Wohnflächensuffizienz: Ein weiterer Hebel für den Klimaschutz ist die bedarfsgerechte Nutzung von Wohnraum. Weniger Wohnfläche pro Person bedeutet einen geringeren Energieverbrauch für Heizung, Warmwasser und Strom. Auch wenn der angespannte Wohnungsmarkt den Tausch erschwert, werden tauschbereite Mieter*innen mit dem Wohnungstauschportal www.inberlinwohnen.de unterstützt. Zudem werden im Rahmen des Wohnungswechsel- und Wohnungsverkleinerungsprogramms bis zu drei passende Wohnungsangebote innerhalb von zwölf Monaten gemacht. Haushalte mit geringem Einkommen können einen Mieterlass erhalten.
Klimaanpassung: Die LWU und die berlinovo setzen zur Klimaanpassung auf Hitzeschutz, nachhaltiges Ressourcen- und Regenwassermanagement. Im Neubau verhindern u. a. Verschattungselemente, Sonnenschutzverglasung und durchdachte Freiraumplanung Überhitzung. Energetische Sanierungen, Entsiegelung, klimaresiliente Bepflanzung und helle Fassaden reduzieren zudem Wärmeeinträge. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch die Schaffung von beschatteten Aufenthaltsbereichen, Pergolen und kühlen Rückzugsräumen – oft kombiniert mit Informations- und Beteiligungsformaten für Mieter:innen.
Auch bei der Errichtung der Neuen Stadtquartiere sind die LWU wichtige Akteure.
Beispiele für die Aktivitäten der LWU und berlinovo:
Im Pallasseum der Gewobag in Schöneberg wurde durch die Nutzung der Abwärme eines IT-Netzknotens eine warmmieten- und klimaneutrale Umstellung der Wärmeversorgung für 500 Wohnungen realisiert. Eine Win-Win-Situation für den Abwärmeerzeuger, den Nahwärmebetreiber, die Mieter*innen, das landeseigene Wohnungsunternehmen und das Klima.
STADT UND LAND startete zwei Neubauprojekte, um klima- und ressourcenoptimierten Mietwohnungsbau zu erproben. In Alt-Britz entstehen seit 2023 zwei Gebäude in Holz-Lehm- und Ziegel-Holz-Bauweise. Zudem begann in 2024 der Bau des TYPENHAUS eco in Holz-Hybrid-Bauweise sowie eines Zwillingsbaus in Massivbauweise auf den Buckower Feldern. Die Vergleichbarkeit der Gebäude ermöglicht Erkenntnisse für zukünftige Bauvorhaben bezüglich Klimaschutz, Ressourcenschonung und kreislaufgerechter Planung. Untersucht wird, wie viel CO2 durch ökologische Baustoffe im Vergleich zu
konventionellen Materialien eingespart werden kann und ob ökologischer Geschosswohnungsbau wirtschaftlich ist.
Die degewo hat 2025 in Köpenick das Klimahaus in Holz-Hybrid-Bauweise fertiggestellt. Das multifunktionale Dach erzeugt mit Photovoltaikanlagen Strom und trägt mit extensiver Begrünung zur Verbesserung des Mikroklimas und zur Regenwasserspeicherung bei. Das umlaufende, intensiv begrünte Vordach im ersten Obergeschoss sowie die Fassadenbegrünung sorgen für Kühlung, Verschattung und erhöhen die Biodiversität. Weitere Projektinformationen finden Sie auf der Seite eines der Planungsbüros (weberbrunner).
Ein Erfolgsbeispiel für Synergienutzung ist die Kombination einer energetischen Sanierung mit einer Dachaufstockung durch die HOWOGE in Buch. Die Aufstockung in Holzhybridbauweise schafft zusätzlichen Wohnraum ohne Neuversiegelung und nutzt die bestehende Infrastruktur.