Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz haben gestern die Bezirksämter Reinickendorf und Tempelhof-Schöneberg die Weiterentwicklung der kommunalen Strategien gegen Einsamkeit in Berlin erläutert. Weltweit fühlt sich jede sechste Person einsam. Was die WHO als globale Gesundheitskrise beschreibt, ist im Alltag eine kommunale Aufgabe und beginnt damit, dass Politik vor Ort Verantwortung übernimmt. Mit Reinickendorf und Tempelhof-Schöneberg setzen nun zwei Berliner Bezirke gemeinsam ein Zeichen für mehr soziale Teilhabe und Zusammenhalt.
Reinickendorf hat berlinweit Maßstäbe gesetzt und als erster Bezirk eine Einsamkeitsbeauftragte eingesetzt. Mit der Verknüpfung der Themenfelder Einsamkeit und Ehrenamt entstand ein innovativer Ansatz, der landesweit Beachtung findet. In den vergangenen Jahren wurden Maßnahmen entwickelt und erfolgreich umgesetzt: die Reinickendorfer Einsamkeitsgipfel, Quasselbänke in allen Ortsteilen, die interdisziplinäre Arbeitsgruppe „AG Einsamkeit EXIT“ mit einem stetig wachsenden Netzwerk aus Institutionen, Trägern und Initiativen, Berlins erste Plauderkasse, Stammtische gegen Einsamkeit, bezirksweite Öffentlichkeitskampagnen sowie kreative Projekte wie die Kunstauktion gegen Einsamkeit gemeinsam mit Reinickendorfer Schulen.
Mit Tempelhof-Schöneberg folgt nun ein weiterer Berliner Bezirk diesem zukunftsweisenden Weg und schafft ebenfalls eine Beauftragtenstruktur, die die Themen Ehrenamt und Einsamkeit miteinander verbindet.