Siegerentwurf für Haus der Jugend am Südkreuz in Tempelhof-Schöneberg liegt vor

Pressemitteilung Nr. 221 vom 04.06.2026

Der durch das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen ausgelobte nichtoffene Realisierungswettbewerb „Haus der Jugend Südkreuz“ wurde nach eintägiger Sitzung des Preisgerichts am 21. Mai 2026 entschieden.

Das Haus der Jugend soll künftig unter anderem den derzeit nur temporär untergebrachten Jugendeinrichtungen Drugstore und Potse eine dauerhafte Heimat bieten. Die beiden Kollektive, deren Geschichte bis in die 1970er-Jahre zurückreicht, zählen zu den ältesten selbstverwalteten Jugendzentren Berlins. Darüber hinaus wird ein weiterer Träger Bildungsangebote bereitstellen, insbesondere zur Unterstützung beim Erwerb von Schulabschlüssen nach dem Ende der regulären Schulpflicht.

Unter dem Vorsitz der Architektin Jórunn Ragnarsdóttir prämierte das Preisgericht einstimmig den Entwurf von Max Hacke, büro hacke, Berlin, mit dem 1. Preis. Zwei weitere Preise sowie eine Anerkennung wurden zudem vergeben.

Die Jury würdigt die klare städtebauliche Setzung mit einem kompakten zweigeschossigen Baukörper. Großzügige Freiflächen sowie Fassaden- und Dachbegrünung leisten einen positiven Beitrag zum Stadtklima. Die Eingänge und die Orientierung über den zentralen Innenhof sind gut gelöst und fördern Begegnung sowie Barrierefreiheit.

Positiv bewertet werden außerdem die klar strukturierten Grundrisse, die funktionale Trennung der Nutzungen und die robuste Materialwahl mit wiederverwendeten Baustoffen. Das Zusammenspiel aus Innenhof, Konstruktion und Begrünung schafft ein eigenständiges und identitätsstiftendes Erscheinungsbild. Insgesamt bietet der Entwurf eine überzeugende und überraschend einfache Lösung der komplexen Aufgabe.

Bezirksstadtrat für Jugend und Gesundheit Oliver Schworck:
„Mit dem erfolgreichen Abschluss des Wettbewerbs haben wir hervorragende Ergebnisse erzielt, gerade auch bezüglich der Ideen zur Umsetzung des Lärmschutzes. Vielfältige Entwürfe wurden eingereicht. Mit dem Erstplatzierten können wir nun in die nächste Planungsphase einsteigen. Wir freuen uns auf ein spannendes Projekt und darüber, im neuen Haus der Jugend zukünftig einen kreativen und außergewöhnlichen Ort für die Jugendarbeit und die Kollektive Potse und Drugstore anbieten zu können.“

Preisgerichtsvorsitzende Jórunn Ragnarsdóttir:
„Die Aufgabe, ein Jugendzentrum für zwei Kollektive zu entwerfen, ist eine ganz besondere Herausforderung, weil es keine Vorbilder gibt. In einer gemeinsamen intensiven Diskussion hat sich herausgeschält, welche Räumlichkeiten den Kollektiven Potse und Drugstore entsprechen. Zusammen ist es uns gelungen eine Entscheidung zu treffen, die allen Belangen der jungen Menschen entspricht. Das Haus ist funktional, einladend und schön. Es sendet ein positives Signal in die Welt und offenbart unser Vertrauen in die junge Generation.“

Aufgabe und Verfahren

Der hochbauliche Realisierungswettbewerb wurde durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen in enger Abstimmung mit und in Amtshilfe für den Bezirk Tempelhof-Schöneberg von Berlin europaweit ausgelobt. In einem vorgeschalteten Teilnahmewettbewerb wurden aus 158 eingereichten Bewerbungen zehn Planungsteams für die Teilnahme am Wettbewerb ausgewählt.

Ein besonderer Fokus der Planungsaufgabe lag in der Konzeption von Aneignungsmöglichkeiten durch die Nutzer_innen sowie in der Entwicklung intelligenter Konzepte zur Reduzierung von Lärmemissionen, um Lärmkonflikte – auch im öffentlichen Raum – zu minimieren und die angrenzenden Wohnnutzungen sowie die Kleingartenkolonie im Süden zu schützen.

Das Haus der Jugend wird am Werner-Voß-Damm 47 in Tempelhof-Schöneberg errichtet. Das unbebaute Grundstück mit einer Fläche von 1.188 Quadratmetern ist aufgrund seiner innerstädtischen Lage in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Südkreuz hervorragend erschlossen.

Das umzusetzende Raumprogramm umfasst eine Nutzungsfläche (NUF) von rund 800 Quadratmetern und setzt sich aus Veranstaltungsräumen, Büros, Seminarräumen, einer Bibliothek, Proberäumen und einer Werkstatt zusammen. Der Kostenrahmen beträgt 7.174.000 Euro. Das Baugrundstück befindet sich im Fördergebiet Schöneberg-Südkreuz des Förderprogramms „Nachhaltige Erneuerung“ und soll zu 75 Prozent aus Mitteln der Städtebauförderung finanziert werden, 25 Prozent der Kosten trägt das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg. Die Fertigstellung ist für 2030 geplant.

Ergebnis

Folgende Arbeiten wurden nach ausführlicher und intensiver Diskussion durch die Wettbewerbsjury mit Preisen ausgezeichnet:

  • 1. Preis: 16.000 Euro
    Architekt_innen: Max Hacke, büro hacke, Berlin
  • 2. Preis: 10.000 Euro
    Architekt_innen: Demo Working Group Architekten-Partnerschaft mbH, Panzer, Hoffmann, Pofahl, Köln
  • 3. Preis: 6.000 Euro
    Architekt_innen: Kim Nalleweg Architekt*innen, Berlin
  • Anerkennung: 3.750 Euro
    Architekt_innen: Vécsey*Schmidt Architekt*innen, Basel

Bild- und Fotomaterial

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Öffentliche Ausstellung

Die Wettbewerbsarbeiten werden vom 11. Juni bis 25. Juni 2026 im CHECK-IN im Flughafen Tempelhof ausgestellt. Die Ausstellungseröffnung findet am 10. Juni 2026 um 18:00 Uhr statt.

Weitere Informationen zum Wettbewerb finden Sie auf der Internetseite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen.