Drucksache - DS/1576/V  

 
 
Betreff: Hissen der Trans*-Flagge zum Transgender Day of Visibility (31. März) und am International Transgender Day of Remembrance (20. November)
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:B'90/Die GrünenVorsteherin
Verfasser:Striebel, PascalJaath, Kristine
Drucksache-Art:AntragBeschluss
Beratungsfolge:
BVV Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin Vorberatung
26.02.2020 
Öffentliche Sitzung der BVV Friedrichshain-Kreuzberg (BVV) ohne Änderungen in der BVV beschlossen   

Beschlussvorschlag
Anlagen:
Antrag_Hissen Trans-Flagge  

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

 

Das Bezirksamt wird beauftragt, jährlich am 31. März sowie am 20. November an den Rathaus-Gebäuden in Friedrichshain und Kreuzberg die Trans*-Flagge zu hissen und damit den Transgender Day of Visibility sowie den Transgender Day of Remembrance zu begehen.


Nach Möglichkeit soll die Flagge öffentlich mit Vertreter*innen des Bezirks und aus der Community gehisst werden.

 

 

Begründung:

 

Der Transgender Day of Remembrance (auf Deutsch Gedenktag für die Opfer von Transphobie“) wird jährlich am 20. November begangen. Es ist ein internationaler Gedenktag, an dem seit 1998 an die Opfer Transphober Gewalt erinnert wird. Transgeschlechtlich zu sein ist noch immer mit einem erhöhten Risiko verbunden, eines nicht-natürlichen Todes zu sterben: Durch Gewalt auf offener Straße, in der Familie oder auch durch Suizide als Folge von Ausgrenzung und Mobbing. Weltweit auch in Berlin, auch in Friedrichshain-Kreuzberg.

Die Zahl der Straf- und Gewalttaten gegen LSBTIQ in Deutschland ist stark gestiegen. Deutschlandweit verzeichnet die Bundesregierung 2019 mindestens 564 politisch motivierte Straftaten aufgrund der sexuellen Orientierung, darunter 147 Gewalttaten. In Berlin verzeichnete die Polizei von Januar bis Oktober 2019 insgesamt 261 Fälle von Hasskriminalität gegen die sexuelle Orientierung beziehungsweise gegen die geschlechtliche Identität, im Vorjahreszeitraum waren es rund 80 Fälle weniger.

Der Transgender Day of Remembrance wird in über 185 Städten in über 20 Ländern begangen. In Berlin wird die Trans* Flagge etwa an der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung sowie dem Rathaus Köpenick gehisst.

 

Den Transgender Day of Visibility (auf Deutsch etwa „Tag für die Sichtbarkeit von Trans* Menschen“) gibt es seit 2009. Er entstand als Rektion darauf, dass es kaum öffentliches Bewusstsein und Anerkennung für die Belange transgeschlechtlicher Menschen gibt mit Ausnahme des Gedenktages für die Opfer transphober Gewalt.

Der Trangender Day of Visibility soll einerseits dazu dienen, Transgeschlechtlichkeit und transgeschlechtliches Leben sichtbar zu machen und andererseits soll auch darauf aufmerksam gemacht werden, dass weltweit transgeschlechtliche Menschen noch immer vielfach diskriminiert, angegriffen, verfolgt und sogar ermordet werden, weil sie ein selbstbestimmtes Leben entsprechend ihrer geschlechtlichen Identität führen wollten.

Zum Trans* Day of Visibility wird etwa am Rathaus Schöneberg die Trans* Flagge gehisst.

 

Zur Trans*-Flagge: Die hellblauen, bzw. rosafarbenen Streifen symbolisieren die klassischen Geschlechterollen, nämlich hellblau für männlich und rosa für weiblich. Der weiße Streifen symbolisiert Intersexuelle, trans* Menschen oder Menschen, die sich bewusst nicht nach dem zweigeschlechtlichen System definieren wollen.

 

Bild: By SVG file Dlloyd based on Monica Helms design - Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=530503

 

 

BVV 26.02.2020

Die Bezirksverordnetenversammlung beschließt:

 

Das Bezirksamt wird beauftragt, jährlich am 31. März sowie am 20. November an den Rathaus-Gebäuden in Friedrichshain und Kreuzberg die Trans*-Flagge zu hissen und damit den Transgender Day of Visibility sowie den Transgender Day of Remembrance zu begehen.


Nach Möglichkeit soll die Flagge öffentlich mit Vertreter*innen des Bezirks und aus der Community gehisst werden.

 

 
 

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