Drucksache - DS/1550/V  

 
 
Betreff: Kein funktionierendes Postwesen mehr im Kiez?
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:B'90/Die GrünenAusschuss WiOEB
Verfasser:Gärtner, TainaHusein, Timur
Drucksache-Art:AntragBeschlussempfehlung
Beratungsfolge:
BVV Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin Vorberatung
29.01.2020           
Ausschuss für Wirtschaft und Ordnungsamt, Eingaben und Beschwerden Vorberatung
18.02.2020 
Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Ordnungsamt, Eingaben und Beschwerden (WiOEB) mit Änderungen im Ausschuss beschlossen   
BVV Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin Entscheidung
26.02.2020 
Öffentliche Sitzung der BVV Friedrichshain-Kreuzberg (BVV)      

Beschlussvorschlag
Anlagen:
Antrag zur DS/1550/V  

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

 

Das Bezirksamt wird beauftragt, mit den Zuständigen der Post bzw der DHL Gespräche zu führen, wie die Situation im ehemaligen Ortsteil und Postbezirk Kreuzberg 36 erheblich verbessert und ein funktionierendes Zustellsystem wieder erreicht werden kann.

 

Inhalt der Gespräche sollten folgende Punkte sein:

 

-verlässliche Zustellung nach dem Wohnortprinzip.

 

-Zustellung von Benachrichtigungen, wohin Sendungen verbracht werden.

 

-wahrheitsgemäße Angaben auf Zustellbenachrichtigungen bezüglich Abgabeort und frühester Abholzeit.

 

-eine funktionierende Hotline, wo Empfänger*innen transparent über den Verbleib ihrer Sendungen informiert werden, bis es wieder ein verlässliches Postwesen gibt, sowie klare Verantwortlichkeiten bei Sendungsverlust.

 

-eine Ausweitung der Ersatzfilialen, so dass niemand mehr unangemessen lang auf der Straße anstehen muss.

 

-barrierefreie Ersatzfilialen mit Sitzmöglichkeiten für Menschen mit Beeinträchtigungen.

 

-der Komplexität entsprechende Schulungen der postfremden Mitarbeiter*innen in den „Spätifilialen“.

 

 

Begründung:

 

Seit der Schließung der beiden Postfilialen in der Skalitzer- und Ritterstraße gibt es keine adäquate Ersatzstruktur: Ein Großteil aller Sendungen soll in der „Postfiliale“ Späti Deluxe in der Wrangelstraße 86 abgeholt werden, unabhängig vom tatsächlichen Wohnort der Empfänger*innen und der Existenz weiterer Späti-“Postfilialen“, welche wohnortnäher sind.

Tatsächlich treffen viele Sendungen dort aber nicht ein und die Mitarbeiter können keine Auskünfte darüber erteilen, wohin die Sendungen tatsächlich verbracht werden. Das betrifft sowohl unversicherte Sendungen wie auch versicherte Pakete.

 

In der Abendschau und auf Radio Eins wurde ausführlich darüber berichtet, dass die Kund*innen lange Wartezeiten im Freien über sich ergehen lassen müssen, dieses häufig sogar mehrfach, da Sendungen zur angegebenen Abholzeit schlichtweg nicht dort sind, bzw nie wieder auftauchen.

Individuelle Lösungen, welche zuvor jahrelang problemlos funktionierten, wie Abgabe beim Nachbarn, Abgabe beim Späti um die Ecke, scheinen nicht mehr angestrebt zu werden, was die jetzige Misere noch unnötig verschärft! Zudem berichten viele Bürger*innen, dass sie tatsächlich zuhause waren, und es trotzdem keine Zustellversuche gab.

 

Es ist den Menschen im Bezirk nicht zuzumuten, dass der Erhalt von Sendungen zum Glücksspiel geworden ist und sich niemand für unnötige Strapazen und Sendungsverluste verantwortlich fühlt.

Das Postwesen gehört zur Daseinsvorsorge und sollte dementsprechend zuverlässig, vertrauensvoll und transparent organisiert sein. Wenn die Post ihre Immobilien veräert, muss sie nachhaltige, funktionierende, transparente und vertrauenswürdige Ersatzstrukturen schaffen, um die Bürger*innen weiterhin bestmöglich zu bedienen, welche für die zu erbringenden Leistungen schließlich auch bezahlen.

 

Der BVV ist zur Märzsitzung darüber zu berichten.

 

 

BVV 29.01.2020

Die Bezirksverordnetenversammlung beschließt:

 

Überweisung: Ausschuss für Wirtschaft und Ordnungsamt, Eingaben und Beschwerden

 

 

WiO 18.02.2020

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

 

Das Bezirksamt wird beauftragt, mit den Zuständigen der Post bzw der DHL Gespräche zu führen, wie die Situation zunächst im ehemaligen Ortsteil und Postbezirk Kreuzberg 36 erheblich verbessert und ein funktionierendes Zustellsystem wieder erreicht werden kann.

 

Inhalt der Gespräche sollten folgende Punkte sein:

 

-verlässliche Zustellung nach dem Wohnortprinzip.

 

-Zustellung von Benachrichtigungen, wohin Sendungen verbracht werden.

 

-wahrheitsgemäße Angaben auf Zustellbenachrichtigungen bezüglich Abgabeort und frühester Abholzeit.

 

-eine funktionierende Hotline, wo Empfänger*innen transparent über den Verbleib ihrer Sendungen informiert werden, bis es wieder ein verlässliches Postwesen gibt, sowie klare Verantwortlichkeiten bei Sendungsverlust.

 

-eine Ausweitung der Ersatzfilialen, so dass niemand mehr unangemessen lang auf der Straße anstehen muss.

 

-barrierefreie Ersatzfilialen mit Sitzmöglichkeiten für Menschen mit Beeinträchtigungen.

 

-der Komplexität entsprechende Schulungen der postfremden Mitarbeiter*innen in den „Spätifilialen“.

 

 

 
 

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