Drucksache - DS/0051/V  

 
 
Betreff: Integrationslots*innen im Bezirk
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:B'90/Die GrünenB'90/Die Grünen
Verfasser:Lenk, Dr. WolfgangLenk, Wolfgang
Drucksache-Art:Mündliche AnfrageMündliche Anfrage
Beratungsfolge:
BVV Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin Entscheidung
11.01.2017 
Öffentliche Sitzung der BVV Friedrichshain-Kreuzberg (BVV) beantwortet   

Beschlussvorschlag

Ich frage das Bezirksamt:

 

  1. Wie viele Integrationslots*innen sind zur Zeit mit welchem Stundenvolumen im Bezirk tätig? (Bitte nach den Bereichen a. Frühe Bildung, Erziehung und gesundem Aufwachsen, b. interkulturelle Familienbegleitung und c. Begleitung von Geflüchteten darstellen)
     
  2. Konnten weitere Integrationslots*innen speziell für Geflüchtete im vergangenen Jahr (Bezug zur DS/1924/IV) eingestellt werden?
     
  3. Plant das Bezirksamt angesichts der Nachfrage an KiTas, in Familienzentren und Willkommensklassen sowie im Netzwerk der frühen Hilfen eine Aufstockung des Einsatzes von Stadtteilmüttern?

 

Nachfrage:
 

  1. Zu welchen Ergebnissen ist die Arbeitsgruppe SPI/Senat zur Entwicklung eines Berufsbildes "Integrationslots*in", mit dem das Lotsenprogramm neben der befristeten Beschäftigung vermehrt auf stabile Beschäftigungsverhältnisse umgestellt werden kann, gekommen?

 

 

Beantwortung: BzBmin Frau Herrmann

 

zu Frage 1: Im Januar 2017 sind 8 Integrationslots*innen im Bereich der frühen Bildung im Profil der Stadtteilmütter tätig. Davon sind 7 Integrationslots*innen mit einem Stundenumfang von 30 Stunden pro Woche, eine Integrationslotsin mit 39,5 Stunden pro Woche. Dazu kommt eine Koordinatorin mit 29,25 Stunden pro Woche.

Darüber hinaus sind 4 Integrationslots*innenr geflüchtete Menschen zuständig, eine Frau und drei Männer. Einer der Männer arbeitet mit 35 Stunden pro Woche, die anderen Lotsen sind mit 30 Stunden beschäftigt.

 

zu Frage 2: Von den 4 Integrationslots*innenr die Begleitung geflüchteter Menschen pro 4 Flüchtlingslots*innen haben 2 Integrationslots*innen im September 2016 ihre Arbeit aufgenommen. Das Projekt ist somit erweitert worden. Dazu kommt eine Koordinatorin mit 9,75 Stunden, die das Projekt betreut.

 

zu Frage 3: In Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk Berlin Stadtmitte wurde ein Antrag zur Förderung der Erweiterung des Stadtteilmütterprojektes aus dem Programm Zukunftsinitiative Stadtteil II, ZIS II, Teilprogramm soziale Stadt gestellt. Ich gebe Dir das nachher. Dieser Antrag wurde bewilligt. Somit können bis zu 20 Stadtteilmütter neu qualifiziert werden. Gleichzeitig konnte eine entsprechende Arbeitsfördermaßnahme in Abstimmung mit dem Jobcenter beantragt werden, die gleichermaßen bewilligt wurde und somit auch die Finanzierung des Einsatzes der Stadtteilmütter gewährleistet.

 

zu Nachfrage 1: Seit einem Jahr läuft ein Abstimmungsprozess und damit beantworte ich letztendlich auch die Frage davor. Seit einem Jahr läuft ein Abstimmungsprozess zwischen den Senatsverwaltungen für Integration und Bildung. Es gab ein großes Interesse insbesondere seitens der Träger, ein Berufsbild zu schaffen. Es gibt ein eindeutiges Votum für die Initiierung eines Berufsbildes. Um die Voraussetzung zu schaffen, dass qualifizierte interkulturelle Familienbegleiter*innen und Stadtteilmütter und -väter die pädagogische Arbeit in Kitas und Familienzentren ergänzen können, wie wir das im Koalitionsvertrag vereinbart haben, ist aber auch eine Aufstockung der Mittel für die Familienförderung notwendig und gegebenenfalls eine Erweiterung des Kita-Kostenblatts.

Um verschiedenen Personengruppen einen Zugang zu gewährleisten, soll dieses Berufsbild dreistufig angelegt werden und verschiedene Zugangsvoraussetzungen sind vorgesehen. Das Modell soll für verschiedene Fördermöglichkeiten und für verschiedene Zielgruppen differenziert werden und auch die Anrechnung bereits bestehender Kompetenzen ermöglichen. Die Abstimmung, wie weiter damit verfahren werden soll, läuft derzeit hausintern in der Senatsverwaltung für Arbeit und Integration.

Eine Anmerkung sei mir erlaubt: Die derzeitig tätigen Integrationslots*innen und Stadtteilmütter sind jetzt im dritten Beschäftigungsjahr über das Landesrahmenprogramm der Senatsverwaltung finanziert. Zum Ende des Jahres 2017 läuft diese Finanzierung aus. Wenn es nicht gelingt, bis dahin berlinweit tragfähige Finanzierungsmodelle zu entwickeln, gehen uns die erfahrensten und kompetentesten Stadtteilmütter und Lots*innen und vor allen Dingen die Stadtteilmütter im Bereich der frühen Bildung verloren.

Die hausinterne Abstimmung, die läuft, das habe ich ja eben auch gesagt, die läuft auch schon länger und ich gehe davon aus, dass der Prozess ein wenig beschleunigt wird, und zwar auch in dem Sinne, wie die Fragen ja auch unterstellen, dadurch, dass wir tatsächlich auch eine neue Senatorin haben, da bin ich mir sicher, dass die da noch mal ein anderes Interesse hat und wir dann endlich einen Schritt weiterkommen. Und ich hoffe, dass wir in der Bildungsverwaltung zukünftig auch etwas schneller zum Ergebnis kommen. Dankeschön.

 

 

 

 
 

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