Projekte in Mitte

Bau eines Stadtteilzentrums als Bildungs- und Kulturbrücke

Nordwestlich des Berliner Hauptbahnhofes, zwischen dem Entwicklungsgebiet Europacity und der Zille-Siedlung, befindet sich das Zentrum der Berliner Stadtmission, das bereits verschiedene soziale Angebote, unter anderem zwei Gemeinschaftsunterkünfte für geflüchtete Menschen, umfasst.

Soziale Angebote der Berliner Stadtmission

Soziale Angebote der Berliner Stadtmission

In diesem Gebiet wurde ein Stadtteilzentrum benötigt, das alten und neue Bewohnerinnen und Bewohnern, Geflüchteten und Hilfebedürftigen im Umfeld des Bahnhofes als Freizeit-, Beratungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte offensteht und mit seinen soziokulturellen Angeboten in die umliegenden Quartiere hineinwirkt. Der innovative Ansatz lag in der Verknüpfung klassischer Angebote der Stadtteilarbeit mit Regelangeboten des Bezirkes.

Die Berliner Stadtmission plante einen Neubau, der neben dem aus den Mitteln des Investitionspaktes geförderten Stadtteilzentrum auch ein Veranstaltungszentrum, Flächen für Mikrowohnen sowie Büroflächen umfasst. Das Stadtteilzentrum, die sogenannte „Bildungs- und Kulturbrücke“, sollte mit einem multifunktionalen Veranstaltungsraum, einem Café, einer Lehrküche (Refugee-Kitchen), einer Galerie, einer Werkstatt, einem Bewegungsraum und Seminarräumen der Volkshochschule ausgestattet werden. Ein Büro der Stadtteilkoordination, eine Co-Working-Landschaft für soziale Nichtregierungsorganisationen, Vereine und Initiativen sowie Räume für Beratungsangebote für Geflüchtete sollten ebenfalls in dem Stadtteilzentrum entstehen. Mittels eines Kooperations- und Nutzungsvertrages sollte der Bezirk das Stadtteilzentrum mindestens 33 Jahre nutzen können.

Auf der Grundlage des Masterplans für die Zentrale der Berliner Stadtmission am Hauptbahnhof wurde 2017 ein (Nutzungs-)Konzept für das Stadtteilzentrum erarbeitet. Darauf aufbauend wurde 2018 ein Architekturwettbewerb durchgeführt, um die planerischen Voraussetzungen für die bauliche Umsetzung zu schaffen. Wegen der erheblich gestiegenen Baukosten und anderer (Finanzierungs-)Probleme konnte das Projekt nicht gebaut werden.

Visualisierung des Gewinnerentwurfes: Veranstaltungs- und Kongresszentrum mit aufgesetzten Büro- und Wohnetagen (links) und Stadtteilzentrum (rechts) von Süden gesehen.

Visualisierung des Gewinnerentwurfes: Veranstaltungs- und Kongresszentrum mit aufgesetzten Büro- und Wohnetagen (links) und Stadtteilzentrum (rechts) von Süden gesehen.

Jugendhilfeeinrichtung Schmidstraße

Das 1966 als Kinderkrippe erbaute Gebäude wird seit 1999 als Jugendhilfeeinrichtung genutzt, in der heute Mädchen zwischen 14 und 18 Jahren intensivpädagogisch betreut werden (“Mädchenwohnheim”). 2017 wurde in dem Gebäude zudem ein Betreuungsangebot für unbegleitete minderjährige Geflüchtete eingerichtet (Projekt “Vielfalt”).

Das Gebäude ist sanierungsbedürftig.

Das Gebäude ist sanierungsbedürftig.

Die Jugendhilfeeinrichtung sollte gesichert und zukunftsfähig gemacht sowie der Standort um dringend benötigte Kita-Plätze für die wachsende Bevölkerung erweitert werden.

Das Konzept sah eine Kombination der drei Nutzungen in einer gemeinsamen Einrichtung vor. Der integrative Ansatz setzte bewusst auf eine Mischung von Gruppen und Angeboten, die soziales Lernen und Erfahren von Vielfalt ermöglicht und erfordert.

2018 wurde eine Machbarkeitsstudie erarbeitet, in der bauliche Varianten zur weiteren Nutzung des bestehenden Gebäudes, eventuell eines Ersatz- beziehungsweise Erweiterungsbaus und die Einbindung der Kindertagesstätte geprüft wurden. Im Ergebnis der Machbarkeitsstudie sollte das Bestandsgebäude für eine Kitanutzung energetisch ertüchtigt und für das “Mädchenwohnheim” sowie für das Projekt “Vielfalt” ein Neubau errichtet werden.

Die Planungsunterlagen für die umfassenden Sanierungs-, Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen wurden 2022 fertiggestellt und die Baugenehmigung 2023 erteilt. Aufgrund der erheblichen Kostensteigerungen und des Zeithorizontes für die bauliche Umsetzung wird das Projekt seit dem Abschluss der Planung mit Mitteln des Förderprogramms „Lebendige Zentren“ weitergeführt.

Im ersten Bauabschnitt soll ein zweigeschossiger Erweiterungsneubau entstehen, in den das Mädchenwohnheim mit neun Betreuungsplätzen sowie das Flüchtlingsprojekt „Vielfalt“ umziehen. Im Anschluss soll im zweiten Bauabschnitt das Bestandsgebäude saniert, energetisch ertüchtigt und für eine Inklusions-Kindertagesstätte mit 50 Plätzen umgebaut werden. Im letzten Schritt werden die Freianlagen mit neuen Grün-, Spiel- und Aufenthaltsflächen neugestaltet. Die Fertigstellung der Maßnahme ist für 2030 geplant.

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Kontakt

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Referat IV C – Städtebauförderung/ Stadterneuerung

Konstanze Schwedka
Programmsteuerung

Programmbeauftragte
BSM Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH

Cornelia Walger, Maik Powalla