Zoë Naomi Hoffmann – Wie Gemeinschaft den Wandel schafft

Klimaschutzmanagerin Zoë Hoffmann

Klimaschutzmanagerin Zoë Naomi Hoffmann fokussiert sich besonders auf die Themen Energie und Wärme. Im Bezrik hat sie dazu zum Beispiel schon ein großes Projekt mit Smarten Thermostaten durchgeführt. Zum Weltenergiespartag berichtet sie über neue Ansätze und gibt Tipps für Klimaschutz im Alltag.

Energie ist unsichtbar. Sie fließt, wärmt, lädt auf – und bleibt dabei für viele abstrakt. Genau das will Zoë Naomi Hoffmann ändern. „Strom kommt aus der Steckdose, Wärme aus der Heizung – dieses Bild reicht einfach nicht mehr“, sagt sie. Zum Weltenergiespartag am 5. März spricht die Klimaschutzmanagerin des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg darüber, warum Energie plötzlich politisch, sozial und ganz persönlich wird.
Zoë Hoffmann ist 29 Jahre alt, spricht ruhig, denkt schnell und in Zusammenhängen. Wer ihr zuhört, merkt: Hier geht es nicht um erhobene Zeigefinger, sondern um Verständnis – und um Lösungen, die ins echte Leben passen.

Vom Hörsaal in die Wirklichkeit

Aufgewachsen in Aachen, zog es Frau Hoffmann nach dem Abitur nach Berlin. Erst probierte sie sich in Jura – das wurde jedoch schnell wieder verworfen. Sie wechselte zu „Nachhaltiges Management“ an der Technischen Universität Berlin. Im Master „Integrated Natural Resource Management“ an der Humboldt-Universität fand sie, was sie suchte: Natur-, Sozial- und Politikwissenschaften zusammengedacht, Ressourcenverteilung global betrachtet, Klimakrise als Systemfrage verstanden. „Da begreift man die Dringlichkeit auf einer ganz anderen Ebene. Danach stellt man nicht mehr infrage, dass wir ein riesiges Problem haben – sondern fragt: Was kann ich konkret tun?“ Die Antwort führte sie in die Bezirksverwaltung.

Klimaschutzmanagerinnen Birte Dohlen und Zoë Naomi Hoffmann

Klimaschutzmanagerinnen Birte Dohlen und Zoë Naomi Hoffmann

Klimaschutz praktisch und sozial

Seit 2023 arbeitet Zoë Hoffmann im Klimateam von Friedrichshain-Kreuzberg. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Birte Dohlen ist sie Klimaschutzmanagerin. Während Frau Dohlen schwerpunktmäßig zu Kreislaufwirtschaft und konsumbezogenen Emissionen arbeitet, liegt Zoë Hoffmanns Fokus auf Energie und Wärme.

„Am Anfang ging es stark darum, eine Klimaschutzstrategie zu entwickeln. Jetzt sind wir mitten in der Umsetzung – und das bedeutet vor allem Projektmanagement sowie viel Koordination und Vernetzung.“
Ein typischer Arbeitstag? Den gibt es nicht. Mal sitzt sie mit Fachämtern zusammen und sucht nach Wegen, Klimaziele in bestehende Verwaltungsabläufe einzubauen. Mal spricht sie mit den landeseigenen Wohnungsunternehmen oder den Initiativen aus dem Bezirk und überlegt mit ihnen gemeinsam, welche Kooperationsprojekte man umsetzen kann. Mal geht es um Daten, Monitoring und Controlling: Was bringt welche Maßnahme wirklich? Wo stehen wir? Wo müssen wir nachsteuern? Den aktuellen Status können Interessierte jederzeit im bezirklichen Klimadashboard verfolgen. Um diesen Themen mehr Sichtbarkeit zu geben, kümmern sich die Klimaschutzmanagerinnen auch um die Kommunikation ihrer Arbeit – etwa durch Veranstaltungen, Flyer und Informationsmaterialien. Ziel ist es, die Energie- und Wärmewende so niedrigschwellig wie möglich aufzubereiten: greifbar, verständlich und sozial gedacht.

Energiesparen beginnt im Alltag

Der Weltenergiespartag ist für Zoë Hoffmann vor allem ein Anlass, Bewusstsein zu schaffen. „Viele Menschen sind von steigenden Energiekosten betroffen – besonders Mieter*innen. Gleichzeitig haben sie oft das Gefühl, wenig Einfluss zu haben. Genau hier müssen wir ansetzen und echte Mitgestaltung ermöglichen.“ Schon kleine Entscheidungen machen einen Unterschied: Geräte nicht im Standby lassen, Heiztemperaturen bewusst wählen und das Licht ausschalten, wenn es nicht benötigt wird. „Vielleicht muss man im Winter nicht im T-Shirt in der Wohnung sitzen. Ein Pullover und 20 Grad reichen oft aus.“ Für sie geht es dabei nicht um Perfektion, sondern um Wirkung: „Wenn Menschen merken, dass sie Energie und Kosten sparen können, entsteht oft ein neues Bewusstsein – und daraus folgen weitere Schritte.“ Entscheidend sei, dass die Energie- und Wärmewende sozial bleibt und alle mitgenommen werden. Dazu ist es natürlich notwendig, dass übergeordnete, strukturelle Rahmenbedingungen sozialgerecht gestaltet werden.

Zoe Naomi Hoffmann, Klimaschutzmanagerin in der OE Klima und Internationales, zeigt ein smartes Themostat vor dem Gebäude in der Ohlauer Straße

Zoë Naomi Hoffmann zeigt ein smartes Themostat

Gemeinschaft als Schlüssel

Für Frau Hoffmann ist klar: Klimaschutz funktioniert nur gemeinsam. „Für mich gibt es keinen interessanteren Bezirk.“ Sie lebt hier selbst. Freundinnen, Nachbarinnen, ihr Alltag – alles spielt sich in genau dem Kiez ab, den sie beruflich mitgestaltet. „Das Wohnumfeld von Menschen zu verändern, die man kennt – und von denen, die man noch nicht kennt – das ist etwas sehr Konkretes. Stadt gestalten ist nichts Abstraktes.“

Besonders greifbar wird ihre Arbeit bei Projekten wie der Ausstattung von 120 Wohnungen in der Ohlauer Straße mit smarten Thermostaten. „Mieterinnen haben sonst kaum Einfluss auf ihre Heiztechnik. Durch die Ausstattung mit den smarten Thermostaten profitieren sie direkt von den eingesparten Energiekosten.“ Begleitend entwickelt das Team Erklärvideos und Informationsmaterial, um Bewohnerinnen im Bezirk dabei zu unterstützen, sich gegen steigende Energiekosten zu wappnen.

Am Ende kommt Zoë Hoffmann immer wieder auf dasselbe zurück: „Ich glaube, Gemeinschaft ist einfach das A und O in den heutigen Zeiten. Und das können wir, glaube ich, gerade in Friedrichshain-Kreuzberg ganz gut leben. Also: Seid lieb zueinander.“

Mehr zum Klimaschutz im Bezirk und den Gesichtern dahinter

Insa Kehlenbeck auf der Frankfurter Allee mit Blick auf das Frankfurter Tor und den Fernsehturm

Neu im Team der Ordnungseinheit Klima und Internationales ist außerdem Klimabeauftragte Insa Kehlenbeck, deren Beweggründe für Klimaschutz und ihren Wechsel von Spandau nach Xhain wir ebenfalls für den Bezirksticker festhalten durften.

Insa Kehlenbeck

Neu im Team der Ordnungseinheit Klima und Internationales ist außerdem Klimabeauftragte Insa Kehlenbeck, deren Beweggründe für Klimaschutz und ihren Wechsel von Spandau nach Xhain wir ebenfalls für den Bezirksticker festhalten durften. Seit Oktober 2025 verstärkt Insa Kehlenbeck als Klimabeauftragte das Team Klima und Internationales um Fabian Reitemeyer. Viele Fäden aus den Themenbereichen Klimaanpassung und -schutz laufen bei der gebürtigen Bremerin zusammen – ihre Wirkung geht jedoch weit über den Schreibtisch hinaus.

Birte Dohlen

Klimaschutzmanagerin Birte Dohlen hat im Bezirk schon einiges bewegt. Zum Weltenergiespartag berichtet sie über Aktionen wie "Kotti räumt auf" und gibt Tipps zum Klimaschutz im Alltag.

Birte Dohlen

Klimaschutz beginnt vor Ort – und braucht mehr als gute Vorsätze: Birte Dohlen zeigt, wie im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg konkrete Maßnahmen entwickelt, ressortübergreifend umgesetzt und langfristig verankert werden. Dabei wird deutlich, welche Herausforderungen bestehen, welche Hebel wirklich wirken und warum Haltung, Zusammenarbeit und strategisches Denken entscheidend sind. Erfahren Sie, wie Klimaschutz im Verwaltungsalltag gelingt – und wo noch Potenziale liegen.

Leonie Laug ist als Klimaanpassungsmanagerin im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg u.a. zuständig für das Klimaanpassungskonzept und deren Umsetzung

Leonie Laug

Wenn es im Sommer wochenlang kaum regnet, zeigt sich das im Kiez schnell: trockene Baumscheiben, aufgeheizte Straßen, Pflanzen, die früher schlappmachen als sonst. Und wenn Regen fällt, dann manchmal so stark, dass die Kanalisation an ihre Grenzen kommt und Abwasser in Gewässer überläuft. Wasser ist in Friedrichshain-Kreuzberg ist eine zentrale Zukunftsfrage für den Bezirk. Zum Weltwassertag richtet sich der Blick auf eine Person, die genau an dieser Schnittstelle arbeitet: Leonie Laug, Klimaanpassungsmanagerin im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg. Seit Sommer 2023 ist sie im Bezirk tätig – zunächst mit dem Auftrag, ein Klimaanpassungskonzept zu entwickeln, heute vor allem, um die Umsetzung der Maßnahmen und konkrete Projekte voranzubringen. Mehr über Leonie Laug und die Projekte im Kiez erfahren Sie im Bezirksticker.