Der durch das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen ausgelobte nichtoffene Realisierungswettbewerb „Haus der Jugend Südkreuz“ wurde nach eintägiger Sitzung des Preisgerichts am 21. Mai 2026 entschieden.
Das Haus der Jugend soll künftig unter anderem den derzeit nur temporär untergebrachten Jugendeinrichtungen Drugstore und Potse eine dauerhafte Heimat bieten. Die beiden Kollektive, deren Geschichte bis in die 1970er-Jahre zurückreicht, zählen zu den ältesten selbstverwalteten Jugendzentren Berlins. Darüber hinaus wird ein weiterer Träger Bildungsangebote bereitstellen, insbesondere zur Unterstützung beim Erwerb von Schulabschlüssen nach dem Ende der regulären Schulpflicht.
Unter dem Vorsitz der Architektin Jórunn Ragnarsdóttir prämierte das Preisgericht einstimmig den Entwurf von Max Hacke, büro hacke, Berlin, mit dem 1. Preis. Zwei weitere Preise sowie eine Anerkennung wurden zudem vergeben.
Die Jury würdigt die klare städtebauliche Setzung mit einem kompakten zweigeschossigen Baukörper. Großzügige Freiflächen sowie Fassaden- und Dachbegrünung leisten einen positiven Beitrag zum Stadtklima. Die Eingänge und die Orientierung über den zentralen Innenhof sind gut gelöst und fördern Begegnung sowie Barrierefreiheit.
Positiv bewertet werden außerdem die klar strukturierten Grundrisse, die funktionale Trennung der Nutzungen und die robuste Materialwahl mit wiederverwendeten Baustoffen. Das Zusammenspiel aus Innenhof, Konstruktion und Begrünung schafft ein eigenständiges und identitätsstiftendes Erscheinungsbild. Insgesamt bietet der Entwurf eine überzeugende und überraschend einfache Lösung der komplexen Aufgabe.
Bezirksstadtrat für Jugend und Gesundheit Oliver Schworck:
„Mit dem erfolgreichen Abschluss des Wettbewerbs haben wir hervorragende Ergebnisse erzielt, gerade auch bezüglich der Ideen zur Umsetzung des Lärmschutzes. Vielfältige Entwürfe wurden eingereicht. Mit dem Erstplatzierten können wir nun in die nächste Planungsphase einsteigen. Wir freuen uns auf ein spannendes Projekt und darüber, im neuen Haus der Jugend zukünftig einen kreativen und außergewöhnlichen Ort für die Jugendarbeit und die Kollektive Potse und Drugstore anbieten zu können.“
Preisgerichtsvorsitzende Jórunn Ragnarsdóttir:
„Die Aufgabe, ein Jugendzentrum für zwei Kollektive zu entwerfen, ist eine ganz besondere Herausforderung, weil es keine Vorbilder gibt. In einer gemeinsamen intensiven Diskussion hat sich herausgeschält, welche Räumlichkeiten den Kollektiven Potse und Drugstore entsprechen. Zusammen ist es uns gelungen eine Entscheidung zu treffen, die allen Belangen der jungen Menschen entspricht. Das Haus ist funktional, einladend und schön. Es sendet ein positives Signal in die Welt und offenbart unser Vertrauen in die junge Generation.“