Eine Straße für Regina Jonas

Friedrichshain-Kreuzberg bekommt eine Regina-Jonas-Straße. Die Kohlfurter Straße wird offiziell umbenannt.

Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg hat am 27. Mai 2025 den Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Friedrichshain-Kreuzberg vom 13. Dezember 2023 (DS/0915/VI), die Kohlfurter Straße in ihrer ganzen Länge in Regina-Jonas-Straße umzubenennen, bestätigt.

Regina Jonas (1902-1944) war die weltweit erste ordinierte Rabbinerin. Mit der Straßenumbenennung ehrt das Bezirksamt eine historisch bedeutsame Persönlichkeit. Es trägt damit auch zur Sichtbarkeit von Frauen bei.

Regina Jonas (1902–1944) wurde 1935 als Rabbinerin ordiniert und war damit die weltweit erste Frau in diesem Amt. Schon im Studium setzte sie sich in ihrer Abschlussarbeit „Kann die Frau das rabbinische Amt bekleiden?“ mit dem weiblichen Rabbinertum auseinander.
Nach ihrer Ordination war sie in der Seelsorge und als Religionslehrerin tätig. Zudem setzte sie sich für die Gleichberechtigung der Geschlechter in der Religion ein und war in jüdischen Frauenorganisationen wie dem „Jüdischen Frauenbund“ aktiv.
Regina Jonas war auch in der heutigen Synagoge am Fraenkelufer in Berlin-Kreuzberg tätig.

Unter dem nationalsozialistischen Terror-Regime musste sie Anfang 1942 Zwangsarbeit in Lichtenberg leisten, bevor sie im November desselben Jahres ins Konzentrationslager nach Theresienstadt deportiert wurde. Auch dort leistete sie seelsorgerische Arbeit und hielt Predigten für Gefangene. Im Oktober 1944 wurde sie ins KZ nach Auschwitz-Birkenau deportiert und dort nach wenigen Wochen ermordet.

Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg hat am 24. Oktober 2025 mit der Veröffentlichung im Amtsblatt den letzten Schritt zur Umbenennung vollzogen.

Am Freitag, 12. Dezember um 13 Uhr findet an der Straßenecke Regina-Jonas-Straße/Fraenkelufer und anschließend im Künstlerhaus Bethanien, Kottbusser Straße 10 die feierliche Einweihung statt. Es wird Beiträge von Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann, dem Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung Werner Heck, Tanja Berg, Freunde der Synagoge Fraenkelufer, Prof. Dr. Elisa Klapheck, Hetty Berg und weiteren. Mit Musik von der Band Folkadu geben.

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit Freunde der Synagoge Fraenkelufer e.V. und dem Künstlerhaus Bethanien statt.

Zudem wird am 12. Dezember das Kiezbürgeramt im FHXB-Museum in der Adalbertstraße 95A und für die Anwohner*innen, bequem vor Ort die Änderung der Personaldokumente vornehmen. Alternativ können die Nachbari*innen diesen mobilen Bürgeramtsservice auch am 15. und 16. Dezember von 11 bis 18 Uhr in der Mittelpunktbibliothek Wilhelm Liebknecht/Namik Kemal wahrnehmen.

  • Drucksache Umbenennung der Kohlfurter Straße nach Regina Jonas

    PDF-Dokument (63.3 kB)

  • Beschluss Regina Jonas ehrenvoll gedenken

    PDF-Dokument (68.4 kB)

  • Antrag Benennung einer Straße nach Regina Jonas

    PDF-Dokument (74.9 kB)

  • Drucksache Umbenennungen von Straßen, Plätzen, Wegen und Brücken

    PDF-Dokument (51.6 kB)

Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat im Februar 2021 beschlossen, eine Straße nach der weltweit ersten ordinierten Rabbinerin Regina Jonas zu benennen (DS/1973/V). Daraufhin hat das Bezirksamt 2022/2023 eine Bürger*innen-Beteiligung durchgeführt. Deren Abstimmungsergebnisse zeigten, dass eine Mehrheit die Umbenennung der Kohlfurter Straße favorisierte. Diesem Vorschlag ist das Bezirksparlament mit Beschluss vom 13. Dezember 2023 gefolgt. Der Bezirk ehrt dadurch eine engagierte Frau und hält die Erinnerung an ihr Wirken wach.

Fragen zu Regina Jonas

  • Wer war Regina Jonas?

    Regina Jonas (1902 – 1944) wurde 1935 als Rabbinerin ordiniert und war damit die weltweit erste Frau in diesem Amt. Schon im Studium setzte sie sich in ihrer Abschlussarbeit „Kann die Frau das rabbinische Amt bekleiden?“ mit dem weiblichen Rabbinertum auseinander. Nach ihrer Ordination war sie in der Seelsorge und als Religionslehrerin tätig, u.a. in der heutigen Synagoge am Fraenkelufer in Berlin-Kreuzberg. Trotz des nationalsozialistischen Terrors arbeitete Regina Jonas ab 1938 verstärkt als Rabbinerin u.a. im Jüdischen Krankenhaus, in liberalen Synagogen in Berlin und mitunter an anderen Orten. Zudem setzte sie sich für die Gleichberechtigung der Geschlechter in der Religion ein und war in jüdischen Frauenorganisationen wie dem „Jüdischen Frauenbund“ aktiv.

    Unter dem nationalsozialistischen Terror-Regime musste sie Anfang 1942 Zwangsarbeit in Lichtenberg leisten, bevor sie im November desselben Jahres ins Konzentrationslager nach Theresienstadt deportiert wurde. Auch dort leistete sie seelsorgerische Arbeit und hielt Predigten für Gefangene. Im Oktober 1944 wurde sie ins KZ nach Auschwitz-Birkenau deportiert und dort nach wenigen Wochen ermordet.

  • Warum wird eine Straße in Kreuzberg nach Regina Jonas benannt?

    Die Benennung einer Straße nach Regina Jonas ist ein Schritt zu mehr Repräsentanz von Frauen im öffentlichen Raum.

  • Was verbindet Kreuzberg mit Regina Jonas?

    Regina Jonas war auch in der heutigen Synagoge am Fraenkelufer in Berlin-Kreuzberg tätig.

  • Wo kann ich mich weiter zu Regina Jonas informieren?

    Der Film „Regina“ der Regisseurin Diana Groó (2013) gibt Einblicke in das Leben von Regina Jonas. Elisa Klapheck veröffentlichte eine kommentierte Ausgabe der Doktorarbeit von Regina Jonas mit dem Titel „Fräulein Rabbiner Jonas – Kann die Frau das rabbinische Amt bekleiden?“ aus dem Jahr 1930. Im Jahr 2019 erschien von Elisa Klapheck außerdem die Publikation „Regina Jonas. Die weltweit erste Rabbinerin“.

  • Warum werden bei uns im Bezirk Straßen hauptsächlich nach Frauen benannt?

    Die Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg hat 2005 beschlossen, bei der Benennung von Straßen, Wegen, Brücken etc. ausschließlich Frauen als Namensgeberinnen zu ehren, „bis mindestens 50 Prozent aller nach Personen benannten Friedrichshain-Kreuzberger Straßen nach Frauen benannt sind.“ (DS/1497/II)

  • Was kostet mich als Anwohner*in die Umbenennung meiner Straße?

    Grundsätzlich fallen für Sie bei einer Straßenumbenennung keine Gebühren bei Behörden an.
    Für die Adressänderung im privaten Bereich, wie in Ihren persönlichen Verträgen u.ä. können möglicherweise Gebühren anfallen, z.B. bei Versicherungen, Banken, Sportvereinen, etc. Dies können nur Sie mit den jeweiligen Institutionen besprechen.

    Beachten Sie: Nach der Umbenennung der Straße gibt es für sechs Monate eine doppelte Beschilderung.

  • Was kostet mich als Gewerbetreibende*r die Umbenennung meiner Straße?

    Grundsätzlich fallen für Sie bei einer Straßenumbenennung keine Gebühren bei Behörden an.
    Für die Adressänderungen im geschäftlichen Bereich fallen möglicherweise Gebühren an, die sie selbständig in Erfahrung bringen müssen.
    Beachten Sie: Nach der Umbenennung der Straße gibt es für sechs Monate eine doppelte Beschilderung.

  • Was muss ich tun, wenn sich meine Adresse ändert?

    Wenn Ihre Straße umbenannt wird, erfolgt die Ummeldung der Adresse für alle Anwohner*innen von Amts wegen (das heißt automatisch) im Melderegister.
    Es gibt zwischen Behörden automatisierte Rückmeldungen. Einige Behörden, wie bspw. das Finanzamt, die Rentenversicherung und die Kfz-Stelle, haben die Möglichkeit, selbständig eine Behördenauskunft einzuholen, sodass dort kein Handlungsbedarf für Sie besteht.
    Weitere Institutionen wie Schulen, Kitas, Arbeitgeber, Krankenkassen, Versicherungen, Banken und ähnliche Einrichtungen sowie alle privaten Kontakte müssen eigenständig informiert werden.

Allgemeine Fragen

  • Warum werden bei uns im Bezirk Straßen hauptsächlich nach Frauen benannt?

    Die Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg hat 2005 beschlossen, bei der Benennung von Straßen, Wegen, Brücken etc. ausschließlich Frauen als Namensgeberinnen zu ehren, „bis mindestens 50 Prozent aller nach Personen benannten Friedrichshain-Kreuzberger Straßen nach Frauen benannt sind.“ (DS/1497/II)

  • Wann tritt die Umbenennung in Kraft?

    Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg hat am 24. Oktober 2025 mit der Veröffentlichung im Amtsblatt den letzten Schritt zur Umbenennung vollzogen.

  • Wird eine Umnummerierung der Regina-Jonas-Straße nötig?

    Die aktuellen Grundstücksnummerierungen (Hausnummern) der Anschriften bleiben unverändert.

  • Wie lange gibt es eine doppelte Beschilderung nach der Umbenennung?

    Nach der Umbenennung der Straße gibt es für sechs Monate eine doppelte Beschilderung.
    Der neue Straßenname ist in schwarzer Schrift auf dem Schild. Auf einem zweiten Schild darunter ist dann der alte Straßenname mit einem roten Querstrich durchgestrichen.

  • Wird es eine offizielle Einweihungsfeier geben?

    Am Freitag, 12. Dezember um 13 Uhr findet an der Straßenecke Regina-Jonas-Straße/Fraenkelufer und anschließend im Künstlerhaus Bethanien, Kottbusser Straße 10 die feierliche Einweihung stat. Es wird Beiträge von Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann, dem Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung Werner Heck, Tanja Berg, Freunde der Synagoge Fraenkelufer, Prof. Dr. Elisa Klapheck und weiteren Mit Musik von der Band Folkadu geben.

Fragen für Anwohnende

  • Was müssen Anwohnende jetzt tun?

    Die Umbenennung der Kohlfurter Straße in Regina-Jonas-Straße erfolgt zentral im Melderegister. Sie müssen dafür nichts veranlassen. Das Bezirksamt wird die Eigentümer*in Ihrer Wohnung/Ihrer Gewerbefläche über die Umbenennung informieren. Diese*r ist gesetzlich dazu verpflichtet, diese Information an Sie weiterzugeben.

    Das bedeutet für Sie: Sie müssen Ihre Personaldokumente und ggf. KFZ- Zulassungsbescheinigungen Teil I ändern lassen. Die Änderungen sowie die auf Nachfrage ausgestellten Meldebescheinigungen werden selbstverständlich gebührenfrei vorgenommen bzw. ausgestellt.

    Das mobile Bürgeramt wird am 12. Dezember in der Regina-Jonas-Straße stehen und für die Anwohner*innen, bequem vor Ort die Änderung der Personaldokumente vornehmen. Alternativ können die Nachbari*innen diesen mobilen Bürgeramtsservice auch am 15. und 16. Dezember von 11 bis 18 Uhr in der Mittelpunktbibliothek Wilhelm Liebknecht/Namik Kemal wahrnehmen.

    Sie können außerdem ohne Termin innerhalb der Öffnungszeiten bei einem der drei Bürgerämter im Bezirk vorsprechen! Bitte beachten Sie, weitere Stellen (z.B. Ihre Krankenkasse, Arbeitgeber) über die Adressänderung zu informieren.

  • Muss ich mein Gewerbe ummelden?

    Sofern Sie ein Gewerbe angemeldet haben, müssen Sie in Bezug auf Ihren Gewerbeschein nichts weiter unternehmen. Die Umschreibung der Adresse erfolgt im Gewerberegister automatisch.

  • Wann werden die neuen Straßenschilder installiert?

    Das Bezirksamt hat eine Firma mit dem Anbringen der neuen Schilder beauftragt. Für den Zeitraum von sechs Monaten werden die Straßenschilder mit dem Hinweis auf die Kohlfurter Straße bestehen bleiben und durchgestrichen sein.

  • Sind ihre Postsendungen von der Umbenennung betroffen?

    Nach der offiziellen Umbenennung gilt eine 6-monatige Frist, in der sowohl Ihre alte als auch Ihre neue Adresse für die Adressierung gültig sind. Sie sollten daher Ihre Post wie gewohnt erhalten. Wenn Ihre Postsendungen nicht ankommen, wenden Sie sich bitte an das für die Zustellung zuständige Dienstleistungsunternehmen.

  • Ist die Zusendung Ihrer Wahlunterlagen für kommende Wahlen von der Umbenennung betroffen?

    Die Straßenumbenennung hat keine Auswirkung auf Ihr Wahlrecht. Dieses Wahlrecht steht allen im Gesetz bezeichneten Personen uneingeschränkt zu. Wichtig ist die Eintragung im Wählendenverzeichnis. Dieses wird auf Basis der in den amtlichen Verzeichnissen aufgeführten Daten erstellt.

  • Meine Frage ist nicht dabei und nun?

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