Förderprogramme und Städtebauliche Instrumente

Kita Havelländer Ring

Die im Folgenden dargestellten Instrumente (Städtebauförderung, Sanierungsrecht, Soziale Erhaltungsgebiete und Berliner Plätzeprogramm) zielen darauf ab, die Lebensqualität in den Kiezen zu verbessern, diese an den Klimawandel anzupassen und soziale Gerechtigkeit zu sichern.

Städtebauförderung und Sanierungsgebiete nach BauGB

Mit dem Einsatz von Fördermitteln im Zuge von Städtebauförderprogrammen sowie in den Sanierungsgebieten werden Berliner Kieze („Fördergebiete“) lebenswerter und inklusiver gestaltet. Investitionen in Bibliotheken, Jugend-, Nachbarschafts- sowie Kultur- und Bildungseinrichtungen, Fuß- und Radverkehr sowie Spielplätze und Parks schaffen attraktive, zukunftsfähige Wohnumfelder.

Angesichts zunehmender Hitze und Trockenheit in der Innenstadt werden zudem Maßnahmen zur Klimaanpassung gefördert.

Neben der Anpassung an den Klimawandel spielt auch der Klimaschutz eine wichtige Rolle. Besonders das Programm „Nachhaltige Erneuerung fördert auch den klimagerechten Umbau der Stadt durch Maßnahmen des Klimaschutzes. Im Programm „Lebendige Zentren“ wird ein besonderer Schwerpunkt auf klimafreundliche Mobilität in Geschäftsstraßen sowie auf die klimaangepasste Gestaltung öffentlicher Räume und Grünflächen gelegt. Im Programm Sozialer Zusammenhalt spielen zudem das Thema Umweltgerechtigkeit sowie die Aktivierung der Bewohnerschaft eine besondere Rolle bei der Entwicklung von baulichen und soziointegrativen Projekten.

Sanierungsgebiete nach BauGB sind Fördergebiete, in denen der Fördermitteleinsatz u.a. der Behebung von festgestellten städtebaulichen Missständen – auch im Hinblick auf das Klima – dient.

Weitere Links zu Beiträgen der Städtebauförderung zum Klimaschutz und zur -anpassung:

Soziale Erhaltungsgebiete

Eine zentrale Herausforderung besteht darin, in sozialen Erhaltungsgebieten (sog. Milieuschutzgebieten) Klimaschutz und den Schutz der Wohnbevölkerung vor Verdrängung in Einklang zu bringen. Seit Mitte der 1990er Jahre setzen die Berliner Bezirke Soziale Erhaltungsverordnungen ein; aktuell bestehen 82 entsprechende Gebiete. Ziel ist es, die soziale Zusammensetzung der Wohnbevölkerung zu sichern. Bestimmte bauliche und eigentumsrechtliche Vorhaben, wie beispielsweise die Durchführung von Maßnahmen zur energetischen Sanierung, bedürfen daher einer Genehmigung nach § 172 BauGB. Ein wichtiges Kriterium bei der Genehmigung von Maßnahmen ist ihre Sozialverträglichkeit.

Die Regelungen in sozialen Erhaltungsgebieten ermöglichen Genehmigungen für energetische Maßnahmen, die über die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestanforderungen hinausgehen. Energieeinsparmaßnahmen, die ambitionierter sind als die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes, sind möglich, sofern sie für die Mieterschaft nicht zu einer höheren Belastung führen als Maßnahmen im Rahmen der Mindestanforderungen. Dies kann beispielsweise durch die Nutzung von Fördermitteln erreicht werden. Für den Austausch von Heizungsanlagen im Rahmen der Wärmewende sind in den Verwaltungsvorschriften umfangreiche Erleichterungen für die Umsetzungspraxis geregelt. Damit wird deutlich, dass trotz des zentralen Kriteriums der Sozialverträglichkeit ein ambitionierter Klimaschutz ermöglicht wird und beide Zielsetzungen miteinander in Einklang gebracht werden.

In Zusammenarbeit der SenMVKU mit SenStadt erfolgte 2025 und 2026 eine ökonomische Bewertung von erneuerbaren Wärmeversorgungsoptionen in sozialen Erhaltungsgebieten – Soziale Aspekte der Wärmewende – Berlin.de. Ziel der Untersuchung, war die Darstellung der erwartbaren Kosten die für Mieterschaft, wenn beispielsweise eine veraltete Gasheizung durch einen Anschluss an ein Wärmenetz abgelöst werden soll. Hierbei wurden sowohl die Investitionskosten (die bei der Mieterschaft durch eine potentielle Umlage zur Mieterhöhung führen können) als auch die Betriebskosten über 20 Jahre (Kosten des Energieträgers, Wartungskosten etc.) berücksichtigt. Die Ergebnisse können zur Orientierung dienen, wenn im Rahmen der Genehmigungsprüfung die Auswirkungen der geplanten Sanierungsmaßnahme auf die zukünftigen Wohnkosten betrachtet werden.

Berliner Plätzeprogramm

Die Lebensqualität einer Stadt hängt maßgeblich von ihren öffentlichen Räumen ab – besonders von Stadtplätzen als Orten der Begegnung, Identifikation und Orientierung. Angesichts wachsender klimatischer und gesellschaftlicher Herausforderungen kommt ihrer qualitätsvollen Gestaltung eine zunehmende Bedeutung zu.

Das Berliner Plätzeprogramm ist ein zentrales Instrument zur Förderung baukultureller Qualität im öffentlichen Raum. Das Berliner Plätzeprogramm fördert seit 2009 baukulturell hochwertige Projekte in den Bezirken, um funktionale, gestalterisch ansprechende und nachhaltige Stadträume zu schaffen.

Im Sinne eines integrierten Planungsverständnisses werden insbesondere Projekte finanziert, die auf interdisziplinären und diskursiven Gestaltungsverfahren basieren und eine angemessene Beteiligung der Zivilgesellschaft vorsehen. Dadurch wird sichergestellt, dass unterschiedliche Perspektiven frühzeitig berücksichtigt werden und die entstehenden Räume eine hohe Akzeptanz erfahren.

Bisher wurden zahlreiche touristische und lokale Orte aufgewertet sowie das Wohnumfeld vieler Berlinerinnen und Berliner nachhaltig verbessert werden. Für die künftige Projektauswahl sollen Aspekte der Klimaresilienz und somit auch des Hitzeschutzes verstärkt berücksichtigt werden.

Städtebaulich-freiraumplanerische Wettbewerbe

Um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen, werden Klimaschutz und Klimaanpassung frühzeitig als integrale Bestandteile sowohl in den Auslobungen als auch in den Entwürfen im Rahmen von Wettbewerben berücksichtigt. Gesucht werden Entwürfe, die durch kompakte Bauweisen, grüne Infrastruktur und eine hohe Entsiegelung das lokale Mikroklima verbessern und Überhitzung entgegenwirken. Ein starker Fokus liegt dabei auf grün-blauer Infrastruktur, die Regenwasser nach dem Schwammstadt-Prinzip speichert und für Verdunstungskühlung nutzt, sowie auf Mobilitätskonzepten, die den CO2-Ausstoß minimieren.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier.