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Inhaltsspalte

Betreuung und Beschäftigung

Das pädagogische Betreuungs- und Beschäftigungskonzept basiert auf drei Säulen:

  1. Einzel- und Gruppengespräche zur Straftataufarbeitung
  2. Beschäftigungsmaßnahmen
  3. Übergangsmanagement und Begleitung

Durch die Verzahnung der einzelnen Angebote des pädagogischen Konzeptes ist eine intensive Kurzzeitintervention für die Arrestantinnen und Arrestanten möglich.

Viele der Jugendlichen und Heranwachsenden leben außerhalb der Jugendarrestanstalt in einem strukturlosen Alltag ohne stabile Bezugspersonen, Regeln oder Verpflichtungen.

Umso wichtiger ist es, dass die kurze Arrestzeit genutzt wird, um zu intervenieren und den Arrestantinnen und Arrestanten eine alternative Alltagsgestaltung sowohl anzubieten als auch zu trainieren.

Pädagogische Begleitung

Erfolg
Bild: © DOC RABE Media - Fotolia.com

Nach der Aufnahme der Arrestantinnen und Arrestanten findet zeitnah das Aufnahmegespräch mit dem Sozialdienst statt.

Dieses wird nicht nur zur Vorstellung der Hausordnung und Erläuterung des Tagesablaufs genutzt, sondern dient vielmehr auch dem Erstkontakt mit dem zuständigen Sozialdienst.

In einem strukturierten Verfahren erfolgt die Abfrage persönlicher Daten, des Bildungsverlaufs, der Ressourcen und Handlungsbedarfe.

Die Ermittlung des individuellen Bedarfs ist relevant und wichtig, damit ein zielgerichtetes pädagogisches Handeln während des Arrestes ermöglicht und Schritte für den unmittelbaren Anschluss eingeleitet werden können.

Gemeinsam mit den Jugendlichen und Heranwachsenden wird die Verweildauer und der Ablauf des Arrestes besprochen und die Einteilung in Beschäftigungsangebote geplant.

Im weiteren Verlauf werden gemeinsam konkrete Handlungsschritte für die ermittelten Handlungsfelder erarbeitet und im Rahmen der Vernetzungsarbeit Kontakte zu externen Fachkräften (wieder-) hergestellt.

Die Zusammenarbeit mit der Familie ist erwünscht, beruht jedoch auf Freiwilligkeit.

Modulares Kompetenztraining (MKT)

Das Modulare Kompetenztraining (MKT) dient vorrangig dem Ziel mit den Arrestantinnen und Arrestanten ins Gespräch zu kommen. Die breite inhaltliche Mischung von jugendspezifischen Themen und Fragestellungen fördert die interaktive Arbeit und einen gemeinsamen Austausch.

Sowohl die Auseinandersetzung mit der begangenen Straftat als auch die Vermittlung sozialer Kompetenzen zur verantwortungsbewussten Lebensführung stehen in diesem sozialen Training im Vordergrund.

Die Module mit externen Trainerinnen und Trainern finden mit maximal 8 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in einem ein-, zwei- oder vierwöchigen Turnus statt. Die Dauer beträgt zumeist drei Zeitstunden.

Gesprächs- und Beschäftigungsangebote mit internen Bediensteten werden flexibel gestaltet.

Das Gesprächs- und Kursangebot ist variabel und enthält unter anderem folgende Module und Kursangebote:

verzweifelter Mann sitzt im Wald auf einer Bank und stützt die Hände in den Kopf
Bild: hikrcn - Fotolia.com
  • Nach- und Vorbereitung der Hauptverhandlung
  • Straftataufarbeitung
  • Suchtmittelkonsum und Gewalt
  • Schuldenprävention und Umgang mit Geld
  • Berufsberatung in Einzelgesprächen
  • Praktisches Bewerbungstraining
  • Erarbeiten von Zukunftsperspektiven
  • Präventionsarbeit der Berliner Polizei
  • Präventionsarbeit der Berliner AIDS-Hilfe
  • alltagsnahes Kochen
  • Theaterworkshop

Übergangsmanagement: Jugendhilfeprojekt „Spurwechsel"

spurwechsel

Im Zuge der Einführung des sogenannten Warnschussarrestes wurde 2013 durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft das Projekt „Spurwechsel“ in enger Kooperation der freien Träger Gangway e.V. und Freie Hilfe e.V. initiiert.

Grundgedanke der jeweils bis zu sechs Monate langen Betreuung ist es, mit den jungen Menschen bereits während des Arrestes Rahmenbedingungen zu schaffen, die für eine prosoziale Integration unabdingbar sind und diese nach dem Arrest weiter zu verfestigen.

Das Projekt „Spurwechsel“ bezieht bereits bestehende oder auch gescheiterte Jugendhilfemaßnahmen ein, versucht gemeinsam mit den Jugendlichen und Heranwachsenden Ursachen des zurückliegenden Scheiterns herauszuarbeiten und daraus erfolgversprechende individuelle Unterstützungsmöglichkeiten auszuwählen.

Ziel der bis zu sechsmonatigen Arbeitsbeziehung zwischen den Teilnehmer*innen und den Projektmitarbeiter*innen ist die Aktivierung, Entwicklung und Überführung in ein stabiles unterstützendes Netzwerk, welches aus Familie, schulischen und beruflichen Bildungs- und Beratungsangeboten, sowie sinnvoller Freizeitgestaltung bestehen kann.