Berlin steht vor der Aufgabe, die wachsende Stadtbevölkerung dauerhaft mit einer bedarfsgerechten sozialen Infrastruktur zu versorgen. Kitas, Schulen, Sportanlagen, Bibliotheken, Spielplätze, Grünflächen und Kultureinrichtungen sind zentrale Bausteine für Lebensqualität und sozialen Zusammenhalt.
Die demografische Entwicklung ist teilräumlich sehr differenziert ausgeprägt: Stadtteilen mit dynamischen Bevölkerungszahlen aufgrund umfangreichen Wohnungsneubaus stehen Kieze mit stagnierender oder leicht rückläufiger Wohnbevölkerung gegenüber. Auch die altersmäßige Zusammensetzung der Bevölkerung entwickelt sich sehr unterschiedlich. Daraus ergeben sich teilräumlich differenzierte Anforderungen an die künftige Entwicklung der sozialen Infrastruktur.
Die 2021 vom Senat beschlossene Strategie zur integrierten Infrastrukturplanung (SIIP) bildet die gesamtstädtische Grundlage für deren räumliche Planung. Sie schafft ein gemeinsames Verständnis zwischen Senats- und Bezirksebene und führt Fachplanungen zur sozialen Infrastruktur, Datenmanagement und Flächensteuerung in einem integrierten Ansatz zusammen.
Mit der Fortschreibung 2026 wird die SIIP erstmals umfassend bilanziert und weiterentwickelt. Sie dokumentiert die erreichten Ergebnisse und beschreibt weiterentwickelte Verfahren und organisatorische Standards für die Zusammenarbeit von Bezirken und Senatsverwaltungen. Die zentralen Elemente der 2021 beschlossenen SIIP gelten fort, werden aber punktuell aktualisiert und ergänzt. Ziel bleibt eine vorausschauende, flächensparende und abgestimmte räumliche Planung sozialer Infrastruktur als dauerhafter Prozess.
Die SIIP 2026 setzt bei der Fortführung und Weiterentwicklung der Instrumente, Grundlagen und Verfahren folgende Schwerpunkte:
- Einführung des zweigliedrigen SIKo- Verfahrens, um den Planungsprozess zu verschlanken und bezirksspezifisch flexibler zu gestalten, d.h.: Fortschreibung SIKo als Konzept nach Bedarf – Aktualisierung der SIKo-Daten regelmäßig
- Unterstützung bei der Weiterentwicklung der gesamtstädtischen und bezirklichen Fachplanungsverfahren zur strukturellen Absicherung der Mitwirkung am Prozess der integrierten räumlichen Infrastrukturplanung
- Kontinuierliche Datenbereitstellung zu Bestand, Bedarfen und geplanten Maßnahmen der sozialen Infrastruktur im SoFIS sowie deren Aufbereitung als Datengrundlage für die integrierte Flächenplanung in Berlin
- Ausbau der Infrastrukturkoordination auf Senats- und Bezirksebene: Die koordinierende Rolle von SenStadt und den bezirklichen SIKo-Koordinationen ist fortzuführen und punktuell zu stärken.
- Prüfung der Verzahnung des SIKo mit den Planungsinstrumenten Bereichsentwicklungsplanung (BEP) sowie Bezirksregionenprofil (BZRP), um Synergien zwischen diesen Planungen auszubauen
- Prüfung der ressortübergreifenden Finanzierung von Mehrfachnutzungen (MFN), um eine schnellere Umsetzung von Infrastrukturprojekten zu ermöglichen