S2-Allianz gegründet: Neuer Innovations- und Wirtschaftsraum in Berlin Tempelhof-Schöneberg

Fünf Personen sitzen an einem Tisch un zwei stehen hinter ihnen

Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, und Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann mit den Unterzeichner_innen der gemeinsamen Absichtserklärung. Von links nach rechts: Matthias Menger (Geschäftsführer ringberlin GmbH), Dr. Christian Meine (Geschäftsführer Marienpark Berlin GmbH), Julia Geburzi-Horn (2. Vorsitzender des UnternehmensNetzwerk Motzener Straße e.V.), Ulrich Misgeld (1. Vorsitzender des UnternehmensNetzwerk Motzener Straße e.V.), Hinrik Weber (Vorstandsvorsitzender vom Netzwerk Großbeerenstraße e.V.)

Pressemitteilung Nr. 283 vom 03.07.2026

Unternehmensnetzwerke und Innovationsquartiere im Berliner Süden bündeln ihre Kräfte

Mit der feierlichen Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung wurde heute die S2-Allianz offiziell bekanntgegeben. Die Partner Modell-Campus ringberlin, Resilience Technology Campus Marienpark Berlin, Netzwerk Großbeerenstraße e.V. und Unternehmensnetzwerk Motzener Straße e.V. schaffen damit ein neues regionales Bündnis zur Stärkung des Wirtschafts- und Innovationsstandorts im Berliner Süden.

An der Unterzeichnung im Goldenen Saal des Schöneberger Rathauses nahmen Vertreter_innen der beteiligten Allianz-Partner sowie die Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Franziska Giffey, und der Bezirksbürgermeister von Tempelhof-Schöneberg, Jörn Oltmann, teil.

Mit der Allianz entsteht erstmals eine Initiative für einen gemeinsamen Entwicklungsraum entlang der S-Bahn-Linie S2, die industrielle Unternehmen, technologieorientierte Startups, Forschungseinrichtungen und Verwaltungspartner strategisch miteinander vernetzt. Ziel ist es, standortübergreifende Potenziale zu stärken und die Sichtbarkeit des Berliner Südens als Innovationsraum zu erhöhen. Die beteiligten Standorte verfügen über komplementäre Kompetenzen in Zukunftsfeldern wie Künstliche Intelligenz, Resilienztechnologien, Energieinnovationen, digitale Produktion und additive Fertigung. Die Initiative wurde von den beteiligten Partnern eigenständig entwickelt und finanziert.

Vernetzung und Standortentwicklung im Fokus

Durch die Zusammenarbeit sollen neue Möglichkeiten für Technologietransfer, Skalierung und Markterschließung entstehen. Insbesondere junge Technologieunternehmen und Startups sollen von den Netzwerken etablierter Unternehmen profitieren, während gleichzeitig neue Impulse aus Forschung und Gründungsökosystemen in die bestehenden Wirtschaftsstrukturen getragen werden.

Die Allianz versteht sich damit auch als konkreter Beitrag zur Umsetzung der Deep Tech Berlin Agenda des Berliner Senats. Ihr Ziel ist es, die Überführung von technologiegetriebenen Innovationen schneller in wirtschaftliche Anwendungen zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Berlin langfristig zu stärken.

S-Bahnhof Kamenzer Damm als Rückgrat der Region

Ein erster Erfolg ist die nun mögliche Realisierung des neuen S-Bahnhofs Kamenzer Damm, dessen Fertigstellung bis 2032 vorgesehen ist. Nach langjährigen Bemühungen, an denen Partner der S2-Allianz aktiv beteiligt waren, wird damit eine zentrale infrastrukturelle Voraussetzung geschaffen, um die beteiligten Innovations- und Gewerbestandorte besser miteinander zu verbinden.

Der neue Bahnhof wird künftig eine Schlüsselfunktion für die Entwicklung eines zusammenhängenden Innovationskorridors entlang der S2 übernehmen. Er verbessert die Erreichbarkeit der Standorte erheblich und schafft neue Perspektiven für Beschäftigte, Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Besucherinnen und Besucher.

Darüber hinaus setzt sich die S2-Allianz für weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Mobilität ein. Dazu gehören der Ausbau klimafreundlicher Verkehrsangebote, die Stärkung des Rad- und Fußverkehrs, die Entwicklung multimodaler Mobilitätshubs sowie eine bessere Anbindung an den Regional- und Flughafenverkehr.

Gemeinsame Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft

Die Gründung der S2-Allianz erfolgt vor dem Hintergrund tiefgreifender wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Veränderungen. Digitalisierung, Dekarbonisierung, geopolitische Unsicherheiten und der zunehmende Fachkräftemangel stellen Unternehmen und öffentliche Akteure gleichermaßen vor große Herausforderungen.

Durch die Vernetzung von Unternehmen, Standortentwicklern und Verwaltung sollen diese Herausforderungen gemeinsam leichter bewältigt werden, indem Wissen geteilt, Kräfte gebündelt und Anliegen dort formuliert werden, wo abgestimmtes Vorgehen den größten Mehrwert erzeugt.

Stellungnahmen zur Gründung der S2-Allianz

Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe:
„Die S2-Allianz zeigt, wie regionale Zusammenarbeit Innovation beschleunigen kann. Sie ist ein Leuchtturm für die Tech-Metropole Berlin. Hier entstehen neue Verbindungen zwischen Unternehmen, Startups, Wissenschaft und Verwaltung. Solche Netzwerke sind entscheidend, um die Ziele der Deep Tech Berlin Agenda umzusetzen und Berlin als führenden Innovationsstandort weiterzuentwickeln.“

Jörn Oltmann, Bezirksbürgermeister von Berlin Tempelhof-Schöneberg:
„Die S2-Allianz zeigt, wie erfolgreiche Standortentwicklung funktioniert: Unternehmen, Wissenschaft, Verwaltung und Netzwerke ziehen an einem Strang und entwickeln gemeinsam Perspektiven für den Berliner Süden. Mit dem neuen S-Bahnhof Kamenzer Damm und der engeren Zusammenarbeit der Partner entstehen bessere Voraussetzungen für Innovation, gute Arbeitsplätze und eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung unseres Bezirks.“

Dr. Christian Meine, Geschäftsführer Marienpark Berlin GmbH:
„Resiliente Wirtschaftssysteme entstehen dort, wo unterschiedliche Akteure und Technologie-Kompetenzen zusammenwirken. Die S2-Allianz bündelt genau diese Stärken, setzte sich für geeignete Rahmenbedingungen ein und fördert Infrastrukturkompetenz.“

Matthias Menger, Geschäftsführer ringberlin GmbH:
„Entscheidend für die nächste Phase der industriellen Transformation ist der konsequente Transfer von Forschung in skalierbare Anwendungen. Die S2-Allianz schafft dafür eine strukturelle Verbindung zwischen Deep-Tech-Entwicklung, industrieller Produktion und unternehmerischer Umsetzung im Berliner Süden. So entstehen neue Wertschöpfungsketten direkt im regionalen Innovationsraum.“

Ulrich Misgeld, 1. Vorsitzender des UnternehmensNetzwerk Motzener Straße e.V.:
„In der S2-Allianz verbünden wir uns als Industriegebiet mit starken Partnern in unserem Umfeld. Die Startups in den neuen Standorten erhalten schnellen Zugang zu erfahrenen Unternehmen und umgekehrt. Die Ziele der Berliner Deep Tech Agenda werden mit unserer lokalen Initiative zielgerichtet unterstützt.”

Hinrik Weber, Vorstandsvorsitzender vom Netzwerk Großbeerenstraße e.V.:
„Der industrielle Mittelstand im Berliner Süden verfügt über erhebliche Erfahrung in Produktion, Engineering und Umsetzungskompetenz. Die S2-Allianz eröffnet neue Möglichkeiten, diese Stärken systematisch mit Forschung und technologischer Entwicklung zu verbinden. Dadurch entstehen konkrete Innovationsprojekte, die direkt in die industrielle Praxis überführt werden können.“

Die Partner, Innovationsquartiere und Standorte, der S2-Allianz

Netzwerk Großbeerenstraße e.V.

Das Netzwerk Großbeerenstraße e. V. ist ein branchenübergreifendes Unternehmensnetzwerk im Gewerbegebiet der Großbeerenstraße. Es setzt aktiv Projekte entlang seiner CSR-Leitlinie für die Entwicklung des Wirtschaftsraums um und stärkt so die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen. Im Fokus stehen Vorhaben zur Fachkräftesicherung, genauso, wie unternehmerische Aktivitäten und Umweltschutz zu verbinden, immer mit dem Ziel nachhaltige innovative Lösungen zu treiben.

UnternehmensNetzwerk Motzener Straße e.V.

Mit 112,5 ha zählt das Gewerbe- und Industriegebiet Motzener Straße zu den größten gewerblichen Bereichen im Bezirk Tempelhof-Schöneberg von Berlin. Der Standort weist die höchste Industriequote der drei bezirklichen Industriegebiete auf. Insgesamt sind ca. 200 Betriebe mit rund 5.000 Beschäftigten auf dem Gelände tätig. Davon gehören knapp die Hälfte der Betriebe und rund 80 Prozent der Beschäftigten zum »Produzierenden Gewerbe«.

Resilence Technology Campus Marienpark Berlin

Der Marienpark Berlin ist der Resilience Technology Campus im Süden Berlins – ein missionsorientiertes Ökosystem, das Startups, Unternehmen, Forschung und öffentliche Akteure zusammenbringt. Mit sicheren Rechenzentren, Laboren sowie geschützten Entwicklungs- und Produktionsflächen und Testbeds entstehen hier Technologien für Sicherheit, Verteidigung, den Schutz Kritischer Infrastrukturen sowie für Katastrophenschutz und Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben.

Modell-Campus ringberlin

Der Modell-Campus ringberlin entsteht an der Ringstraße in Berlin-Mariendorf in enger Verzahnung von Innovation, Wissenschaft und Wirtschaft als offener Raum für eine resiliente Zukunft. Das in der ehemaligen Fertigungshalle (Halle 2) des Campus-Geländes entstehende Gründer:innenzentrum, das durch die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe mit GRW-Mitteln in Höhe von rund 36 Millionen Euro gefördert wird, wird nach Fertigstellung der Um- und Ausbauten 17.000 Quadratmeter Mietfläche umfassen und MotionLab.Berlin als Makerspace für innovative kleine Unternehmen, Startups und Gründer:innen betrieben.