Auszug - Unterbringung und soziale Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten im Bezirk Gast: Frau Jennifer Matthiessen, Leiterin einer Aufnahmeeinrichtung UMF Kreuzberg, Die Johanniter e.V.  

 
 
Öffentliche Sitzung des Integrationsausschusses - Ausschuss für Migration, Teilhabe und Chancengleichheit
TOP: Ö 2
Gremium: Integrationsausschuss - Ausschuss für Migration, Teilhabe und Chancengleichheit Beschlussart: erledigt
Datum: Mi, 20.04.2016 Status: öffentlich
Zeit: 18:00 - 19:25 Anlass: ordentliche Sitzung
Raum: Sitzungssaal 1053
Ort: Yorckstr. 4-11
 
Wortprotokoll

Frau Matthiessen, Leiterin der von der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. betriebenen Unterkunft für minderjährige Flüchtlinge in der Müllenhoffstraße, berichtet zur Arbeit in der Einrichtung:

 

-          In der Unterkunft leben zurzeit 59 Jungen. Aufgrund des hohen Anteils von Jungen unter den minderjährigen Geflüchteten erwies sich ein eingerichtetes Mädchenzimmer in der Unterkunft sowohl für die Mädchen als auch für die Jungen als unvorteilhaft. Rückzugsmöglichkeiten, Schutz und die Förderung von Interessen der Mädchen können in Unterkünften mit einem höheren Anteil weiblicher Geflüchteter besser umgesetzt werden.

-          Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in der Unterkunft beträgt ca. 6 Monate.

-          r die Betreuung der Jugendlichen steht rund um die Uhr Personal zur Verfügung, da insbesondere minderjährige Geflüchtete aufgrund von traumatischen Erfahrungen, häufig nachts, professionelle Unterstützung benötigen.

-          Großer Wert wird darauf gelegt, dass den Jugendlichen täglich verschiedene Angebote aus verschiedenen Bereichen wie Kunst, Kultur oder Sport zur Freizeitgestaltung zur Verfügung stehen.

-          Die geflüchteten Minderjährigen werden bei Behördengängen unterstützt und an Termine erinnert. Des Weiteren werden Kurse angeboten, um sie an das Leben in Deutschland zu gewöhnen und darauf vorzubereiten.

-          Oftmals gibt es hohe Frustration bei minderjährigen Geflüchteten, aufgrund nicht erfüllter Erwartungen an das Leben und Ankommen in Deutschland. Die Erwartungen basieren unter anderem auf teils unrealistischen Gerüchten über das Leben in Europa, die in den Herkunftsländern verbreitet werden. Unerwartete bürokratische Hürden verstärken die Enttäuschung. In der Unterkunft werden die Jugendlichen dabei unterstützt, nicht die Motivation zu verlieren und auf bessere Lebensbedingungen hinzuarbeiten.

 

 
 

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