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Profil der Bezirksregion Lichtenrade Nord

1 Beschreibung der Bezirksregion

Lage

Die Bezirksregion Lichtenrade Nord endet nördlich am Rademeierweg an der Grenze zum Bezirk Neukölln und der östlichen Seite des Lichtenrader Damms. Östlich grenzt die Bezirksregion an das Land Brandenburg (Landkreis Dahme-Spreewald). Die Südgrenze bildet die Barnetstraße mit Groß-Ziethener-Straße. Westlich wird die Bezirksregion durch das Gewerbegebiet Motzener Straße begrenzt. Die Bezirksregion liegt außerhalb des S-Bahnrings.

Bebauung der Siedlungsfläche

Die Bezirksregion Lichtenrade Nord ist durchgängig bebaut und bewohnt. Die Wohnbebauung besteht hauptsächlich aus niedriger Bebauung mit Hausgärten und wird durch Zeilenbebauung seit den 1950er Jahren und Siedlungsbauten der 1990er Jahre und jünger ergänzt.

Merkmale

Der Lichtenrader Damm (B96) bildet eine Barriere zwischen den beiden Planungsräumen der Bezirksregion Lichtenrade Nord. Prägend ist ferner der große Gemeinbedarfsstandort an der Kreuzung Barnetstraße/Lichtenrader Damm mit Schul- und Sportflächen, Polizeiabschnitt, Gemeinschaftshaus, einem Teil des Lichtenrader Grabens und Spielplätzen. In der Bezirksregion liegen die Standorte von vier öffentlichen Grundschulen und zwei öffentlichen integrierten Sekundarschulen.

Verkehrsanbindung

Die Bezirksregion Lichtenrade Nord ist weder direkt an das S- noch an das U-Bahnnetz angebunden. Der Lichtenrader Damm (B96ist eine übergeordnete Straßenverbindung (StEP II).

Besonderheiten

In der Bezirksregion Lichtenrade Nord liegt das durch eine Erhaltungsverordnung zum Schutz der städtebaulichen Eigenart geschützte Gebiet Alt-Lichtenrade. Lichtenrade Nord hat den zweihöchsten Anteil an Einwohner_innen im Alter von 65 Jahren und mehr im Vergleich der Bezirksregionen in Tempelhof-Schöneberg.

Zusammenfassung der Datenlage

  • In der Bezirksregion Lichtenrade Nord leben 5,9 % der Einwohner_innen von Tempelhof-Schöneberg.
  • Der Anteil der Einwohner_innen mit einer Wohndauer von mehr als fünf Jahren an derselben Adresse liegt deutlich über dem bezirklichen Vergleichswert.
  • Die Einwohnerzahl hat sich in der Bezirksregion im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor negativ entwickelt.
  • Das Durchschnittsalter liegt über dem bezirklichen Vergleichswert und ist in den letzten fünf Jahren konstant geblieben.
  • Der Anteil der unter 18-Jährigen liegt über dem bezirklichen Vergleichswert und hat in den letzten fünf Jahren zugenommen.
  • Der Anteil der 65-Jährigen und Älteren liegt deutlich über dem bezirklichen Vergleichswert und ist in den vergangenen fünf Jahren konstant geblieben.
  • Der Anteil der Ausländer_innen an den Einwohner_innen liegt deutlich unter dem bezirklichen Vergleichswert und ist in den vergangenen fünf Jahren gestiegen.
  • Die Indikatoren zu Armutsrisiken liegen unter den bezirklichen Vergleichswerten.
  • Im Rahmen der Untersuchungen zur Umweltgerechtigkeit wurden in den Planungsräumen Diedersdorfer Weg und Kettinger Straße keine starke Belastung festgestellt.
  • Im Monitoring Soziale Stadtentwicklung (MSS) 2023 wurden beide Planungsräume in der Bezirksregion mit dem Gesamt-Index mittel/stabil (2+/-) eingestuft.

1.1 Wohndauer

Der Anteil der Einwohner_innen mit einer Wohndauer von mehr als fünf Jahren an derselben Adresse liegt in der Bezirksregion um 8,2 Prozentpunkte über dem bezirklichen Vergleichswert. Im Vergleich der Bezirksregionen in Tempelhof-Schöneberg ist dies der höchste Anteilswert an Einwohner_innen mit einer Wohndauer von mehr als fünf Jahren an derselben Adresse. Der Anteilswert ist in der Bezirksregion im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor deutlich gestiegen, der bezirkliche Vergleichswert ist in diesem Zeitraum beinahe konstant geblieben.

1.2 Entwicklung der Einwohnerzahl

Die Einwohnerzahl ist in der Bezirksregion im Vergleich zum Jahr zuvor und im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor gesunken, während sich die Einwohnerzahl des Bezirks in diesen Zeiträumen positiv entwickelt hat. In beiden Planungsräumen der Bezirksregion ist im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor die Einwohnerzahl rückläufig.

1.3 Demografie

Das Durchschnittsalter in der Bezirksregion liegt bei 47,3 Jahren und somit 3,2 Jahre über dem bezirklichen Vergleichswert. Im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor ist das Durchschnittsalter in der Bezirksregion leicht gestiegen, der bezirkliche Vergleichswert ist in diesem Zeitraum leicht gesunken..
Der Anteil der unter 18-Jährigen an den Einwohner_innen liegt in der Bezirksregion über dem bezirklichen Vergleichswert, im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor ist die Anzahl der unter 18-Jährigen in der Bezirksregion gestiegen, der Anteil der unter 18-Jährigen an den Einwohner_innen ist im Bezirk in diesem Zeitraum konstant geblieben.

Der Anteil der Einwohner_innen im Alter von 65 Jahren und mehr an den Einwohner_innen liegt in der Bezirksregion deutlich über dem bezirklichen Vergleichswert. In den fünf vergangenen Jahren hat sich die Anzahl der Einwohner_innen in dieser Altersgruppe in der Bezirksregion geringfügig verringert, der Anteil an den Einwohner_innen ist konstant geblieben. Im Bezirk ist in diesem Zeitraum die Anzahl der Personen in dieser Altersgruppe gestiegen, der Anteil an den Einwohner_innen aber konstant geblieben. Im Vergleich der Bezirksregionen in Tempelhof-Schöneberg weist die Bezirksregion Lichtenrade Nord den zweithöchsten Anteil an Einwohner_innen im Alter von 65 Jahren und mehr auf.

1.4 Ausländer_innen

Der Anteil der Ausländer_innen an den Einwohner_innen liegt in der Bezirksregion deutlich unter dem bezirklichen Vergleichswert, es ist der geringste Anteilswert im Vergleich der Bezirksregionen in Tempelhof-Schöneberg. Im Vergleich zum Stand fünf Jahre zuvor ist die Anzahl der Ausländer_innen und ihr Anteil an den Einwohner_innen in der Bezirksregion gestiegen. Der Anstieg des Anteilswert ist minimal höher als der Anstieg des bezirklichen Vergleichswerts.

14,7 % der Ausländer_innen in der Bezirksregion haben die türkische Staatsangehörigkeit, 9,4 % sind Staatsbürger_innen Polens, 8,3 % sind Ukrainer_innen, 5,7 % haben die indische Staatsangehörigkeit und 5,2 % sind Serb_innen. Alle anderen Staatsangehörigkeiten haben Anteile unter 5%. Im Bereich über 3% sind Syrien (4,1 %) und Kroatien (3,5 %) zu nennen.
In der Bezirksregion Lichtenrade Nord weisen 28,2 % der Einwohner_innen das statistische Merkmal “mit Migrationshintergrund” auf. Bei diesem Merkmal hat die Türkei den größten Anteil (15,1 %) an den Herkunftsgebieten, den zweitgrößten Anteil hat Polen (14,3 %).

1.5 Armutsrisiken

Die Armutsrisiken können anhand von drei Kernindikatoren bemessen werden:
  • D4 – Anteil Personen in Bedarfsgemeinschaften nach SGB II an Einwohner_innen unter der Regelaltersgrenze
  • D5 – Anteil Personen in Bedarfsgemeinschaften nach SGB II im Alter unter 15 Jahren an Einwohner_innen unter 15 Jahren
  • D6 – Anteil Empfänger_innen von Grundsicherung (außerhalb von Einrichtungen) nach SGB XII über der Regelaltersgrenze an Einwohner_innen dieser Altersgruppe

In der Bezirksregion liegen die Indikatorwerte zu den Armutsrisiken unter den bezirklichen Vergleichswerten. Der Planungsraum Töpchiner Weg weist etwas höhere Indikatorwerte auf als der Planungsraum Kettinger Straße.

2 Soziale und grüne Infrastruktur

2.1 Grüne Infrastruktur

In der Bezirksregion liegen die öffentlichen Grünanlagen Wiesengrund (Promenade), Neanderstr. / Geibelstr., Lessingplatz und Alt-Lichtenrade 73abc – Hinterland.

In der Bezirksregion gibt es acht öffentliche Spielplätze mit einer Katasterfläche von 22.370 m² und einer Gesamtnettospielfläche von 13.645 m². Die Relation der Quadratmeter der öffentlichen Spielplatzfläche zu den Einwohner_innen liegt in Lichtenrade Nord bei 0,6 (Bezirk 0,6, Berlin 0,6).

In der Bezirksregion liegen keine Friedhofsflächen.
In der Bezirksregion liegen zwei Kleingartenkolonien mit einer Gesamtfläche von 47.344 m² und insgesamt 136 Parzellen.

2.2 Soziale Infrastruktur

In der Bezirksregion Lichtenrade Nord liegen die Standorte der öffentlichen Grundschulen: Grundschule am Dielingsgrund, Bruno-H.-Bürgel-Grundschule und der Grundschule im Taunusviertel. Zudem reicht das Einzugsgebiet der Nahariya-Grundschule (Bezirksregion Lichtenrade Süd) bis in die Bezirksregion Lichtenrade Nord.
Des Weiteren liegen die Standorte der Theodor-Haubach-Schule (ISS) und der Carl-Zeiss-Schule (ISS) in der Bezirksregion Lichtenrade Nord.
In der Bezirksregion Lichtenrade Süd liegt der Standort Jugendfreizeiteinrichtung Musikkeller Lichtenrade (freier Träger) und des bezirklichen Kinder- und Jugendclubs Barnetstraße „G-Haus“ (Teil des Gemeinschaftshaus Lichtenrade). Im Gemeinschaftshaus Lichtenrade ist außerdem eine Seniorenfreizeiteinrichtung und das Familien- und Nachbarschaftszentrum Lichtenrade untergebracht.

3 Geschützte und geförderte Gebiete

In der Bezirksregion liegt ein Teil des Gebietes Alt-Lichtenrade, das durch eine Erhaltungsverordnung nach §172 BauGB zum Erhalt der städtebaulichen Eigenart geschützt ist.
Ein kleiner Ausläufer des Quartiersmanagementgebiets Nahariyastraße liegt in der Bezirksregion.

4 Umweltgerechtigkeit

Im Rahmen der Untersuchungen zur Umweltgerechtigkeit wurden in beiden Planungsräumen in der Bezirksregion keine starken Belastungen festgestellt.

5 Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2023

Im Monitoring Soziale Stadtentwicklung (MSS) wiesen die Planungsräume in der Bezirksregion folgenden Status-/Dynamik Indizes auf:
  • Kettinger Straße: Status mittel / Dynamik stabil (2 +/-)
  • Töpchiner Weg: Status mittel / Dynamik stabil (2 +/-)

6 Download Kurzprofil

  • Kurzprofil Lichtenrade Nord (076014)

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    PDF-Dokument (3.4 MB) - Stand: 31.12.2024

Koordination und Beteiligung

Organisationseinheit Sozialraumorientierte Planungskoordination (OE SPK)

SPK DK

Herr Binner
Datenkoordination

SPK RK6

Frau Buritz
Bezirksregionen Lichtenrade Nord und Lichtenrade Süd