Ehre für einen Erfinder und Politiker: Gedenktafel für Prof. Dr. Adolph Frank in Charlottenburg
Er war Chemiker, Unternehmer, Kommunalpolitiker – und ein vielseitiger Erfinder: Nun erinnert eine Gedenktafel an Prof. Dr. Adolph Frank (1834–1916).
Die Bezirksverordneten Vorsteherin Judith Stückler enthüllte die Tafel vor dem Charlottenburger Innovations-Centrum (CHIC) im Beisein einer Delegation aus Franks Geburtsstadt Klötze und dem sachsen-anhaltinischen Staßfurt. Beide Orte, waren eng mit Frank verbunden.
Vom Apothekerlehrling zum Industriepionier
Geboren in Klötze in der Altmark, begann Frank seine berufliche Laufbahn mit einer Apothekerlehre. Nach seinem Studium der Pharmazie und Naturwissenschaften in Berlin und Göttingen promovierte er über Zuckerherstellung – ein Thema, das seine spätere Karriere stark prägte. Als Chemiker entwickelte er Verfahren zur Gewinnung von Zucker und Kunstdünger und sicherte sich zahlreiche Patente. 1861 gründete er in Staßfurt die erste Kalidüngerfabrik Deutschlands – ein Meilenstein für die moderne Landwirtschaft.
Auch Alltagsprodukte gehen auf seine Arbeit zurück: So entwickelte er in Charlottenburg das heute bekannte braune Bierglas, das den Inhalt vor Sonnenlicht schützt.
Jahrzehnte im Dienst der Stadt
Ab 1876 war Frank in Charlottenburg aktiv, sowohl beruflich als auch politisch. Über vier Jahrzehnte lang gehörte er der Stadtverordnetenversammlung an – länger als jedes andere Mitglied. Als engagierter Kommunalpolitiker setzte er sich unter anderem für die Einführung von Gaslaternen und den Bau städtischer Gaswerke ein – Fortschritte, die Charlottenburg zur modernen Großstadt machten.
Gemeinsam mit seiner Frau Meta gründete er eine Stiftung zur Unterstützung benachteiligter Kinder. Nach seinem Tod vermachte er der Stadt 7.500 Mark mit dem Wunsch, dieses Geld für Ferienaufenthalte von Kindern zu verwenden.
Franks erhielt hohe Auszeichnungen für sein Lebenswerk, darunter der Rote Adlerorden und der Königliche Kronen-Orden 2. Klasse. Die Technische Hochschule Charlottenburg verlieh ihm den Professorentitel ehrenhalber.
Während der NS-Zeit wurde die nach ihm benannte Frankstraße aus antisemitischen Gründen in Heubnerweg umbenannt. Seit 2016 erinnerte ein Zusatzschild wieder an den ursprünglichen Namensgeber.
Frank starb 1916 in Charlottenburg. Sein Grab befindet sich auf dem Evangelischen Luisenfriedhof II. Das Wohnhaus, in dem er seine letzten Jahre verbrachte, existiert nicht mehr – an seiner Stelle steht heute das CHIC, vor dem nun die von der Designerin Helga Lieser gestaltete Gedenktafel angebracht ist.
Auch in Staßfurt und Klötze ist sein Name lebendig geblieben: Das Gymnasium in Staßfurt ist nach ihm benannt und in Klötze gibt es einen Adolph-Frank-Platz.