Einkommen

Wie viel verdienen Berlinerinnen und Berliner?

Gender-Pay-Gap in Berlin 2023

Es gibt teils deutliche Unterschiede zwischen den Brutto-Stundenlöhnen von Berlinerinnen und Berlinern. Als Faustregel: Je höher das generelle Lohnniveau, desto höher ist auch der Gender-Pay-Gap. Insgesamt gesehen ist der Gender-Pay-Gap bei Vollzeitbeschäftigung mit einem durchschnittlichen Mehrverdienst von 12 Prozent bei den Männern am deutlichsten. Über alle Gruppen gemittelt verdienen die Frauen bei Teilzeitbeschäftigung sogar mehr als die Männer. Betrachtet man hier jedoch die Untergruppen, verdienen die Männer in den höheren Lohn-Bereichen jedoch auch bei Teilzeitbeschäftigung teils deutlich mehr (insbesondere bei langer Unternehmenszugehörigkeit sowie bei Teilzeitbeschäftigten mit hohem akademischem Abschluss).

Bei Vollzeitbeschäftigten liegen die durchschnittlichen Brutto-Stundenlöhnen bei 24,98 Euro für die Frauen und 27,96 Euro für die Männer. Das entspricht einem Mehrverdienst der Männer von fast 12 Prozent.
Bei Teilzeitbeschäftigten verdienen die Männer 1,5 Prozent mehr: hier liegen die durchschnittlichen Brutto-Stundenlöhne der Frauen bei 22,00 Euro, die der Männer bei 22,35 Euro.

Im Gesamtmittel verdienen die Männer 11,9 Prozent mehr. Frauen erhalten im Schnitt 22,97 Euro pro Stunde, Männer 25,91 Euro.

Bei Vollzeitbeschäftigten erhalten die Berliner Männer über nahezu alle Altersgruppen zwischen 5 Prozent und 15 Prozent höhere Brutto-Stundenlöhne als die Berlinerinnen. Bei den Teilzeitbeschäftigten verdienen die Männer bis zum Alter von 34 Jahren geringfügig weniger als die Berlinerinnen. Im Alter zwischen 55 Jahren und 64 Jahren verdienen sie jedoch 15 Prozent bis 29 Prozent mehr.

Die höchste Verdienstlücke zwischen Frauen und Männern klafft zwischen (Fach )Abiturientinnen bzw. Abiturienten mit einer Vollzeitbeschäftigung: Mit einem durchschnittlichen Brutto-Stundenlohn von 34,41 Euro verdienen die Berliner Männer mit Abitur oder Fachabitur satte 22,5 Prozent mehr als die Berlinerinnen mit dem gleichen Schulabschluss. Sie verdienen im Schnitt nur 28,08 Euro brutto pro Stunde.

Der Gender-Pay-Gap steigt mit der beruflichen Qualifikation und dem daran gebundenen Lohn-Niveau – und zwar sowohl bei Ausbildungsberufen als auch bei den akademischen Abschlüssen.

Bei Vollzeitbeschäftigten liegt die Spanne zwischen 3,4 Prozent und 23,3 Prozent, die Männer brutto mehr verdienen als Frauen. In Teilzeit verdienen die Berliner Männer ohne beruflichen Ausbildungsabschluss weniger als die Frauen, in allen sonstigen Kategorien jedoch mehr. Die insgesamt größte Lücke klafft bei Teilzeitbeschäftigten mit Promotion oder Habilitation: hier gehen die Männer im Schnitt mit 26,2 Prozent mehr nach Hause.

Mit einem Bachelor-Abschluss in Teilzeit zu arbeiten, scheint laut der Daten keine gute Idee zu sein: Während die Stundenlöhne in Vollzeit zwischen 25,87 Euro bei den Frauen und 31,15 Euro bei den Männern liegen, verdienen beide Geschlechter in Teilzeit lediglich um die 21 Euro.

Ob Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung: Je höher die Anforderung, desto größer der Gender-Pay-Gap zu Gunsten der Männer. Deutlichste Ausnahme: Männliche Fachkräfte in Teilzeit verdienen im Schnitt 4,4 Prozent weniger als weibliche Fachkräfte.
Die größten Lücken klaffen zwischen vollzeitbeschäftigten Spezialist:innen, bei denen die Männer einen 15,9 Prozent höheren Brutto-Stundenlohn erhalten, sowie bei Expert:innen. Hier verdienen die Männer sogar 22,2 Prozent mehr pro Stunde. Bei den Teilzeitbeschäftigten ist die Verdienstlücke mit „nur“ 2,1 Prozent (Spezialist:innen) bzw. 9 Prozent (Expert:innen) geringer.

Bei Teilzeitbeschäftigten steigt das Lohnniveau bei beiden Geschlechtern mit zunehmendem Dienstalter mehr oder weniger kontinuierlich an. Bei den Berliner Männern jedoch stärker als bei den Frauen: Während Männer im ersten Jahr im Unternehmen brutto 5,4 Prozent weniger pro Stunde als die Frauen verdienen, verdienen sie ab einem Dienstalter von 31 Jahren im Schnitt 32,4 Prozent mehr.

Bei den vollzeitbeschäftigten Berliner:innen steigt die Verdienstlücke von 7,9 Prozent mehr für die Männer bei Diensteintritt bis zu einem Mehrverdienst von 20,4 Prozent pro Stunde bei einem Dienstalter von 26 bis 30 Jahren. Danach verkleinert sich der Gender-Pay-Gap wieder.

Ob Voll- oder Teilzeitbeschäftigung: Die Arbeitnehmer:innen verdienen mit Tarifbindung brutto deutlich mehr als ohne. Auch der Gender-Pay-Gap ist durch eine Tarifbindung kleiner. Doch die Unterschiede zwischen Voll- und Teilzeit sind immens:

Bei Vollzeitbeschäftigten mit Tarifbindung liegen die durchschnittlichen Brutto-Stundenlöhne bei 26,36 Euro für die Frauen und 28,53 Euro für die Männer. Das entspricht einem Mehrverdienst der Männer von 8,2 Prozent. Ohne Tarifbindung verdienen die Frauen im Schnitt gerade einmal 23,77 Euro und die Männer 27,50 Euro – das entspricht 15,7 Prozent mehr.

Bei Teilzeitbeschäftigten ist der Gender-Pay-Gap deutlich geringer: Männer erhalten mit Tarifbindung einen Brutto-Stundenlohn von 24,71 Euro und damit 4,7 Prozent mehr als die Frauen, die 23,59 Euro verdienen. Ohne Tarifbindung liegen die Stundenlöhne bei 20,48 Euro für Frauen und 20,56 Euro für Männer (ergibt ein Minus von knapp 0,4 Prozent).

Woraus bestreiten Berlinerinnen und Berliner ihren Lebensunterhalt?

Daten zur Quelle des Lebensunterhalts

Die meisten Berlinerinnen und Berliner bestreiten ihren Lebensunterhalt überwiegend aus eigener Erwerbs- oder Berufstätigkeit. Bei beiden Geschlechtern ist der Anteil derer, die Rente/Pension beziehen von 2000 bis 2023 gesunken. Während in diesem Zeitraum der Anteil der Frauen gesunken ist, die von den Einkünften von Angehörigen leben, ist er bei Männern tendenziell gleichgeblieben. Die Anzahl der Hartz-IV-Empfängerinnen und Empfänger ist bei beiden Geschlechtern von 2010 bis 2022 gesunken und 2023 wieder angestiegen.

Der überwiegende Teil der Berliner Bevölkerung bestritt seinen Lebensunterhalt 2023 durch Erwerbs- oder Berufstätigkeit (46,6 Prozent). Zwei weitere große Gruppen erhielten Rente/Pension (18,3 Prozent) oder Einkünfte von Angehörigen (21,4 Prozent). Etwa 1,9 Prozent der Berlinerinnen und Berliner erhielten Sozialhilfe.

Im Vergleich zu 2010 bestritten im Jahr 2023 mehr Frauen und Männer ihren Haupt-Lebensunterhalt durch eine Erwerbs- oder Berufstätigkeit. Auch die Zahl der Personen, die durch ihre Angehörigen finanziert wurden, nahm bei beiden Geschlechtern zu. Die Zahlen derer, die sich hauptsächlich durch Renten bzw. Pensionen finanzieren sowie der Personen, die überwiegend von Hartz IV, ALG II und Sozialgeld leben, nahm hingegen ab.

Open Data Portal des Landes Berlin

Weiterführende Daten finden sich im Open Data Portal

Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung

Abteilung Frauen und Gleichstellung

Ansprechpartnerin:

Dr. Josephine Lichteblau