Oberst Gail S. Halvorsen war Pilot der United States Air Force, der während der Berlin-Blockade 1948/49 große Berühmtheit erlangte. Bei seinen Einsätzen warf er Süßigkeiten über den drei westlichen Sektoren der Stadt ab und wurde dadurch als „Candy Bomber“ bekannt.
Die Berlin-Blockade resultierte aus dem Konflikt zwischen den alliierten Siegermächten USA, Großbritannien sowie Frankreich einerseits und der Sowjetunion andererseits. Sie wurde ausgelöst durch die politische und wirtschaftliche Spaltung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Als die Sowjetunion 1948 alle Land- und Wasserverbindungen zu den westlichen Sektoren Berlins blockierte, organisierten die Westmächte eine Luftbrücke, um die Bevölkerung unter anderem mit Lebensmitteln und Kohle zu versorgen.
Diese „Operation Vittles“ (Versorgungsoperation) erweiterte Halvorsen um die „Operation Little Vittles“. Bei einem seiner Einsätze versprach er wartenden Kindern am Flughafen Tempelhof, Süßigkeiten abzuwerfen. Wegen des charakteristischen Wackelns mit den Tragflächen seiner Maschine, mit dem er die Abwürfe ankündigte, erhielt er den Spitznamen „Uncle Wiggle Wings“ (Onkel Wackelflügel).
Die Berliner Luftbrücke und Halvorsens Aktion, die er selbst als „Luftbrücke von Herz zu Herz“ bezeichnete, wurden zum Symbol für den Neuanfang der amerikanisch-deutschen Beziehungen. Halvorsen blieb der Stadt verbunden und kehrte 1970 als Kommandant des Flughafens Tempelhof nach West-Berlin zurück. 1974 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt und 2013 wurde eine Schule nach ihm benannt.