Ältere Menschen durchleben Lebensphasen, die mit tiefgreifenden Veränderungen verbunden sind: der Übergang in die Rente, der Verlust nahestehender Menschen, gesundheitliche Einschränkungen oder eingeschränkte Mobilität können soziale Bindungen schwächen und Isolation verstärken. Hinzu kommen strukturelle Faktoren wie Wohnort, Armut, geringe Bildungszugänge oder Migrationserfahrungen, die Einsamkeit im Alter zusätzlich begünstigen. Ältere Menschen sind dabei keine homogene Gruppe, ihre Lebenslagen, Ressourcen und Bedarfe sind ebenso vielfältig wie die Wege, auf denen Einsamkeit entsteht.
Einsamkeit im Alter betrifft nicht nur Einzelne, sie ist eine gesellschaftliche Herausforderung. Sie erschwert Teilhabe, schwächt soziale Netzwerke und belastet die Gesundheit nachhaltig. Gleichzeitig zeigt die Forschung: Einsamkeit ist keine unveränderliche Schicksalserfahrung. Mit den richtigen Strukturen, Angeboten und einer differenzierten Perspektive lässt sich wirksam Gemeinschaft, Zugehörigkeit und Wohlbefinden schaffen.
Gerade auf kommunaler Ebene entstehen Räume, in denen Gemeinschaft wachsen kann: in Quartieren, Begegnungsstätten, Vereinen und Projekten des freiwilligen Engagements. Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg spielt hier eine zentrale Rolle, indem er soziale Orte stärkt, an denen Begegnung, Mitgestaltung und gegenseitige Unterstützung möglich werden. Der Fachtag präsentiert wissenschaftliche Impulse und Praxisbeispiele, die zeigen, wie digitale Teilhabe, inklusive Quartiersentwicklung, kultursensible Zugänge und niedrigschwellige Angebote zur Teilhabe beitragen können und wie Engagement und neue Modelle Einsamkeit präventiv begegnen.