Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann und Bezirksstadträtin Eva Majewski Sparacino legten heute im Namen des Bezirks und der Bezirksverordnetenversammlung einen Kranz am Ehrengrab für Oberst i.G. Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Generaloberst Ludwig Beck, General der Infanterie Friedrich Olbricht, Oberst i.G. Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim und Oberleutnant Werner von Haeften auf dem Sankt-Matthäus-Kirchhof in Berlin-Schöneberg nieder.
Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann:
„Die Frauen und Männer des Widerstands kamen aus höchst unterschiedlichen Welten – manche zutiefst demokratisch, andere militärisch und national geprägt. Was sie einte, war die Erkenntnis, dass man Unrecht nicht länger hinnehmen darf, und der Mut, danach zu handeln. Ihr historischer Kontext ist mit heute nicht vergleichbar. Ihr Maßstab aber bleibt: Erkenntnisse nicht abzutun, sondern zu handeln. Gerichte haben rechtsextremistische Bestrebungen in Teilen der AfD als gesichert bestätigt. Das Grundgesetz gibt uns mit Artikel 21 das Instrument, unsere Demokratie zu schützen. Es zu prüfen ist keine Parteipolitik – es ist Verantwortung vor der Geschichte.
Ich danke Oberstleutnant Martin Gerdes und der Stauffenberg-Gesellschaft für die Pflege des Ehrengrabes.“
Nach dem gescheiterten „Aufstand des Gewissens“ am 20. Juli 1944 wurden die Mitglieder der Widerstandsgruppe noch in der Nacht zum 21. Juli im Bendlerblock ermordet. Unmittelbar danach brachte man die Leichen auf den in der Nähe befindlichen Alten St.-Matthäus-Kirchhof, auf dem sie vorerst begraben wurden. Kurz darauf wurden die Leichname von den Nationalsozialisten exhumiert, im Krematorium im Wedding kremiert und auf die Rieselfelder von Berlin an unbekannter Stelle verstreut. Mitte der 1970er Jahre wurde schließlich das Ehrengrab errichtet.