Untersuchungsgebiet Osloer Straße – Ideen für einen vielfältigen Kiez

  • Karte des 1. Rundgangs zum ISEK Osloer Straße am 10.06.2026

    Geplante Route des 1. Rundgangs zum ISEK Osloer Straße am 10.06.2026

  • Karte des 2. Rundgangs zum ISEK Osloer Straße am 11.06.2026

    Geplante Route des 2. Rundgangs zum ISEK Osloer Straße am 11.06.2026

Wie fünf weitere Untersuchungsräume soll das Gebiet Osloer Straße für die nächsten 12 bis 15 Jahre vom Förderprogramm Nachhaltige Erneuerung profitieren. Voraussetzung dafür ist ein Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK). Es wird aktuell von einem Team der Büros Forward Planung und Forschung GmbH und Studio Animal-Aided Design in enger Zusammenarbeit mit dem Stadtentwicklungsamt Mitte und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen erarbeitet. Im Mai und Juni holten die Verantwortlichen dazu die Wünsche und Ideen der Menschen aus dem Gebiet ein. Zwei Mal waren sie mit einem Infostand vor Ort. Am 10. und 11. Juni fanden gut besuchte Dialogspaziergänge im westlichen und im östlichen Teil des Untersuchungsgebiets statt. Bis 16. Juni lief außerdem eine Online-Umfrage, an der sich über 200 Menschen beteiligt haben.

Der erste Rundgang führte die Gruppe vom Louise-Schroeder-Platz in den westlichen Teil des Gebiets über Ungarnstraße zu den Siedlungen Schillerhöhe und Schillerhof und weiter bis zur Bastion am Schillerpark. Diskutiert wurden hier fehlende Barrierefreiheit, Beleuchtung und Radwege sowie insgesamt mangelnde Verkehrssicherheit für Rad- und Fußverkehr. Wichtige Themen waren auch die Aufwertung der Grünflächen als Spiel- und Begegnungsorte sowie zusätzliche Treffpunkte für Jugendliche und ältere Menschen.

Platz mit Aufwertungspotenzial am leerstehenden Café "La Tortuga" in der Koloniestraße

Wenig Aufenthaltsqualität im Herz des Soldiner Kiezes an der Koloniestraße. Hier liegen viele soziale Einrichtungen

Zum zweiten Dialogspaziergang trafen sich rund 20 Interessierte am Verkehrsknotenpunkt Osloer Straße-Schwedenstraße zur gemeinsamen Erkundung der Qualitäten und Herausforderungen im nordöstlichen Teilgebiet. Mit dem Wohnquartier Soldiner Kiez, einem Gewerbegebiet, dem Grünzug an der Panke und dem Franzosenbecken ist dieser Teil sehr heterogen. Die Stärke des Spaziergangsformats zeigte sich u.a. an dem vielfältigen Teilnehmerkreis: In der Gruppe waren Alt und Jung sowie deutsch, türkisch und englisch sprechende Frauen und Männer vertreten und brachten ihre unterschiedlichen Perspektiven ein, ebenso wie ein Mieterbeirat, eine Mitarbeiterin des Quartiersmanagements (QM) Soldiner Kiez/Wollankstraße, die Stadtteilkoordinatorin von der Fabrik Osloer Straße gGmbH, die Kiezsportlotsin und zwei Verantwortliche der Französischen Kirche zu Berlin.

Auch in diesem Teil des Untersuchungsraums sind Verkehrssicherheit und Müll ein Thema. Besonders Frauen bemängeln die fehlende Beleuchtung von wichtigen Verbindungswegen, wie dem Grünzug an der Panke. Die Verbindung entlang des Franzosenbeckens wird faktisch als Radschnellweg von Pankow nach Mitte genutzt, auf Spaziergänger wird dabei wenig geachtet.

Fordoner Platz mit Gedenkstein für Harald Juhnke

Die Grünfläche Fordoner Straße mit dem Gedenkstein für Harald Juhnke

Gloria Nguyen vom QM wies auf den Umgestaltungsbedarf an der Koloniestraße gegenüber dem Spielplatz hin. Überhaupt fehle es aufgrund der hohen Mieten trotz Leerstands an Räumen und Treffpunkten. An Engagement und Ideen fehle es dagegen nicht. Der Bezirk überlegt, in dem jungen Kiez auch mit der Etablierung eines neuen Gewerbehofes Unternehmen für wohnungsnahe Handwerksdienste und damit potenziell neue Ausbildungsplätze in das Gebiet zu bringen.

Einige Spiel- und Freizeitflächen, z.B. an der Fordoner Straße und an der Verbindung vom Franzosenbecken zur Wollankstraße, sind sanierungsbedürftig, genau wie die kleine Turnhalle der Carl-Kremer-Grundschule. Mehr Bewegung und Begegnung verspricht man sich auch von kleineren Maßnahmen wie dem Aufstellen von Tischtennisplatten und Calisthenics-Anlagen. Nach mehr als zwei Stunden fanden die Teilnehmenden noch eine weitere ruhige, grüne Oase für Mensch und Tier am östlichen Rand des Gebiets auf dem Französischen Friedhof, für den sich die Französische Gemeinde mehr Sichtbarkeit wünscht. Momentan sagen sich hier tatsächlich noch die Füchse Gute Nacht.

Die Ergebnisse der Dialogstände, Spaziergänge und der Online-Beteiligung werden nun ausgewertet und fließen in den ISEK-Entwurf ein. Am 10. September 2026 werden erste Zwischenergebnisse vorgestellt. Thema sollen auch erste konkrete Projekte und Baumaßnahmen sein. Weitere Informationen dazu folgen zu einem späteren Zeitpunkt.

  • Untersuchungsraum Osloer Straße, Verbindungsweg zwischen Medizinstandort und Gewerbegebiet, 11.06.2026

    Wichtige Wegeverbindung zwischen Medizinstandort und Gewerbegebiet

  • Untersuchungsraum Osloer Straße, Spiel- und Sportflächen am Grünzug zwischen Drontheimer- und Koloniestraße, 11.06.2026

    Neue Spiel- und Sportflächen am Grünzug zwischen Drontheimer- und Koloniestraße

  • Untersuchungsraum Osloer Straße, Koloniestraße, 11.06.2026

    In der Koloniestraße sind viele für das Quartier wichtige Akteure beheimatet

  • Untersuchungsraum Osloer Straße, Sanierungsbaustelle Carl-Kremer-Grundschule, 11.06.2026

    Das Hauptgebäude der Carl-Kremer-Grundschule wird zurzeit saniert, die Sporthalle ist ebenfalls sanierungsbedürftig

  • Untersuchungsraum Osloer Straße, Fußweg entlang der Panke, 11.06.2026

    Fußweg entlang der Panke

  • Untersuchungsraum Osloer Straße, Hochwasserüberlauf Franzosenbecken, 11.06.2026

    Am Hochwasserüberlauf Franzosenbecken verläuft ein wichtiger Verbindungsweg von Pankow ins östliche Zentrum