Das Untersuchungsgebiet Marzahn Ost liegt an der östlichen Berliner Landesgrenze und wird durch die Mehrower Allee sowie den Blumberger Damm und dessen Verlängerung, den Glambecker Ring, in drei Quartiere geteilt. Es dominieren sechs- und elfgeschossige Wohnblöcke mit großen Innenhöfen aus den 1970er- und 1980er Jahren. Die breiten Straßen wirken als stadträumliche Barrieren zwischen den Wohnvierteln. Im Nordwesten liegt das Quartier Oberweißbacher Straße, südlich davon das Quartier um die Karl-Holtz-Straße. Dort wurden durch das Landesunternehmen degewo AG in den letzten Jahren zahlreiche neue Wohnungen errichtet. Nördlich des Quartiers Marzahn Ost/Glambecker Ring liegt das Erholungsgebiet der Ahrensfelder Berge, an dessen Rand mehrere Schulen und Kitas konzentriert sind.
Der Großteil des Untersuchungsraums gehörte bereits bis zum Programmjahr 2025 zur Kulisse der Nachhaltigen Erneuerung. Seit 2005 wurde hier vor allem der öffentliche Raum nach Rückbau aufgewertet und die soziale Infrastruktur qualitativ verbessert. Doch inzwischen wird nachverdichtet, was weitere Anpassungen nötig macht. Durch die teils sprunghaften Veränderungen der urbanen Strukturen seit 1990 und die Barrierewirkung der großen Straßen, wie der Landsberger Allee im Süden, ist das Gebiet in eine Randlage geraten. Wegeverbindungen in den angrenzenden Landschaftsraum sowie in die umliegenden Gebiete sind teils unklar und diffus. Viele Trampelpfade haben sich etabliert. Vermisst wird auch ein attraktives Zentrum mit Angeboten für Freizeit, Naherholung und Versorgung.
Das Nahversorgungszentrum Tal-Center im Quartier Oberweißbacher Straße leidet unter erheblichem Leerstand. Die Flächen sollen neu geordnet und zum Teil mit Wohnungsbau und sozialen Einrichtungen sowie neuen Freiflächen ergänzt werden. Im südlichen Zentrum am Brodowiner Ring sind weitere 1.300 Wohnungen geplant. Im gesamten Gebiet wird Potenzial für zusätzliche 1.200 Wohnungen gesehen. Auch in den umliegenden Gebieten ist Wohnungsbau vorgesehen oder schon erfolgt. Infolge dessen muss die schon zuvor überlastete soziale Infrastruktur dringend ausgebaut werden. Die starke Verdichtung der Quartiere erfordert weiterhin eine Aufwertung des öffentlichen Raums und Maßnahmen zur Klimaanpassung. Wichtig für das Zusammenwachsen der Nachbarschaften in Folge der starken Transformation sind Stadtteilzentren oder anderen Treffpunkte für alle Generationen, die vielerorts fehlen.