„Controlled Burn“ – Ausstellung von Mirjana Vrbaški

Pressemitteilung Nr. 413 vom 22.09.2026

In ihrer Ausstellung „Controlled Burn“ (deutsch: kontrolliertes Feuer) in der Galerie im Tempelhof Museum beschäftigt sich die serbische Künstlerin und Fotografin Mirjana Vrbaški mit dem Verhältnis von Natur, menschlichem Eingriff und ökologischem Wandel. Ausgangspunkt ist die Frage, wie sich unser Blick auf natürliche Lebensräume angesichts weltweit zunehmender Brände verändert – und welche unterschiedlichen Bedeutungen Feuer dabei annehmen kann.

Ausstellung „Controlled Burn“ von Mirjana Vrbaški

9. Oktober 2026 bis 17. Januar 2027

Kommunale Galerie im Tempelhof Museum
Alt-Mariendorf 43, 12107 Berlin

CB1, 2026

Vrbaški erhielt 2024 das Fotoarbeitsstipendium des Haus am Kleistpark. Im Rahmen dieser Förderung setzte sie sich mit dem Dreifaltigkeitsfriedhof III in Mariendorf-Nord auseinander – einer fragilen urbanen Oase und einem vielfältigen Biotop, das durch geplante Bebauung bedroht ist. Die Beschäftigung mit diesem konkreten Ort und seiner Gefährdung wurde zum Ausgangspunkt für eine weiterführende Auseinandersetzung zum Verhältnis von Mensch und Natur.

Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen ökologischen Veränderungen und weltweit zunehmender Brände erweiterte Vrbaški ihre fotografische Recherche auf verschiedene Landschaftsräume Europas. Dabei richtet sie ihren Blick weniger auf die zerstörerische Wirkung des Feuers, sondern vielmehr auf dessen bewahrende und transformative Eigenschaften. Sie bezieht sich unter anderem auf indigenes ökologisches Wissen und traditionelle Praktiken des Feuermanagements, in denen kontrolliertes Feuer gezielt zur Pflege und Regeneration von Landschaften sowie zur Verringerung des Risikos unkontrollierter Brände eingesetzt wird. Diese lang verdrängten oder vergessenen Praktiken erfahren heute angesichts der zunehmenden Brandgefahr neue Aufmerksamkeit.

In „Controlled Burn“ zeigt Vrbaški aktuell entstandene Fotografien natürlicher Lebensräume. Auf Reisen durch Europa erkundete sie Wiesen und Wälder, verbrannte ebenso wie neu gewachsene und sich regenerierende Landstriche.

CB6 (Diptych), 2026

Für die Ausstellung kombiniert die Künstlerin Fotografien mit unterschiedlichen Bildträgern aus Glas und Holz. Bilder werden auf Holzplatten übertragen und anschließend dem Feuer ausgesetzt. Dabei entsteht ein spannungsreiches Verhältnis zwischen den fotografischen Motiven von Bäumen und Landschaften und der materiellen Struktur des Holzes, die durch die kontrollierte, in ihrem Verlauf jedoch nur bedingt vorhersehbare Einwirkung des Feuers verändert wird.

Großformatige Diptychen mit Waldmotiven auf Holzpaneelen kombiniert Vrbaški mit Installationen und kleinen Arbeiten und Fotografien auf Glas. Im Zusammenspiel der unterschiedlichen Formate und Materialien treten das fotografische Bild, der Bildträger und die sichtbaren Spuren des Feuers in ein wechselndes Verhältnis zueinander.

Mirjana Vrbaški (geboren 1978) ist eine serbische bildende Künstlerin, deren Arbeit sich auf die subtilen Beziehungen zwischen Menschen und ihrer Umgebung konzentriert. Ihre Langzeitprojekte wurden mit verschiedenen internationalen Fotografiepreisen ausgezeichnet. Sie hat einen Abschluss in englischer Literatur von der University of Guelph in Kanada und einen Bachelor of Arts in Fotografie von der Königlichen Akademie der Bildenden Künste (KABK) in Den Haag. Ihre Arbeiten wurden international in Institutionen wie dem Fotomuseum Den Haag, der Kunsthal Rotterdam, der National Portrait Gallery in London und dem Museum Kranenburgh (NL) ausgestellt. Ihre Bilder sind Teil bedeutender öffentlicher und privater Sammlungen. Seit 2011 lebt und arbeitet sie in Berlin.

Galerie im Tempelhof Museum