Internationale Klimapartnerschaft

Baumschule mit 40 000 Setzlingen
Baumschule mit 40 000 Setzlingen
Bild: Erich Köpp

Gemeinsam gegen die Klimakrise - Neues Naturreservat für Friedrichshain-Kreuzbergs Partnergemeinde San Rafael del Sur

Projektvideo aus San Rafael del Sur

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Formate: video/youtube

2014 haben die langjährigen Städtepartner Friedrichshain-Kreuzberg und San Rafael del Sur beschlossen, in Puncto Klima gemeinsame Wege zu gehen und an der 4. Phase des vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanzierten und von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) koordinierten Projektes „50 kommunale Klimapartnerschaften bis 2015“ teilgenommen. Innerhalb von eineinhalb Jahren wurde auf Verwaltungsebene ein Handlungsprogramm zum Schutz des Klimas und zur Anpassung an den Klimawandel für beide Kommunen ausgearbeitet und dabei jeweils von den Lösungsstrategien des Partners profitiert.
Bereits im Jahr 2017 begannen die beiden Kommunen mit der Umsetzung eines Großprojekts zum Schutz des regionalen Klimas. Ziel des Projekts ist die Aufforstung eines 30ha großen Gebiets in der direkten Umgebung von San Rafael del Sur, in dem jahrelang Kalk abgebaut wurde und die Biodiversität stark zurückgegangen ist sowie die anschließende Ausweisung als Naturschutzreservat. Der ursprünglich vorhandene tropische Trockenwald ist von großer Klimarelevanz. Die aufzuforstende Fläche umfasst etwas mehr als die Größe des Viktoriaparks und des Görlitzer Parks zusammen. Schätzungen gehen davon aus, dass auf der Fläche von 30 ha jährlich rund 78 Tonnen CO2 kompensiert werden.
Im November 2019 besuchte eine Delegation aus Friedrichhain-Kreuzberg die Partnergemeinde im Rahmen einer Projektbetreuungsreise und machte sich vor Ort ein Bild von den Fortschritten des Projekts. Rund 40.000 Setzlinge gebietsheimischer Baumarten werden aktuell in der neu eingerichteten Baumschule gezogen und 25.000 zugekaufte Bäume werden bereits im Rahmen von Aufforstungsaktionen mit der lokalen Bevölkerung ausgepflanzt.

Darüber hinaus hat die Verwaltung mit den Projektmitteln direkt im Kerngebiet des Reservats ein Umweltbildungszentrum gebaut, in dem Workshops zu den Themen Klimawandel und Biodiversität für die lokale Bevölkerung stattfinden. Zusätzlich entwickelten Lehrer*innen und kommunale Angestellte erste Ideen zur Vernetzung von Biotopen und Vorschläge für strengere Auflagen für den Umweltschutz und deren und Kontrolle wie zum Beispiel gegen Vermüllung und Holzeinschlag. Im Kerngebiet des Reservats wird in Kooperation mit dem biologischen Institut der Universität Managua außerdem eine Aufzuchtstation für Grüne Leguane entstehen, die in der freien Wildbahn durch Einschränkung ihres Lebensraumes und durch die illegale Jagd selten geworden sind.
In Gesprächen mit der lokalen Bevölkerung wurde deutlich, wie essenziell die Ausweisung des Naturreservats für den Schutz der natürlichen Ressourcen insbesondere der umliegenden Orte ist. In den letzten Jahren ist der Grundwasserspiegel enorm gesunken und es gibt Probleme mit der Trinkwasserversorgung. Man geht davon aus, dass die Aufforstungen im Naturreservat der Austrocknung des Bodens entgegenwirken.
Projektbegleitend wird der fachliche Austausch zu den Maßnahmen zum Klimaschutz, der 2014 zwischen den beiden Verwaltungen begonnen hat, in den Partnergemeinden fortgesetzt. Im Mai 2019 kamen Vertreter*innen der Verwaltung von San Rafael del Sur nach Friedrichshain-Kreuzberg, um sich mit hiesigen Fachexpert*innen zu Projekten und Konzepten im Bereich Renaturierung, gebietsheimische Pflanzen und Biotopsvernetzung auszutauschen. Auch Umweltbildung und Müllvermeidung sind aktuelle Themen in beiden Kommunen.
Das Projekt hat eine Laufzeit von insgesamt 32 Monaten. Es wird gefördert durch die Engagement Global gGmbH/Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) und mit 250.000 € vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Den Eigenanteil von ca. 60.000 € stellt die Partnergemeinde San Rafael del Sur.