Der Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße, eine Einrichtung der Museen Tempelhof-Schöneberg des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg, ist mit einem Beitrag im neu erschienenen Sammelband „Durchsetzung der Diktatur. Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus“ vertreten.
Ab 1933 entstanden im Deutschen Reich mehr als 100 frühe Konzentrationslager, in denen das NS-Regime massenhaft Inhaftierungen und systematische Gewaltpraktiken erprobte. Für viele Häftlinge war die Haft in diesen frühen Lagern der Beginn jahrelanger Verfolgung. Der Sammelband unterstreicht die zentrale Rolle dieser Orte für die Etablierung der nationalsozialistischen Diktatur und zeigt zugleich, wie stark ihre Bedeutung bis heute in der öffentlichen Wahrnehmung unterschätzt wird.
Die Museen Tempelhof-Schöneberg gehören mit dem Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße der Arbeitsgemeinschaft „Gedenkstätten an Orten früher Konzentrationslager“ an, in der heute 19 Einrichtungen aus zwölf Bundesländern zusammenarbeiten, um die Geschichte dieser Lager in Öffentlichkeit und Forschung sichtbarer zu machen. Im Sammelband stellen sie die Geschichten der jeweiligen Orte dar, ergänzt von zwei Rahmenbeiträgen über die Rolle der frühen Lager im Nationalsozialismus und deren spätere Erinnerungsgeschichte in Ost- und Westdeutschland.
Unter dem Titel „Dunkel, Kalt, Fäulnis“ – Das SA-Gefängnis Papestraße: Ein frühes Konzentrationslager in Berlin stellen Hanna Feesche und Dr. Irene von Götz die Forschungsergebnisse zur Geschichte des SA-Gefängnisses vor und ordnen sie in den Kontext der frühen nationalsozialistischen Lager ein.