Engagierte erzählen...

Ein halbes Jahrhundert ehrenamtliches Engagement – Gisela Perschall berichtet über den Gratulationsdienst

Gisela Perschall lebt seit ihrer Geburt in Friedrichshain; die 87-Jährige blickt auf über 50 Jahre ehrenamtliches Engagement in ihrer Nachbarschaft zurück.

Eine Mitarbeiterin der bezirklichen Pressestelle hat die Ehrenamtliche besucht. Den dazugehörigen spannenden Artikel finden Sie unter dem folgenden Link:.

Roland Tischer

Ehrenamt als Bedürfnis

Mir war lange vor meinem Eintritt ins Rentenalter klar, dass ich weiter aber anders aktiv sein möchte. Die Ausrichtung sollte sein, mit anderen Menschen gemeinsam etwas Sinnvolles zu tun. Spaß sollte es machen, kommunikativ und erfüllend sein. Das Angebot für solche „Jobs“ in Berlin ist groß. Ich startete bei der Internationalen Gartenausstellung Berlin (IGA) 2017 als Volontär in den Gärten der Welt, fast gleichzeitig kam über verwandtschaftliche Kontakte der bezirkliche Geburtstagsdienst dazu. Das passte.

Inzwischen mache ich das als Leiter der Sozialkommission F2 in Friedrichshain gemeinsam mit meinen Mitstreiterinnen routiniert, aber immer mit viel Freude.
Man lernt seinen Kiez ganz anders kennen, stößt auf viel Dankbarkeit und kann im Einzelfall mit Rat und Tat auch mal behilflich sein.
Jedes Klingeln an einer Haustür ist vergleichbar mit dem Öffnen einer Wundertüte und ein Moment der Vorfreude.
Schön ist auch, wenn man nach 5 Jahren wieder erkannt wird.

Roland Tischer (März 2025)

Barbara Lübbermann

Seit mehreren Jahrzehnten dabei

Ich bin seit mehreren Jahrzehnten Mitglied einer Sozialkommission im Bezirk Kreuzberg. Das Amt habe ich von meinem Vater übernommen, als dieser es altersbedingt aufgab. Als junges Mädchen habe ich ihn schon bei dem Gratulationsdienst begleiten dürfen. Ich fand es schon damals interessant, neue Menschen kennenzulernen, vor allem, wenn diese aus ihrem reifen „Erfahrungsschatz“ zu berichten wussten. So haben sie oft historische Ereignisse hautnah erlebt und mir davon berichtet. Ereignisse, die ich sonst nur aus Geschichtsbüchern kannte. So vergeht die Zeit oft wie im Flug, und aus einem kurzen Besuch werden oft mehrere Stunden.

Mich begeistert diese Form des Ehrenamtes auch noch nach Jahren, da man immer wieder neue Menschen unterschiedlicher Herkunft kennen lernt. Ältere Menschen zu treffen, ihnen Interesse und Wertschätzung entgegen zu bringen, ist einer der Wege, der hilft diesen Personen aus der sozialen Isolation der Einsamkeit zu helfen. Ihnen aufzuzeigen, dass sie von der Gesellschaft nicht vergessen sind.

All die Personen, die aufgrund meiner Schilderungen, Lust bekommen haben, Ehrungen durchzuführen und Interesse für die Sorgen und Nöte älterer Mitbürger zeigen, bewerben sich bitte um dieses Ehrenamt.

Barbara Lübbermann (Februar 2025)

Fidan Koc

Ehrenamt mit Herz: Eine Erfahrung, die bereichert

Einer der Gründe, weshalb ich mich ehrenamtlich im Gratulationsdienst engagiere, ist es, älteren Menschen die Anerkennung und Wertschätzung zu schenken, die sie verdienen.

Die Erkenntnis, dass Menschen mit zunehmendem Alter vereinsamen, war mir nicht ganz unbekannt. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Umso erfreulicher war es für mich, als ich vom Gratulationsdienst hörte und noch interessanter wurde es, als ich recherchierte, ob ich dieser Aufgabe gerecht werden kann.

Die Erfahrung, einem älteren Menschen, der schon so viel erlebt hat und über so viel Lebenserfahrung verfügt, zu gratulieren, ist unbeschreiblich erfüllend. Die Dankbarkeit und Freude, die sie empfinden, spiegeln sich in ihren Augen und sind unverkennbar.

Fidan Koc (Februar 2025)

Koordinatorin Ehrenamtlicher Dienst

Fr. Ratsiborynska