Anfang September haben Mitglieder des Wilmersdorfer Heimatvereins die Trauben am Weinberg im Stadion Wilmersdorf gelesen. Rund 340 Kilogramm Lesegut kamen dabei zusammen. Die Ernte ging anschließend ins Rheingau: Das Weingut Nikolai in Erbach keltert daraus den Most.
Dass im Bezirk überhaupt Wein wächst, mag zunächst überraschen, hat aber eine längere Tradition. Schon in den 1970er-Jahren gab es auf dem Teufelsberg einen kleinen Weinberg, auf dem zeitweise das „Teufelströpfchen“ wuchs. 1984 kamen die Reben ins Stadion Wilmersdorf. Auf rund 250 Quadratmetern pflanzte man je 100 Rebstöcke der Sorten Weißer Riesling und Ehrenfelser. Die Reben stammten aus dem Partnerlandkreis Rheingau-Taunus. Der Wein hieß zunächst „Wilmersdorfer Rheingauperle“. Weil EU-Regeln eine Ortsbezeichnung im Namen nicht zulassen, trägt der Wein heute den Namen „Wilmers! “.
Um die Reben kümmert sich der Wilmersdorfer Heimatverein. Seit 2015 pflegen die Vereinsmitglieder den Weinberg ehrenamtlich – vom Pflanzen und Schneiden der Rebstöcke über das Binden und Biegen der Triebe bis zur Weinlese. Damit begleitet der Verein den Wein durchs ganze Jahr.
Die Weinbrunnen GbR übernimmt die Verarbeitung. Dank der Partnerschaft zwischen Charlottenburg-Wilmersdorf und dem Landkreis Rheingau-Taunus verarbeitet sie das Lesegut kostenlos und stellt den fertigen Wein in Flaschen dem Bezirk zur Verfügung.
Nun heißt es abwarten, bis aus dem Most der neue Jahrgang von „Wilmers!“ gereift ist und in Flaschen abgefüllt wird.