Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter: berlin.de/corona
Tagesaktuelle COVID-19 Fallzahlen und weiterführende Auswertungen finden Sie im Online-COVID-19-Lagebericht des Landes Berlin.
Der Dienstbetrieb der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung ist aufgrund des Einsatzes von vielen Beschäftigten im Krisenstab des Landes Berlin weiterhin eingeschränkt.

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Maßnahmen/Projekte für Frauen in Führungspositionen

Berlin hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten zu einer modernen Metropole und einem attraktiven Wirtschaftsstandort entwickelt, insbesondere in der Dienstleistungs-, Gesundheits-, Kommunikations-, Medien- und Kreativwirtschaft, mit einem hohen Anteil an Frauen. Dazu hat Berlin ein hervorragendes Arbeitskräftepotenzial mit einem großen Anteil von hochqualifizierten Frauen und im Ländervergleich ein vielseitiges und gut ausgebautes Angebot zur Kinderbetreuung, das eine wesentliche Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist. Das ist ein wesentlicher Faktor zur Unterstützung weiblicher beruflicher Karrierewege und zur Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen.

Die Stadt hat auch sehr gut ausgebildete Frauen. Laut Gender-Datenberichten liegt der Frauenanteil unter den Studierenden, die ihr Studium an Berliner Hochschulen erfolgreich abschlossen haben, seit vielen Jahren über 50%.

Ungefähr die Hälfte aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Berlin waren 2014 Frauen. Bei den Beschäftigten mit Hochschulabschluss stellten sie mit 53% sogar die Mehrheit. Demgegenüber waren Frauen bei tätigen Inhabern, Vorständen und Geschäftsführung mit 25% deutlich unterrepräsentiert. Unter Einbeziehung von Frauen in der zweiten Führungsebene gibt es aber gerade in Berlin deutliche Fortschritte. Hier beträgt der Anteil von Frauen nach Zahlen des IAB Betriebspanels 2014 immerhin 47% während er im Bundesdurchschnitt bei 39% liegt.

Mit Frauen zum wirtschaftlichen Erfolg

Ein Mangel an qualifizierten Frauen ist also als Grund für die Unterrepräsentanz in Führungspositionen immer weniger stichhaltig gleichzeitig ist Berlin ein gutes Pflaster für Frauen in Führungspositionen. Jetzt gilt es auch die Strukturen und Kulturen in den Berliner Unternehmen dieser Entwicklung anzupassen. Dazu gibt es Initiativen und Projekte, die das Thema auf vielfältige Art und Weise vorantreiben.

Projekt Strukturwandelorientierte Personalstrategie (SWOPS)

Auf den Kulturwandel in Unternehmen und eine bewusste Auseinandersetzung mit der personellen Entwicklung zielt das Projekt SWOPS.

Strukturelle Gründe und das Rollenverständnis von Führungskräften spielen eine maßgebliche Rolle beim externem Recruiting und der internen Karriereplanung. Chancenfairness ist erst dann gegeben, wenn sich Geschäftsführende oder Personalmanager_innen nicht mehr (unbewusst) von tradierten Rollenbildern leiten lassen. Frauen kommen mit ihren Qualitäten so lange kaum zum Zug, solange ihre Leistungen und Vorstellungen nach männlich geprägten Wertmaßstäben beurteilt werden.

Das im PROGRESS-Programm der Europäischen Union sowie in Co-Finanzierung durch die Senatsverwaltung Arbeit, Integration und Frauen und die Verwaltung Östergotland in Schweden mit insgesamt mehr als einer halben Million Euro geförderte Projekt ist stark umsetzungsorientiert.

Praxispartner von SWOPS sind je vier kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) aus vier Ländern, die bereit sind, ihre Strukturen in der Personalstrategie sowie dem Personalmanagement analysieren zu lassen. Die insgesamt 16 Unternehmen, mehrheitlich aus der Technologiebranche, beklagen unisono den eklatanten Mangel an gut qualifizierten Fach- und Führungskräften und setzen deshalb auf SWOPS als Strategie für den Wandel.

Ziel von SWOPS ist es dabei, Unternehmen ausgewählte Lösungen an die Hand zu geben, die sich in den teilnehmenden Ländern bereits bewährt haben und mit denen Führungskräfte unternehmenseigene, aber bislang kaum oder nicht genutzte Ressourcen nachhaltig erschließen können. Denn gemischte Teams tragen erwiesenermaßen zu innovativeren Ergebnissen und mehr Kreativität im Unternehmen bei, was positiv auf die Zufriedenheit der Belegschaft zurückwirkt.

Unternehmen mit Frauen an die Spitze

Die Kampagne „Unternehmen mit Frauen an die Spitze“ wurde 2012 von der Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen Dilek Kolat gemeinsam mit dem Präsidenten der IHK Dr. Eric Schweitzer gestartet. Die gemeinsame Erklärung zum Bündnis „Frauen in Führungspositionen“ haben inzwischen 75 Berliner Unternehmen unterzeichnet. Ziel dieser Vereinbarung ist es, die Karrierechancen von Frauen im Berufsleben zu verbessern und die Unternehmen darin zu unterstützen, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen und unternehmens- und bedarfsgerechte Instrumente zur Karriereförderung zu entwickeln.
Als zentraler Baustein und wichtiges Instrument zur Unterstützung von Berliner Unternehmen wurde 2014 eine Kommunikationsplattform online geschaltet und ein Arbeitskreis mit Vertreter*innen von ausgewählten Unternehmen aus dem Kreis der Unterzeichnenden zu relevanten Themen gegründet. Unter dem Link Unternehmen mit Frauen an die Spitze finden interessierte Unternehmen Informationen zur Kampagne, Hintergründe, Studien und umfassende Informationsangebote zum Thema Frauen in Führung, Informationen zu Unternehmensbesuchen zu Schwerpunktthemen sowie best-practice Beispiele.

Landesinitiative Chancengleichheit in der Berliner Wirtschaft

Viele Wege führen zum Ziel – Vernetzung von Akteuren aus Politik und Wirtschaft. Bereits seit 2005 gibt es die Landesinitiative Chancengleichheit in der Berliner Wirtschaft, von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen. Die Partner sind die Industrie- und Handelskammer Berlin (IHK), die Handwerkskammer Berlin (HWK), die Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e.V. (uvb), der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Berlin-Brandenburg, die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit, der Verband deutscher Unternehmerinnen – VdU-Landesverband Berlin-Brandenburg e.V. und der EWMD – European Women’s Management Development Berlin-Brandenburg e.V.. Sie alle verfolgen das Ziel, durch gemeinsame und eigene Aktivitäten, Projekte, Veranstaltungen und gezielte Öffentlichkeitsarbeit die Karrierechancen von Frauen zu verbessern, ihnen die gleichberechtigte Teilhabe an Entscheidungsprozessen in Politik und Wirtschaft zu ermöglichen sowie bessere Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu schaffen.

Unternehmenskonzept Diversity Management

Im Rahmen der Landesinitiative „Chancengleichheit in der Berliner Wirtschaft“ ist auch eine Broschüre zum Thema „Diversity Management – Ein Gewinn für alle“ erschienen. Dieses Unternehmenskonzept der Vielfalt hat in der Personalpolitik und Unternehmensphilosophie von Großunternehmen längst Einzug gehalten, gewinnt jedoch auch für Berliner kleine und mittlere Unternehmen immer mehr an Bedeutung. Geht es doch darum, sich den veränderten Rahmenbedingungen des demographischen Wandels und der Globalisierung mit einer steigenden Flexibilität zu stellen. Unterschiedlichkeit und Vielfalt der Belegschaften bergen neben neuen Herausforderungen vor allem auch Potenziale für die Unternehmen effizienter, innovativer und kreativer zu arbeiten.

In der Broschüre werden elf kleine und mittlere Unternehmen aus Berlin vorgestellt, die bereits erfolgreiche Ansätze im „Diversity Management“ praktizieren. Mit Empfehlungen und Anregungen für kleine und mittlere Unternehmen zur Betrieblichen Frauenförderung und Diversity Management bietet die Broschüre zugleich Informationen und Handlungsempfehlungen.

Link-Tipps/ Literaturtipps/ Materialtipps

  • European Women´s Management Development
    Ziele des Netzwerkes, die öffentliche Sichtbarkeit qualifizierter Frauen in allen Bereichen und Organisationen zu erhöhen und die Managementkultur durch mehr Frauen und eine größere Vielfalt zu bereichern.
  • Business and Professional Women Germany e.V.
    Als Dachverband von rund 40 regionalen BPW Clubs in ganz Deutschland setzt sich der BPW Germany für die Chancengleichheit von Frauen in Beruf, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ein.