Drucksache - DS/0269-01/V  

 
 
Betreff: Friedrichshain-Kreuzberg ist ein Start-up-Bezirk
Status:öffentlichBezüglich:
DS/0269/V
 Ursprungaktuell
Initiator:B'90 Die Grünen/SPDAusschuss WiOEB
Verfasser:1. Wolf, Tobias
2. Ott, Stephan
Schwarze, Julian
Drucksache-Art:ÄnderungsantragBeschlussempfehlung
Beratungsfolge:
Ausschuss für Wirtschaft und Ordnungsamt, Eingaben und Beschwerden Beratung ff
20.06.2017 
Öffentliche Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Ordnungsamt, Eingaben und Beschwerden (WiOEB) vertagt   
05.09.2017 
Öffentliche Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Ordnungsamt, Eingaben und Beschwerden (WiOEB) ohne Änderungen im Ausschuss beschlossen   
Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen Vorberatung
06.09.2017 
Öffentliche Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen (StadtBW) gegenstandslos   

Beschlussvorschlag

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

 

Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) steht Unternehmensgründungen grundsätzlich positiv gegenüber. Im digitalen Zeitalter können diese neuen Unternehmen Motor für Innovation und Entwicklung sein. Start-ups bieten Chancen für den notwendigen gesellschaftlichen, ökologischen, ökonomischen und sozialen Wandel in Friedrichshain-Kreuzberg. Junge Unternehmen bringen Ideen hervor, die in großen Unternehmen oftmals kein Gehör finden. Doch gerade diese Ideen sind es, die unsere Gesellschaft nachhaltig prägen und zu unserem Wohlstand beitragen: Neue Ideen und kreative Menschen können außerdem die Wohn und Lebensqualität im Bezirk bereichern. Es entstehen Arbeitsplätze, wo Innovationen und neue Ideen die Möglichkeit zur Entfaltung und Entwicklung haben. Unter den richtigen Voraussetzungen kann benachbartes Kleingewerbe davon auch profitieren.

 

So sehr wir es begrüßen, dass unser Bezirk einer der gründungsstärksten Orte in Europa geworden ist, gibt es hierbei auch Schattenseiten der Gründungskultur. Das Gründungsziel "Verkauf an Konzern XY" ist inzwischen keine Seltenheit und stellt eine zusätzliche Gefahr von Monopolisierung auf den digitalen Weltmärkten dar. Die Start-up·Kultur kann für Menschen in ihren Kiezen zur Belastung werden, wenn sie nur noch mit Cafes und Inkubatoren für Gründer*innen konfrontiert sind und angestammte Nahversorgungsbetriebe verloren gehen. Die gute finanzielle Ausstattung einiger Startups durch Millionen-Finanzierungsrunden erhöht den Druck auf die Gewerbemieten, was Verdrängungsprozesse zusätzlich verstärkt. Weiterhin bedrohen prekäre Arbeitsbedingungen in vielen Startups die Tarifautonomie, Arbeitnehmer*innenrechte oder führen zu Selbstausbeutung. Unser gemeinsames Ziel muss es daher sein, eine Gründungskultur zu unterstützen, die gute Arbeit in Friedrichshain-Kreuzberg schafft!

 

Somit sind wir weiterhin offen für neue Unternehmensgründungen, denn besonders unser Bezirk bietet ideale Voraussetzungen auch für eine ANDERE Gründungskultur: Bunte Kieze mit Menschen aus über 180 Nationen, Kreative, Künstler*innen, Student*innen und alternative Lebensformen bilden eine Mischung, die an kaum einem anderen Ort der Welt so zu finden ist. Im Resultat sind wir die Experimentierwerkstatt, insbesondere auch für Gründungen des Solidarischen Wirtschaftens geworden. Längst gibt es Gründungen mit guten Arbeitsbedingungen und Gründungszielen jenseits des reinen Profitstrebens, mit Ideen, die das solidarische Miteinander der Menschen fördern. Das ist für uns eine Gründungskultur die von Friedrichshain-Kreuzberg den notwendigen Wandel des Wirtschaftens vorantreiben soll.

 

 

WiOEB 05.09.2017

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

 

Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) steht Unternehmensgründungen grundsätzlich positiv gegenüber. Im digitalen Zeitalter können diese neuen Unternehmen Motor für Innovation und Entwicklung sein. Start-ups bieten Chancen für den notwendigen gesellschaftlichen, ökologischen, ökonomischen und sozialen Wandel in Friedrichshain-Kreuzberg. Junge Unternehmen bringen Ideen hervor, die in großen Unternehmen oftmals kein Gehör finden. Doch gerade diese Ideen sind es, die unsere Gesellschaft nachhaltig prägen und zu unserem Wohlstand beitragen: Neue Ideen und kreative Menschen können außerdem die Wohn und Lebensqualität im Bezirk bereichern. Es entstehen Arbeitsplätze, wo Innovationen und neue Ideen die Möglichkeit zur Entfaltung und Entwicklung haben. Unter den richtigen Voraussetzungen kann benachbartes Kleingewerbe davon auch profitieren.

 

So sehr wir es begrüßen, dass unser Bezirk einer der gründungsstärksten Orte in Europa geworden ist, gibt es hierbei auch Schattenseiten der Gründungskultur. Das Gründungsziel "Verkauf an Konzern XY" ist inzwischen keine Seltenheit und stellt eine zusätzliche Gefahr von Monopolisierung auf den digitalen Weltmärkten dar. Die Start-up·Kultur kann für Menschen in ihren Kiezen zur Belastung werden, wenn sie nur noch mit Cafes und Inkubatoren für Gründer*innen konfrontiert sind und angestammte Nahversorgungsbetriebe verloren gehen. Die gute finanzielle Ausstattung einiger Startups durch Millionen-Finanzierungsrunden erhöht den Druck auf die Gewerbemieten, was Verdrängungsprozesse zusätzlich verstärkt. Weiterhin bedrohen prekäre Arbeitsbedingungen in vielen Startups die Tarifautonomie, Arbeitnehmer*innenrechte oder führen zu Selbstausbeutung. Unser gemeinsames Ziel muss es daher sein, eine Gründungskultur zu unterstützen, die gute Arbeit in Friedrichshain-Kreuzberg schafft!

 

Somit sind wir weiterhin offen für neue Unternehmensgründungen, denn besonders unser Bezirk bietet ideale Voraussetzungen auch für eine ANDERE Gründungskultur: Bunte Kieze mit Menschen aus über 180 Nationen, Kreative, Künstler*innen, Student*innen und alternative Lebensformen bilden eine Mischung, die an kaum einem anderen Ort der Welt so zu finden ist. Im Resultat sind wir die Experimentierwerkstatt, insbesondere auch für Gründungen des Solidarischen Wirtschaftens geworden. Längst gibt es Gründungen mit guten Arbeitsbedingungen und Gründungszielen jenseits des reinen Profitstrebens, mit Ideen, die das solidarische Miteinander der Menschen fördern. Das ist für uns eine Gründungskultur die von Friedrichshain-Kreuzberg den notwendigen Wandel des Wirtschaftens vorantreiben soll.

 

 
 

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