Leonie Laug – Klimaanpassung und Wasser als Zukunftsaufgabe

Leonie Laug ist Klimaanpassungsmanagerin im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und sieht Wasser als Zukunftsaufgabe

Leonie Laug ist Klimaanpassungsmanagerin im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und sieht Wasser als Zukunftsaufgabe

Wenn es im Sommer wochenlang kaum regnet, zeigt sich das im Kiez schnell: trockene Baumscheiben, aufgeheizte Straßen, Pflanzen, die früher schlappmachen als sonst. Und wenn Regen fällt, dann manchmal so stark, dass die Kanalisation an ihre Grenzen kommt und Abwasser in Gewässer überläuft. Wasser ist in Friedrichshain-Kreuzberg ist eine zentrale Zukunftsfrage für den Bezirk.

Leonie Laug treibt Projekte voran

Zum Weltwassertag richtet sich der Blick auf eine Person, die genau an dieser Schnittstelle arbeitet: Leonie Laug, Klimaanpassungsmanagerin im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg. Seit Sommer 2023 ist sie im Bezirk tätig – zunächst mit dem Auftrag, ein Klimaanpassungskonzept zu entwickeln, heute vor allem, um die Umsetzung der Maßnahmen und konkrete Projekte voranzubringen.

Foto des vierköpfigen Klimateams des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg

Foto des vierköpfigen Klimateams des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg

Eine Rolle, die vieles verbindet

Wer mit Leonie Laug spricht, merkt schnell: Klimaanpassung ist kein einzelnes Projekt, sondern ein Zusammenspiel vieler Faktoren – von Planung und Förderung über Zusammenarbeit bis hin zur Umsetzung im Kiez.
„Wasser ist einfach überall“, sagt sie. Gemeint sind nicht nur Flüsse und Kanäle, sondern auch das Wasser, das vom Himmel fällt, das Bäume brauchen oder das bei Starkregen nicht schnell genug abfließen kann. In ihrer Arbeit dreht sich daher vieles um Regenwasser: Wie kann es im Bezirk gehalten, versickert und genutzt werden – statt es direkt abzuleiten? Denn genau darin liegt Potenzial für Kühlung, Begrünung, Gewässerschutz und Lebensqualität.

Von der Theorie in die Praxis

Leonie Laug studierte Stadt- und Regionalplanung im Bachelor an der TU Berlin sowie Urban Studies im Master unter anderem an der Universiteit van Amsterdam. Nach Ihrem Abschluss arbeitete sie zunächst vor allem in der Forschung und Beteiligungsprozessen. Der Schritt in die Verwaltung war bewusst gewählt: näher an die Praxis, näher dran an konkreten Veränderungen.
„Ich wollte Dinge umsetzen und konkret an Projekten arbeiten“, beschreibt sie ihre Motivation. Besonders Friedrichshain-Kreuzberg überzeugte sie – durch den spürbaren Willen von Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft, Veränderungen anzustoßen.
Ihr Arbeitsalltag ist vielfältig: Projekte koordinieren, Fördermittel einwerben, Fachbereiche vernetzen, Initiativen einbinden und Maßnahmen strategisch weiterentwickeln. „An manchen Tagen beschäftige ich mich mit fünf Projekten auf unterschiedlichen Ebenen – und genau das begeistert mich“, sagt sie.

Wirkung, die sichtbar wird

Viele Ergebnisse ihrer Arbeit beginnen im Hintergrund: Abstimmungen, Planung, Organisation. Sichtbar werden sie im öffentlichen Raum – etwa bei Begrünungs- und Entsiegelungsprojekten, Regentonnen, Trinkbrunnen oder Initiativen zum gemeinschaftlichen Gärtnern.
Ein anderes Beispiel ist das Projekt der „Kita-Wassertaschen“, die Kinder früh für das Thema Wasser sensibilisieren. Solche Momente bleiben: „Wenn ich sehe, wie Projekte wirken und andere Menschen – ob groß oder klein – für die Themen begeistern, ist das etwas Besonderes“, schwärmt Leonie Laug.

Leonie Laug ist als Klimaanpassungsmanagerin im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg u.a. zuständig für das Klimaanpassungskonzept und deren Umsetzung

Leonie Laug ist Klimaanpassungsmanagerin im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und arbeitet unter anderem am Klimaanpassungskonzept des Bezirks

Wasser, Klima und Lebensqualität

Zum Weltwassertag geht es auch um die größere Perspektive: Zugang zu sauberem Wasser ist weltweit ungleich verteilt, die Folgen der Klimakrise sind lokal unterschiedlich spürbar. Für Leonie Laug ist Klimaanpassung deshalb nicht nur eine ökologische, sondern auch eine soziale Frage.
Wenn Hitze zunimmt, gewinnen öffentliche Räume an Bedeutung – Orte, die kühlen, Schatten bieten und Aufenthaltsqualität sichern. Ziel ist ein Bezirk, der auch unter veränderten klimatischen Bedingungen lebenswert bleibt, insbesondere für Menschen, die aufgrund ihres Wohnumfelds oder geringerer Ressourcen stärker auf diese Räume angewiesen sind.

Ein Aktionstag mit Wirkung

Der Weltwassertag ist für Leonie Laug mehr als ein symbolischer Termin. Er schafft Aufmerksamkeit für Wasser als wertvolle Ressource und zeigt Zusammenhänge auf – von Starkregen über Gewässerschutz bis hin zum bewussten Umgang mit Wasser im Alltag.
Im Bezirk erlebt sie, dass viele Menschen aktiv werden wollen: mit Regentonnen, beim Bewässern von Stadtgrün oder durch bewussteren Trinkwasserverbrauch. Klimaanpassung, so wird deutlich, entsteht nicht allein durch einzelne Maßnahmen, sondern durch viele Beiträge, die zusammenwirken.
Genau an dieser Schnittstelle zwischen konkreter Arbeit im Kiez und den großen Fragen der Zukunft bewegt sich Leonie Laug jeden Tag – gemeinsam mit Kolleg*innen, Partner*innen und Initiativen im Bezirk.
Am Ende bringt sie es auf den Punkt: „Wasser ist unsere Lebensgrundlage. Es ist eine Gemeinschaftsaufgabe, nachhaltig mit dieser Ressource umzugehen und unsere Kieze so an die Folgen der Klimakrise anzupassen.“

Weitere Gesichter hinter Klimaanpassung und -schutz im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg?

Klimaschutzmanagerin Zoë Hoffmann

Energie ist unsichtbar. Sie fließt, wärmt, lädt auf – und bleibt dabei für viele abstrakt. Genau das will Zoë Naomi Hoffmann ändern.

Zoë Naomi Hoffmann

Mehr über Klimathemen im Bezirk gibt es beispielsweise im Porträt über “Klimaschutzmanagerin Zoë Naomi Hoffmann. Energie ist unsichtbar. Sie fließt, wärmt, lädt auf – und bleibt dabei für viele abstrakt. Genau das will Zoë Naomi Hoffmann ändern. „Strom kommt aus der Steckdose, Wärme aus der Heizung – dieses Bild reicht einfach nicht mehr“, sagt sie. Zum Weltenergiespartag am 5. März spricht die Klimaschutzmanagerin des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg darüber, warum Energie plötzlich politisch, sozial und ganz persönlich wird. Zoë Hoffmann ist 29 Jahre alt, spricht ruhig, denkt schnell und in Zusammenhängen. Wer ihr zuhört, merkt: Hier geht es nicht um erhobene Zeigefinger, sondern um Verständnis – und um Lösungen, die ins echte Leben passen. Mehr über ihre Arbeit erfahren Sie im Bezirksticker-Artikel.

Insa Kehlenbeck mit Mütze auf der Frankfurter Allee mit Blick auf das Frankfurter Tor und den Fernsehturm

Seit Oktober 2025 verstärkt Insa Kehlenbeck als Klimabeauftragte das Team Klima und Internationales um Fabian Reitemeyer.

Insa Kehlenbeck

Seit Oktober 2025 verstärkt Insa Kehlenbeck als Klimabeauftragte das Team Klima und Internationales um Fabian Reitemeyer. Viele Fäden aus den Themenbereichen Klimaanpassung und -schutz laufen bei der gebürtigen Bremerin zusammen – ihre Wirkung geht jedoch weit über den Schreibtisch hinaus. Nach fast fünf Jahren als Klimaschutzmanagerin im Bezirksamt Spandau suchte sie neue Herausforderungen – und die bot ihr die Organisationseinheit Klima und Internationales in Friedrichshain-Kreuzberg: „Das Angebot an Aufgaben, Verantwortung und Weiterentwicklungsmöglichkeiten hat mich sehr gereizt. Außerdem ist es spannend, die Interaktionen in einem anderen Bezirk kennenzulernen und mit den Akteuren zusammenzuarbeiten.“ Mehr über Insa Kehlenbeck und ihre Arbeit lesen Sie im Bezirksticker.

Bite Dohlen

Klimaschutzmanagerin Birte Dohlen hat im Bezirk schon einiges bewegt. Zum Weltenergiespartag berichtet sie über Aktionen wie "Kotti räumt auf" und gibt Tipps zum Klimaschutz im Alltag.

Birte Dohlen

Am 5. März ist Weltenergiespartag – ein Tag, der daran erinnert, wie wichtig ein bewusster Umgang mit Energie ist. Für Birte Dohlen als bezirkliche Klimaschutzmanagerin ist das nicht nur ein Tag im Kalender, sondern Teil ihres beruflichen und persönlichen Alltags. Schon früh kam sie mit Umwelt- und Klimaschutz in Berührung: Sie wuchs zwischen Deutschland und Chile auf. Dort erlebte sie im Kontext der Arbeit ihrer Familie Aufforstungs- und Naturschutzprojekte hautnah. „Als Kind durfte ich ab und zu mithelfen, vom Aussterben bedrohte Baumarten zu pflanzen, vor allem habe ich aber beobachtet, wie viel Wirkung solche Initiativen auf Menschen und Natur haben können“, erzählt Birte Dohlen. Diese frühen Erfahrungen prägten ihren Blick auf ökologische Zusammenhänge und globale Verantwortung. Mehr über Birte Dohlens Arbeit erfahren Sie im Bezirksticker.