Ausschreibung des Berliner Frauenpreises 2023

Die Ausschreibung für den Berliner Frauenpreis 2023 fand bis zum 14. November 2022 statt. Alle Bürgerinnen und Bürger konnten ihre Vorschläge für die Verleihung einreichen.

Die Hälfte der Macht den Frauen, heißt es immer wieder. Dass das noch bei Weitem nicht so ist, erfahren wir jeden Tag.

Nicht nur die aktuelle Besetzung von Positionen in Politik und Wirtschaft hält uns täglich vor Augen, dass Frauen noch immer deutlich unterrepräsentiert sind. Auch in Medien, Kunst oder Wissenschaft gibt es noch deutlichen Nachholbedarf. Geringere Einkommen, sehr viel niedrigere Renten und erheblich mehr Familienarbeit von Frauen zeigen, wie groß die Unterschiede zwischen Frauen und Männern noch sind. Frauen, ihre Situation, ihre Perspektive und ihre Bedürfnisse sind zudem viel weniger sichtbar als die der Männer.

Gleichzeitig erleben wir inspirierende und kämpferische Frauen, die sich für eine Kultur der Gleichberechtigung einsetzen. Doch bei der Anerkennung und Sichtbarmachung der Ideen, des Einsatzes und des Engagements dieser Frauen durch staatliche, öffentliche Ehrungen und Auszeichnungen gibt es viel aufzuholen! Faktisch erhalten Frauen nur etwa ein Drittel aller staatlichen Auszeichnungen, Orden und Ehrungen. Sie erhalten damit auch deutlich weniger öffentliche Aufmerksamkeit und Anerkennung für ihr Wirken.

Der Berliner Frauenpreis gibt daher engagierten Frauen ein Gesicht und zeichnet jedes Jahr eine Frau aus, die sich für die Emanzipation und Gleichstellung von Frauen und Männern einsetzt. Der Berliner Frauenpreis würdigt bereits seit 1987 Frauen, die sich im Hintergrund oder in der Öffentlichkeit, an vielen Orten und auf ganz unterschiedliche Weise für Chancengleichheit und Gleichstellung von Frauen in Berlin engagieren. Das Engagement war und ist dabei vielfältig: für Gleichstellung in Wirtschaft oder Kunst, gegen Gewalt gegenüber Frauen, für Frauengesundheit oder für mehr Frauen in Entscheidungspositionen. Was die Preisträgerinnen alle teilen ist eine herausragende Motivation und Leidenschaft!

Damit die Frauen, die sich für Emanzipation und Gleichstellung einsetzen, die Aufmerksamkeit und Ehrung erhalten, die sie verdienen: Schlagen Sie eine Frau vor, die mit dem Berliner Frauenpreis ausgezeichnet werden soll!

  • Der Preis

    Der Berliner Frauenpreis wird jährlich an weibliche Persönlichkeiten der Stadt Berlin vergeben, die durch ihr Engagement in herausragender Weise für die Emanzipation und Gleichstellung von Frauen und Männern gewirkt haben und wirken.

    Der Berliner Frauenpreis ist mit 5.000 € und einer Skulptur dotiert.

  • Die Jury

    Über die Vergabe des Preises entscheidet eine unabhängige Jury. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

  • Die Preisverleihung

    Die Preisverleihung findet jährlich anlässlich des Internationalen Frauentags im Rahmen einer Festveranstaltung statt.

  • Teilnahmebedingungen

    Vorschläge für mit dem Berliner Frauenpreis auszuzeichnende Frauen können durch Einzelpersonen oder Gruppen erfolgen. Eine Frau kann auch mehrere Jahre hintereinander vorgeschlagen werden.

    Die Vorschläge können bis per E-Mail, Fax oder auf dem Postweg eingereicht werden.

  • Die Auswahlkriterien

    Der Preis wird verliehen für:

    Besonderes und überdurchschnittliches Engagement für die Emanzipation der Geschlechter, z.B. durch
    • außergewöhnliches Engagement zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern im Rahmen beruflicher oder ehrenamtlicher Tätigkeiten,
    • journalistisches und kreatives Arbeiten sowie Publikationen, die Frauen in ihrer Vielfalt oder als aktiv Handelnde darstellen und fördern, bzw. Lebenszusammenhänge von Frauen in besonderer Weise kritisch beleuchten,
    • besonders frühes, langjähriges, erfolgreiches Engagement auf dem Feld der Gleichstellungspolitik in Vereinen, zivilgesellschaftlichen Initiativen, Institutionen, politischen Parteien.
    Zukunftsweisende und innovative Ideen und Konzepte, z.B.
    • Entwicklung und Umsetzung eines erfolgreichen und innovativen Gleichstellungsprojekts,
    • herausragende wissenschaftliche Arbeiten, die geschlechterrelevante Fragestellungen und/oder neue, kreative gleichstellungsrelevante Ansätze erörtern,
    • herausragende künstlerische Leistungen, die sich mit der gesellschaftlichen Situation von Frauen auseinandersetzen,
    • vorbildliches gleichstellungspolitisches Engagement in einem frauenuntypischen Bereich des gesellschaftlichen Lebens.
    Eine Position als Vorreiterin in einem wesentlichen frauenpolitischen Tätigkeitsbereich, z.B.
    • mit der Initiierung einer öffentlichen Debatte zu einem wichtigen Thema,
    • durch Entwicklung von neuen und innovativen Projekt- und Maßnahmenideen zur Sensibilisierung für gleichstellungsrelevante Themen.
    Besonderes Engagement für soziale Gerechtigkeit, für die Menschenrechte sowie gegen Rassismus, Antisemitismus und Ausgrenzungen aller Art, z. B.
    • Einsatz für eine interkulturelle Verständigung,
    • Leistungen zur Integration von Migrantinnen,
    • Unterstützung mehrfachdiskriminierter Frauen.

    Der Berliner Frauenpreis wird ausschließlich an in Berlin wirkende Frauen vergeben. Der Preis kann nicht posthum vergeben werden.