphal, Externe Koordination Partnerschaft für Demokratie Charlottenburg-Wilmersdorf, E-Mail: pfd-cw@stiftung-spi.de, Telefon: 030/9029–12516,
Website: www.demokratie.charlottenburg-wilmersdorf.de,
weitere Informationen unter https://www.gegenqudsmarsch.de/.
Im Auftrag
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