Ein großer Wassertropfen mit einem freundlichen Gesicht strahlt die Schüler:innen der Friedensburg-Oberschule von einem großen Bildschirm an, wenn sie ihre Trinkflaschen mit gekühltem stillen oder Sprudelwasser füllen. Seit Montag stehen zwei Trinkwasserstationen in den Fluren der Schule.
Der Andrang ist groß, die Initiatoren des Projekts sind zufrieden. Dank des Kinder- und Jugendparlaments (KJP) des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf können die mehr als tausend Schüler:innen jederzeit frisches Wasser holen – und dabei die Umwelt schonen. Denn wie der Info-Bildschirm verrät: Jeder Liter Wasser aus dem Hahn statt aus dem Supermarkt spart CO2-Emissionen.
Bis zum Mittag des ersten Tages wurden bereits 53 Liter abgefüllt. Zur Veranschaulichung: Das sind sechs Wasserkästen und elf Kilogramm CO2 – so viel wie ein Baum in einem ganzen Jahr speichern kann.
Bei der Einweihung der Trinkstationen kamen neben den Mitgliedern des KJP auch die Stabstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung und das Jugendamt anwesend.
Das Projekt ist eines von vielen, die das KJP Charlottenburg-Wilmersdorf vorantreibt. Die Idee entstand auf der International Youth Conference Water. Ein KJP-Mitglied wollte die Berge an Plastikflaschen in den Mülleimern vor der Sporthalle reduzieren und sich für Wassernachhaltigkeit einsetzen. Gesagt, getan: Der Vorschlag wurde im Plenum eingebracht – und beschlossen. Für die Umsetzung organisierten die Mitglieder Spendengelder. Zwei Jahre blieben sie hartnäckig – mit Erfolg.
Demokratische Selbstwirksamkeit schon als Kind oder Jugendlicher erleben, das ist beim KJP möglich. Die Mitglieder vertreten seit 2003 die Interessen der Kinder und Jugendlichen im Bezirk. Jedes Schuljahr wählen die Vollversammlungen der Grundschulen, Oberschulen und der Jugendfreizeitheime in Charlottenburg-Wilmersdorf ihre Vertreter:innen ins KJP. Die aktuelle Wahlperiode dauert von November 2025 bis Oktober 2026. Mindestens viermal jährlich treffen sich die Mitglieder zu einer großen Plenarsitzung. Im Plenum diskutieren und beschließen sie Anträge und überreichen diese der Bezirksverordnetenversammlung (BVV).