Den Wandel in Marzahn-Ost begleiten

Rundgang zum Untersuchungsgebiet Marzahn-Ost am 1.7.26

Lars Bölling vom Büro UmbauStadt (4. v. rechts) moderierte den Rundgang im westlichen Teil des Untersuchungsgebiets

Marzahn-Ost liegt am Rand von Berlin, doch der gesellschaftliche Wandel der letzten Jahrzehnte hat hier mehr Spuren hinterlassen als in vielen Innenstadtquartieren. Weite Teile des Gebiets sind von Plattenbauten geprägt. Es gibt jedoch auch große Freiflächen, die u.a. durch den Abriss einer Schule entstanden sind. Mit den Ahrensfelder Bergen und dem Regenrückhaltebecken an der Wendeschleife der Tram besitzt das Gebiet nicht zuletzt große naturbelassene Flächen. Die Menschen genießen das grüne Wohnumfeld mit großen Innenhöfen und kleineren Parks.

In der Quartiersmitte sollen anstelle des Tal-Centers rund 600 Wohnungen, Kita, Schule und Nahversorgung entstehen, u.a. in zwei Hochhäusern. Dieser neuerliche Wandel ist eine Herausforderung und Chance zugleich. Um die Entwicklung zu begleiten und auch für die derzeit hier lebenden Menschen positiv zu gestalten, sollen ab 2027 Städtebaufördermittel aus dem Programm Nachhaltige Erneuerung genutzt werden.

Ausstellungstafeln mit Besuchern

Information und Austausch mit den Verantwortlichen am Infostand zum ISEK Marzahn-Ost am 1. Juli 2026

Mit der Erarbeitung des dafür nötigen Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) wurde das Stadtplanungsbüro UmbauStadt beauftragt. Bis zur Fertigstellung Ende des Jahres werden sich viele Akteure intensiv daran beteiligen: u.a. die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, das Stadtentwicklungsamt und alle Fachämter des Bezirks Marzahn-Hellersdorf, die Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften. Am 30. Juni trafen sie sich zu einem Workshop im Tal-Center. Einen Tag später hatte das Büro UmbauStadt dort einen Infostand aufgebaut. Hier und in Rahmen von zwei Quartiersspaziergängen durch den östlichen und südlichen Teil des Untersuchungsgebietes beteiligten sich rund 50 Bewohnerinnen und Bewohner am 1. Juli mit Kommentaren und Vorschlägen, die gewissenhaft notiert wurden. Auch die zuständige Stadträtin Heike Wessoly informierte sich vor Ort am Infostand über die Beteiligung.

Freifläche "Mein Platz" in Marzahn-Ost 2026 mit älteren Spiel- und Bewegungsangeboten

Die Freifläche „Mein Platz“ in Marzahn-Ost mit älteren Spiel- und Bewegungsangeboten

Rund um das Tal-Center nehmen stark versiegelte Parkplätze große Flächen ein. Hier starteten am Nachmittag die Rundgänge. Die Menschen wünschen sich in der neu zu gestaltenden Quartiersmitte ein Café und Gesundheitseinrichtungen, Trinkbrunnen sowie ein öffentliches WC. Weiter ging es zum benachbarten kiezPark der Wohnungsgenossenschaft Fortuna eG. Daneben liegt eine Grünfläche in kommunaler Hand mit Potenzial für zusätzliche Nutzungsangebote. Eine Plansche wünschen sich viele – auch in Anbetracht des Klimawandels eine gute Idee. Viel Potenzial hat auch die große freie Fläche „Mein Platz“. Zurzeit gibt es hier viel Rasen, einen Streetballplatz und ein paar Sportgeräte – das Angebot ist ausbaufähig. Auch für ein Stadtteilzentrum mit Café sowie für eine kleine Schule wäre Platz.
Die Wendeschleife mit dem Regenrückhaltebecken sollte nach Meinung einiger ein unberührter Rückzugsort für die Natur bleiben. Wichtig ist vielen jedoch eine sichere Verbindung über die stark befahrene Wuhletalstraße in Richtung Seelgrabenpark und Neue Wuhle.

Ein Fußweg mit neuen Wohnhäusern

Blick in das neue Wohngebiet Karl-Holtz-Straße auf alten Rückbauflächen

Auch an weiteren Kreuzungen, häufig in der Nähe von Schulen, fehlen sichere, barrierefreie Übergänge. Viele Wege sind schadhaft und der Bus fährt zu selten, z.B. zum Unfallkrankenhaus Berlin, dem größten Arbeitgeber in der Nähe. Die überwiegend älteren Gäste des Rundgangs denken aber auch an die Jugendlichen: Gewünscht wird auch Flutlicht für den Skatepark.
Im östlichen Teil des Gebiets geht es vor allem um die Sanierung oder den Neubau von Schulgebäuden, Sporthallen und Kitas. Natur, Sport- und Bewegungsangebote sollen am Rand der Ahrensfelder Berge besser vernetzt werden. Im gesamten Gebiet fehlen auch attraktive Quartierstreffpunkte, seien es Gebäude oder grüne Begegnungsorte.

Bis Ende des Jahres werden die Beiträge aller Beteiligten bewertet, in das Konzept eingearbeitet und zu Maßnahmenvorschlägen ausformuliert. Im April 2027 ist ein Beschluss der BVV zum ISEK Marzahn-Ost vorgesehen. Der Senat wird seinen Beschluss zur endgültigen Festlegung der neuen Fördergebiete voraussichtlich im 2. Quartal 2027 treffen. Erste Finanzierungszusagen für Startermaßnahmen sollen im Anschluss erteilt werden.