Restauration der Darren von der Malzfabrik

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mit einem Beitrag von ULRIKE PETERS,Mietermanagement der IGG MALZFABRIK mbH

Geschichte:
Die denkmalgeschützte ehemalige “Schultheiss Mälzerei” in Berlin Schöneberg wurde zwischen den Jahren 1914 -1917 von dem Architekten Schlüter errichtet. Seinerzeit galt die Schultheiss Mälzerei als größte Mälzerei Europas, bis sie schließlich Mitte der 90er Jahre endgültig geschlossen bzw. stillgelegt wurde. Auf dem roten sechsgeschossigen Backsteingebäude ragen 4 markante Türme in die Luft, auf denen sich skurrile Metallhauben nach der herrschenden Windrichtung drehen.

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Kulmbacher Haube

Die so genannte Darrhaube wurde um 1900 in der Schlosserei Dörnhöfer in Kulmbach entwickelt und säumte bis in die 50er Jahre viele Mälzreien in der ganzen Welt. Die Darren dienten zum Abzug der feuchten Luft, was für das Trocknen bzw. Dörren des Malzes essentiell war.

Bedeutung für den Bezirk Tempelhof-Schöneberg
Aufgrund ihrer markanten und ungewöhnlichen Form stellen die Darren der ehemaligen Schultheiss Mälzerei einen weithin sichtbaren Orientierungs-, aber auch Identifikationspunkt in städtebaulicher wie sozialer Hinsicht für den Bezirk Tempelhof-Schöneberg dar.

Die Darren zeigen in einzigartiger Weise an, wie ursprünglich funktionsorientierte Fabrikgebäude mit künstlerischen

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Darrenhauben komplettiert

Elementen verbunden wurden und Industriedenkmale wie die Mälzerei einen einmaligen Denkmal- und Stellenwert in der Berliner Industriedenkmalpflege, aber auch des Stadtbildes einnehmen.
Als Zeugnis einer industrialen Epoche stehen die Darren, bzw. Reiter heute noch im Blickfeld, sei es beim Einkauf in einem der nahen Baumärkte oder Möbelhäuser oder beim Arbeiten auf dem Areal selbst. Das Areal fungiert als kreativer Leuchtturm für Kunst, Kultur und Gewerbe.

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altes Kugellager

Zustand vor der Sanierung:
Die Wartung der “Ritterhelme” und der Kugellager wurde in den vergangenen Jahren sehr vernachlässigt. Durch Korrosion und unsachgemäße Instandsetzungsmaßnahmen der Vorbesitzer sind deutliche Schäden aufgetreten. Um weitere Schäden vermeiden zu können und die Darren im Stadtbild als Wahrzeichen zu erhalten, hat sich der Eigentümer Frank Sippel dazu entschlossen diese aufwendig zu restaurieren. Die im Oktober 2012 begonnene Baumaßnahme wurde auch vom Landesdenkmalamt und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz begrüßt und finanziell gefördert.

Im August/September 2013 werden dann die VIER RITTER wieder eine Einheit bilden.

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Darre-Teile in der Werkstatt

Restauration:

Nachdem die 2 Darren (Eigengewicht knapp 3,3 t) mit einem Spezialkran heruntergenommen wurden, mussten diese für den Abtransport nach Wittstock zerlegt werden. In der Werkstatt der Firma Partenheimer wurden diese dann gesandstrahlt und die einzelnen Stahlteile aufwendig restauriert. Teilweise wurde ganze Teile herausgenommen, neu angefertigt und wieder eingepasst.

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Darre, alt-neu

Vor der Sandstrahlung wurde eine aufwendige Farbanalyse durchgeführt, die für alle ein überraschendes Ergebnis offenbarte. 5 unterschiedliche Lackschichten befanden sich übereinander…

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neue metallende Darrehauben

… und die ursprünglichste Farbe ist diese, die wir seit April 2013 an zwei Darren sehen können. Der Farbwert wurde ebenfalls mit der Denkmalpflege abgestimmt.

Und hier noch einige Impressionen:

  • Malzfabrik 7

    Zwei erneuerte Darren

  • Malzfabrik 9

    Einzelteile einer Darrenhaube

  • Malzfabrik 10

    Darre hinauf zum Ziel

  • Malzfabrik 11

    Darre vor dem Aufsetzen

  • Malzfabrik 12

    Darre beim Aufsetzen

  • Malzfabrik 13

    einzelne Darre - Ziel ist erreicht

  • Malzfabrik 14

    Darre frisch lackiert

  • Malzfabrik 15

    Darren beim Verladen auf einen LKW-Anhänger