Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt für Berliner Frauen aktuell bei 83,2 und für Männer bei 77,8 Jahren. Zurückgeführt wird diese erhebliche Differenz u.a. auf Unterschiede im Gesundheitsbewusstsein und –verhalten der Geschlechter. So rauchen laut der letzten Mikrozensusbefragung 2017 Männer häufiger als Frauen (25 % zu 18 %) und sind eher übergewichtig (54 % zu 37 %).
Frauen nehmen öfter als Männer Vorsorgeuntersuchungen wie den Gesundheits- Check-Up (2017: 65 % zu 56 %) und zur Erkennung geschlechtsspezifischer Krebserkrankungen wahr (ca. die Hälfte der Frauen, aber nur ein Viertel der Männer).
Unter den vermeidbaren Sterbeursachen ist Lungenkrebs die häufigste bei beiden Geschlechtern.
Krankheiten des Kreislaufsystems sowie bösartige Neubildungen gehörten für beide Geschlechter zu den Haupttodesursachen. 2017 betraf dies bei den Männern jeweils rund 30 % der Todesfälle. Bei Frauen waren Krankheiten des Kreislaufsystems noch häufiger (35 %) als bösartige Neubildungen (25 %) die Todesursache.
Psychische Erkrankungen, insbesondere affektive Störungen wie Depressionen, sind die Hauptursache für Arbeitsunfähigkeit bzw. Frühberentungen. So wurden aus diesem Grund 2016 2.339 Berlinerinnen und 1.627 Berliner früh berentet.
Bei den Krankheiten besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen sozialer Lage und Krankheitshäufigkeit – für beide Geschlechter.