Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners (EPS) stellt den Bezirk Tempelhof-Schöneberg – sowie auch alle anderen elf Berliner Bezirke – zurzeit vor große Herausforderungen.
Sowohl personell als auch finanziell befindet sich der Fachbereich Grünflächen des Straßen- und Grünflächenamtes, der für die Bekämpfung zuständig ist, an seiner Kapazitätsgrenze.
Vor diesem Hintergrund kann aktuell nur die Behandlung von Eichen mit sehr starkem Gefahrenpotenzial priorisiert werden. Dazu zählen zum Beispiel befallene Eichen:
- in stark frequentierten Bereichen – dazu gehören Spielplätze, Schulen, Kitas, Sportplätze, Friedhöfe und Parkanlagen mit viel besuchten Wegen,
- direkt an Bushaltestellen und Ampelbereichen,
- mit größeren Nestern oder herabfallendem Nestmaterial,
- mit flächendeckendem Befall,
- mit Prozessionen, die über Wege führen.
Die Nester mit den Raupen werden dann abgesaugt. Zudem werden Gefahrenstellen in den genannten Bereichen abgesperrt. Eine weitere Maßnahme ist die Ausbringung von geeigneten Pflanzenschutzschutzmitteln mittels Bioziden (chemische Maßnahme) und Nematoden (biologische Maßnahme). Für diese Maßnahme steht jedoch nur ein relativ kurzes Zeitfenster im Frühjahr zur Verfügung, da die Behandlung nur in den frühen Larvenstadien (bis einschließlich des dritten Larvenstadiums) eine ausreichende Wirksamkeit erzielt.
Sie haben einen EPS-Befall im öffentlichen Raum (ausgenommen Wälder) beobachtet?
Dann melden Sie diesen gerne an die E-Mail-Adresse EPS@ba-ts.berlin.de. Die Kolleg_innen prüfen die Situation vor Ort und entscheiden, ob Maßnahmen erforderlich sind bzw. nach welcher Priorität sie behandelt werden. Dies ist wiederum von dem jeweiligen Gefahrenpotenzial des Befalls anhängig.
Bezirksstadträtin Dr. Saskia Ellenbeck:
„In diesen Wochen erleben wir leider eine massive Ausbreitung des Eichenprozessionsspinner, der eine Belastung für die Bürger_innen im Bezirk darstellt. Das Bezirksamt ist mit allen verfügbaren Ressourcen im Einsatz, um die Gefahr zu begrenzen und sensible Orte zugänglich zu halten. Mein besonderer Dank gilt allen zuständigen Kolleg_innen für Ihren besonderen Einsatz! Die Entwicklungen in den Bezirken zeigen deutlich, für dieses Problem braucht es eine gesamtstädtische Strategie. Einheitliche Regelungen, Informationen und zusätzliche Ressourcen müssen dafür vom Senat bereitgestellt werden.“