Aktuelles

Dank anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2026

Stellungnahme der Landesarbeitsgemeinschaft der bezirklichen Partizipations- und Integrationsbeauftragten zum Zulassungsstopp der freiwilligen Integrationskurse

Die Landesarbeitsgemeinschaft der bezirklichen Beauftragten für Partizipation und Integration kritisiert die Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, keine neuen Zulassungen zu Integrationskursen nach §44 Abs.4 AufenthG zu erteilen, und fordert eine erneute Prüfung.

  • Stellungnahme der LAG der bezirklichen Partizipations- und Integrationsbeauftragten zum Zulassungsstopp der freiwilligen Integrationskurse

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Offener Brief zu „Demokratie leben“ an Bildungs- und Familienministerin Karin Prien

Das Partizipationsbüro Friedrichhain-Kreuzberg unterstützt den Offenen Brief an Bildungs- und Familienministerin Karin Prien zur angekündigten Kürzung des Förderprogramms “Demokratie leben!”. Der offene Brief kritisiert den Umgang mit der über Jahre aufgebauten zivilgesellschaftlichen Expertise der Demokratiearbeit. Institutionen, Organisationen und Einzelpersonen ist es weiterhin möglich, sich auf die Liste der Unterzeichnenden einzutragen.

Hissung der Roma*-Flagge zum Roma* Day am 08.04.2026

Das Partizipationsbüro informiert über die Hissung der Roma*-Flagge anlässlich des Roma* Day am 08.04.2026 um 10 Uhr vor dem Rathaus Friedrichshain (Frankfurter Allee 35/37, 10247 Berlin).

Die Hissung erfolgt durch Jugendstadtrat Max Kindler.

Interessierte sind herzlich eingeladen, den Anlass für Austausch und Gespräche zum Thema zu nutzen.

Danksagung an Selbstorganisationen im Rahmen der internationalen Wochen gegen Rassismus aus der Landesarbeitsgemeinschaft der bezirklichen Beauftragten für Partizipation und Integration

Sehr geehrte Vertreter*innen der Selbstorganisationen,

Berlin ist eine Stadt der Vielfalt. Diese Vielfalt ist kein abstrakter Wert, sondern gelebte Realität – getragen und gestaltet auch durch die Arbeit migrantisierter Menschen und ihrer Selbstorganisationen. Seit vielen Jahren leisten Sie einen unverzichtbaren Beitrag für demokratische Teilhabe, soziale Gerechtigkeit und den Zusammenhalt unserer Stadtgesellschaft.

Ihr Engagement richtet sich nicht nur gegen individuelle Formen von Rassismus, sondern auch gegen strukturelle Benachteiligung und Ausgrenzung. Sie machen Diskriminierung sichtbar, setzen wichtige Impulse für politische Veränderungen und schaffen Räume, in denen Menschen sich organisieren, gegenseitig stärken und ihre Rechte einfordern können.

Gerade in einer Zeit, in der rassistische, rechtsextreme und antidemokratische Positionen wieder lauter werden, ist Ihre Arbeit von besonderer gesellschaftlicher und politischer Bedeutung. Sie stehen für Solidarität, für eine demokratische Kultur der Vielfalt und für das Recht aller Menschen, gleichberechtigt an unserer Gesellschaft teilzuhaben.
Selbstorganisationen sind unverzichtbare Teile der Stadtgesellschaft und wichtige Stimmen in politischen und gesellschaftlichen Debatten. Sie erinnern uns daran, dass der Einsatz für die Gleichwertigkeit aller Menschen eine gemeinsame Verantwortung ist – in Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft.

Als Berliner Partizipations- und Integrationsbeauftragte danken wir Ihnen für Ihren unermüdlichen Einsatz, Ihre klare Haltung und Ihr kontinuierliches Engagement für eine offene, gerechte und diskriminierungsfreie Stadt.

Mit großer Wertschätzung

Die bezirklichen Partizipations- und Integrationsbeauftragten Berlins

Sahra Nell und Johanna Kösters
Sprecherinnen der Landesarbeitsgemeinschaft der bezirklichen Partizipations- und Integrationsbeauftragten Berlin

  • Danksagung an Selbstorganisationen aus der LAG Bezirksbeauftragten für Partizipation und Integration

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Der Pulli ist für Chantal mehr als ein Oberteil, er ist auch ein politisches Statement: „Hergestellt von Immigrant*innen – den Kindern derer, die aus dem Nichts etwas geschaffen haben.“

Der Pulli ist für Chantal mehr als ein Oberteil, er ist auch ein politisches Statement: „Hergestellt von Immigrant*innen – den Kindern derer, die aus dem Nichts etwas geschaffen haben.“

Internationale Wochen gegen Rassismus – Chantal Chisleys Engagement für ein vielfältiges und inklusives Friedrichshain-Kreuzberg

Am 16. März beginnen die diesjährigen Internationalen Wochen gegen Rassismus. Rund um den 21. März, der von den Vereinten Nationen ausgerufene Internationale Tag gegen Rassismus, setzen alljährlich Menschen, Initiativen und Organisationen auf der ganzen Welt ein klares Signal gegen Diskriminierung und Ausgrenzung. In Deutschland werden die Aktionswochen von der Stiftung gegen Rassismus koordiniert. In den zwei Wochen finden zahlreiche Diskussionsrunden, Workshops und Gedenkaktionen statt.
Auch in Friedrichshain-Kreuzberg setzen sich das ganze Jahr über viele Menschen für eine offene, vielfältige und inklusive Gesellschaft ein. Eine von ihnen ist Chantal Chisley. Als Mitglied im bezirklichen Beirat für Partizipation und Integration und als Projektkoordinatorin beim Polnischen Sozialrat e. V. engagiert sie sich täglich für Antidiskriminierung, Chancengleichheit und Demokratieförderung – im Bezirk und darüber hinaus.

Den ganzen Artikel können Sie hier nachlesen: https://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/aktuelles/bezirksticker/2026/internationale-wochen-gegen-rassismus-1651758.php

HANAU Gedenkkundgebung 2024 Oranienplatz 17-19 Uhr

„Kein Vergeben. Kein Vergessen“ – Gedenkveranstaltung am 21. Februar 2026 um 14:00 Uhr, Oranienplatz, Berlin-Kreuzberg

Der 19. Februar ist kein abgeschlossener Teil der Vergangenheit. Der rechtsterroristische Anschlag in Hanau wirkt bis heute fort – in den Familien der Ermordeten, in ihren Freund*innen und Communities und in einer Gesellschaft, die weiterhin mit rassistischer Gewalt konfrontiert ist.

Neun Menschen wurden gezielt ermordet, allein weil sie nicht in das rassistische Weltbild des Täters passten, der sich selbst zum Richter über Zugehörigkeit machte. Was in Hanau geschah, war keine isolierte Tat, sondern Ausdruck einer Ideologie, die Ausgrenzung legitimiert und Menschen entwertet.

Gedenken bedeutet für uns mehr als stilles Erinnern. Es heißt, die Kontinuitäten von Rassismus sichtbar zu machen – in Institutionen, in politischen Debatten, in alltäglichen Begegnungen und Gesprächen. Es heißt auch, den Stimmen der Betroffenen zuzuhören. Sie weisen seit Jahren auf strukturelle Versäumnisse, verschleppte Aufarbeitung und fehlenden Schutz hin.

Als Partizipationsbüro verstehen wir Erinnerung als Teil demokratischer Lebenspraxis. Wer eine vielfältige Stadt möchte, muss Konflikte benennen, Machtverhältnisse hinterfragen und Räume schaffen, in denen unterschiedliche Erfahrungen ernst genommen werden.

Hanau mahnt uns, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist, sondern immer wieder erarbeitet werden muss. Sie entsteht nicht durch Lippenbekenntnisse, sondern durch konkretes Handeln: gegen rassistische Gewalt, Sprache, Symbole, Normalität, gegen rechte Mobilisierung – für Solidarität im Alltag.

Wir erinnern. Und wir bleiben in der Verantwortung. Nicht nur heute.

Auch in diesem Jahr findet auf dem Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg eine öffentliche Gedenk- und Versammlungsveranstaltung anlässlich des sechsten Jahrestages des rassistischen Anschlags in Hanau statt. Dazu ruft die Initiative oplatz4hanau auf – ein Netzwerk von Betroffenen und Unterstützer*innen, das in Zusammenschluss mit Angehörigen seit Jahren für Aufklärung, Gerechtigkeit und Konsequenzen im Umgang mit rassistischer Gewalt eintritt. Die Veranstaltung beginnt am 21. Februar 2026 um 14:00 Uhr und steht unter dem Motto „Kein Vergeben. Kein Vergessen“.

Das Partizipationsbüro unterstützt die Bewerbung der Veranstaltung, ist jedoch nicht Veranstalter.

  • HANAU Gedenkkundgebung 2026 Oranienplatz 17-19 Uhr

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Aufruf Wimpel gestalten für Demokratie, Vielfalt und Toleranz

Wimpel gestalten für einen starken, solidarischen Kiez - AUFRUF zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus

Mit Wimpel persönliche Botschaften für eine offene, bunte und respektvolle Gesellschaft sichtbar machen: Anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus Wimpel für Demokratie, Vielfalt und Toleranz gestalten, die am 20. März zu einer großen, gemeinsamen Wimpel-Kette verbunden und im öffentlichen Raum präsentiert werden.

Die kreative Umsetzung der eigenen Wimpel ist an zwei Terminen gemeinsam möglich: am 23. Februar und am 2. März 2026, jeweils 14 bis 18 Uhr im Stadtteilzentrum Familiengarten (Oranienstr. 34, Hinterhaus).

Alternativ können bis zum 19. März 2026 Wimpel im Nachbarschaftsladen Kotti e.V. (Adalbertstr. 95a) zur eigenständigen Erstellung abgeholt werden.

Solidaritätsbekundung aus dem Partizipationsbüro Friedrichshain-Kreuzberg

Weltweit sind Menschen von Kriegen, militärischer Gewalt, politischer Verfolgung und humanitären Krisen betroffen. In der öffentlichen Wahrnehmung sind aktuell Syrien, die Ukraine und der Iran präsent, dazu gibt es viele andere Orte, über die nicht berichtet wird. Allen gemein ist aber, Menschen erleben Gewalt, sie verlieren ihr Zuhause, Angehörige werden verletzt oder getötet, Lebensgrundlagen brechen weg und Zukunftspläne werden prekär. Angst, Trauer und permanente Unsicherheit prägen für viele den Alltag – oft über lange Zeiträume hinweg und ohne absehbares Ende.

Diese globalen Krisen, menschengemachte Unterdrückung, Gewalt und vermeintlich legitimierte Tötungen sind nicht fern. Sie wirken hier bei uns weiter: in den Gedanken, Gefühlen und Lebensrealitäten vieler Menschen in unserem Bezirk, die familiäre, freundschaftliche oder biografische Verbindungen zu den betroffenen Regionen haben. Was für viele Menschen abstrakte Nachrichten sind, bedeutet für andere Angst um ihre Eltern, Geschwister, Kinder und das tägliche Leben mit dieser Sorge mitten unter uns. Das Gefühl von Ohnmacht, ständige Anspannung oder Trauer begleiten den Alltag – zusätzlich zu Arbeit, Ausbildung, Care-Arbeit oder Erfahrungen von Diskriminierung.

Diese Belastungen bleiben in Öffentlichkeit und Institutionen häufig unsichtbar. Wir sehen, dass sie real und Teil des Lebens vieler Menschen auch in Friedrichshain-Kreuzberg sind. Die unterschiedlichen Erfahrungen, Perspektiven und Geschichten prägen unseren Bezirk.

Im Partizipationsbüro begegnen wir diesen Realitäten täglich in Gesprächen, Begegnungen und gemeinsamen Prozessen. Mit dieser Solidaritätsbekundung möchten wir sichtbar machen: Ihr seid nicht allein. Eure Sorgen, eure Trauer und eure Hoffnungen haben hier Raum.

Unser Mitgefühl und unsere Solidarität gilt allen, die von globalen Krisen betroffen sind – hier wie anderswo.

Auch auf Worte kommt es an: Für Respekt und Menschenwürde in der aktuellen Debatte

In jüngster Zeit haben öffentliche Aussagen erneut deutlich gemacht, wie verletzend und spaltend Formulierungen wirken können, die einzelne Gruppen abwerten und/ oder ihre Zugehörigkeit in Frage stellen. Diese Äußerungen treffen viele Menschen direkt und verstärken bestehende Ausschlüsse und gesellschaftliche Spannungen.

Wir nehmen die dadurch ausgelösten Verletzungen, Irritationen und Sorgen wahr – sowohl von den betroffenen Communities als auch aus der breiteren Bezirksgesellschaft. Als Partizipationsbüro begegnen wir ihnen mit einer klaren Haltung: Wir stehen für die Anerkennung der Menschenwürde aller Menschen und für ein solidarisches Zusammenleben.

Besondere Verantwortung öffentlicher Personen und Institutionen:

Menschen in öffentlichen Ämtern tragen eine besondere Verantwortung für die Sprache, die sie verwenden, und für die Wirkung, die ihre Worte entfalten. Öffentliche Aussagen haben immer Einfluss auf das gesellschaftliche Klima und auf das Vertrauen in demokratische Institutionen.

Als empfangende und beratende Stelle erleben wir unmittelbar, wie sich abwertende oder pauschalisierende Äußerungen auf das Sicherheitsgefühl und das Vertrauen der Menschen auswirken.

Das Partizipationsbüro versteht sich u.a. als Partner, der aufmerksam begleitet, stärkt und Räume eröffnet, in denen alle Menschen mit Respekt agieren können – würdeorientiert und diskriminierungskritisch.

Friedrichshain-Kreuzberg ist ein Bezirk, der durch Vielfalt, Engagement und ein starkes demokratisches Selbstverständnis geprägt ist. Diese Qualitäten wollen wir schützen und weiter stärken.

Die aktuelle Debatte zeigt erneut: Ein respektvolles Miteinander ist eine gemeinsame Aufgabe.

Umso mehr appellieren wir an alle Verantwortungsträger*innen ihrer besonderen Rolle gerecht zu werden und aktiv zu einem Klima des gegenseitigen Respekts beizutragen.

Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg

Team Partizipationsbüro