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Mahnwache zur Erinnerung der Opfer rassistischer Gewalt

Mahnwache zur Erinnerung der Opfer rassistischer Gewalt
Mahnwache zur Erinnerung der Opfer rassistischer Gewalt
Bild: BA F-K

Anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus fand am Freitag, den 19. März 2021 am Frankfurter Tor eine Mahnwache zur Erinnerung der Opfer rassistischer Gewalt statt. Es beteiligten sich Vertreter*innen des Beirats Integration und Migration des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg sowie die Bezirksbürgermeisterin Monika Hermann und zahlreiche Menschen aus migrantischen Selbstorganisationen. Die Zahlen rechtsextremistischer, rassistischer, antisemitischer, LGBTIQ* feindlicher Aktivitäten sowie rechtsmotivierte Vorfälle im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat sich 2020 im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Nähere Informationen dazu auf der Webseite der Registerstelle Friedrichshain-Kreuzberg. Menschen mit Migrations-, Flucht- und Zuwanderungsgeschichten sind von alltags- und vor allem strukturellem Rassismus u.a. bei der Polizei, öffentlichen Einrichtungen wie Kitas, Schulen und auch in der Verwaltung betroffen. Neben der Aufklärung, setzt der Bezirk als Zeichen des Einsatzes gegen Rassismus und für Vielfalt ein Info-Banner am Dienstgebäude in der Yorckstraße sowie auf fünf LED-Anlagen im Friedrichshain.

Redebeiträge der Teilnehmenden (auszugsweise)

Registerstelle Friedrichshain-Kreuzberg:
„Racial Profiling bezeichnet ein auf Stereotypen und äußerlichen Merkmalen basierendes Agieren von Polizei-, Sicherheits-, Einwanderungs- und Zollbeamten, nach dem eine Person anhand von Kriterien wie „Rasse“, ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder nationaler Herkunft als verdächtig eingeschätzt wird und nicht anhand von konkreten Verdachtsmomenten. Überwiegend betroffen sind schwarze Menschen. Racial Profiling ist purer Rassismus. Racial Profiling existiert seit vielen, vielen Jahren und es ist wichtig und richtig, dass dieser strukturelle Rassismus immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerät.“

Asyl in der Kirche Berlin-Brandenburg e.V.:
„Lasst uns aufstehen gegen diesen Satz „So ist das in Deutschland!“ – Wir wehren uns gemeinsam gegen dieses „So ist das!“ […] Wir kämpfen kreativ und mutig für eine Gesellschaft, in der alle, die mitmachen und mitgestalten wollen, Platz haben. Wir kämpfen gegen den Rassismus mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln. Lass uns gemeinsam die Demokratie kreativ und mitgestalten und sie dann schützen.“

Südosteuropa Kultur e. V.:
„Das so ersehnte Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma steht im Wege einer S-Bahn Trasse, die die Erinnerung an das Leiden unserer Mitmenschen in eine blinde Verkehrsmobilität umgewandelt werden soll. Dass überhaupt ein solches Symbol gleich wieder zerstört werden soll, bleibt eine Seltenheit, wenn nicht ein Präzedenzfall. Das ist unser Wunsch zum 25. Jubiläumsjahr der Internationalen Woche gegen Rassismus: dass unser Denkmal unberührt bleibt! Denn was wäre in Deutschland die Erinnerungskultur an und die ungeschriebene Geschichte der Sinti und Roma ohne dieses Denkmal? Was wären denn Rechte ohne Menschen und Menschen ohne Rechte?“

Polnischer Sozialrat e.V:
„Es gibt aber auch, vor allem diese Mikrodiskriminierungen, beiläufige Rassismen, über die man sich keine Gedanken macht. Denen wir alle hier auch schuldig sind. Und mit solchen unbemerkten Kleinigkeiten fängt ja oft alles an. Es ist wichtig, besonders bei solchen Gelegenheiten wie die heutige, sich doch ein bisschen Gedanken drüber zu machen.“

Yekmal e. V.
„Beim strukturellen Rassismus geht es nicht um eine Interaktion zwischen zwei Individuen, sondern um eine rassistische innere Ordnung, Gliederung und Entscheidungsabläufe. Es handelt sich also um institutionalisierte Vorgänge und Routinen, die so ausgestaltet sind, dass überdurchschnittlich und regelmäßig Schwarze Menschen und PoC benachteiligt werden. Solche gesellschaftlich akzeptierten Abläufe und Vorgänge gibt es zum Beispiel im Schulsystem, in der Wissenschaft, im Gesundheitswesen, der Polizei und in der parlamentarischen Gesetzgebung.“