Insa Kehlenbeck – Klimabeauftragte mit Herz und Verantwortung für ein klimagerechtes Xhain

Insa Kehlenbeck auf der Frankfurter Allee mit Blick auf das Frankfurter Tor und den Fernsehturm

Klimabeauftragte Insa Kehlenbeck

Seit Oktober 2025 verstärkt Insa Kehlenbeck als Klimabeauftragte das Team Klima und Internationales um Fabian Reitemeyer. Viele Fäden aus den Themenbereichen Klimaanpassung und -schutz laufen bei der gebürtigen Bremerin zusammen – ihre Wirkung geht jedoch weit über den Schreibtisch hinaus.

Nach fast fünf Jahren als Klimaschutzmanagerin im Bezirksamt Spandau suchte sie neue Herausforderungen – und die bot ihr die Organisationseinheit Klima und Internationales in Friedrichshain-Kreuzberg: „Das Angebot an Aufgaben, Verantwortung und Weiterentwicklungsmöglichkeiten hat mich sehr gereizt. Außerdem ist es spannend, die Interaktionen in einem anderen Bezirk kennenzulernen und mit den Akteuren zusammenzuarbeiten.“

Vom Norden nach Berlin – Wege in den Klimaschutz

Insa Kehlenbeck wuchs in einem städtischen Umfeld in Bremen auf, in einem Haushalt ohne akademischen Hintergrund. Umwelt- und Klimathemen beschäftigten sie schon früh: Meldungen und Prognosen zu den Folgen des Klimawandels in den Nachrichten sensibilisierten sie und weckten ein Verantwortungsgefühl. „Ich habe gemerkt, dass ich aktiv werden möchte“, erzählt sie. „Wir leben jetzt in einer Zeit, in der wir noch die Folgen des Klimawandels abmildern können, welche wir bereits heute spüren, aber kommende Generationen noch deutlich stärker spüren werden.“
Nach dem Abitur studierte sie Biologie an der Hochschule Bremen mit Schwerpunkt Umweltbiologie. Danach absolvierte sie ein freiwilliges ökologisches Jahr bei Germanwatch, wo sie im Team für deutsche und EU-Klimapolitik tätig war.

Um ihren naturwissenschaftlichen Background mit gesellschaftswissenschaftlichen Ansätzen zu verbinden, entschied sie sich für einen Master in „Regionalentwicklung und Naturschutz“ an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde. Parallel sammelte sie als studentische Mitarbeiterin und in Praktika weitere Erfahrungen im kommunalen Klimaschutz. Ihre Masterarbeit beschäftigte sich schließlich sehr spezifisch mit kommunalen Klimaschutzkonzepten und Klimaschutzmanagement. Die praktische Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen auf kommunaler Ebene fasziniert sie besonders: „Dieser Hebel, den man hier vor Ort hat, ist einmalig.“

Insa Kehlenbeck mit Mütze auf der Frankfurter Allee mit Blick auf das Frankfurter Tor und den Fernsehturm

Klimaschutz praktisch gestalten und sichtbar machen

Heute koordiniert Insa Kehlenbeck vielfältige Aufgaben: Sie ist sowohl in konkrete Projekte eingebunden als auch für die übergeordnete Abstimmung und Monitoring von Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen verantwortlich. „Auch wenn wir Verwaltung heißen, haben wir viele Gestaltungsmöglichkeiten. Wir können die Stadt und den öffentlichen Raum mitdenken und so das Friedrichshain-Kreuzberg von morgen gestalten.“

Die Themen reichen von sozialer Wärmewende und energetischer Sanierung über die Umsetzung der bezirklichen Klimakonzepte bis hin zu Schwammstadtprojekten. Auch Fördermittel und Ressourcenmanagement gehören zu ihren Aufgaben: Förderanträge für Regentonnen beispielsweise, die Regenwasser für Baumscheiben und Beete nutzbar machen sollten, mussten sie und ihr Team zuletzt zurückstellen, da die Mittel gestrichen wurden. „Wir müssen langfristig denken und immer wieder kreativ Lösungen finden, gerade wenn Mittel und Personal knapp sind.“

Herausforderungen meistern und Erfolge sichtbar machen

Trotz der Herausforderungen schätzt sie die Arbeitsatmosphäre im Bezirksamt: „Das Team ist super, alle sind motiviert und haben mich warm aufgenommen. Dass das Thema Klimaschutz hier hoch angesetzt wird, freut mich sehr.“
Herausforderungen wie gekürzte Fördermittel oder Personalengpässe erschweren die langfristige Planung. Dennoch bleibt das Ziel klar: Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzepte Schritt für Schritt umsetzen und Erfolge sichtbar machen.

Auch privat nimmt Insa Kehlenbeck Klimaschutz ernst – aber nicht verbissen: „Niemand muss perfekt sein. Wenn alle 80 Prozent erreichen, ist schon viel getan.“ Beispielsweise ist sie selbst zwar keine vollständige Vegetarierin, achtet aber bewusst auf Lebensmittelkonsum und kleine Veränderungen im Alltag. „Es geht darum, das umzusetzen, was gut in den Alltag passt und machbar ist – ob Fahrrad und ÖPNV statt Auto, ab und an Second Hand kaufen, bewusster heizen oder nach und nach immer mehr Veggie-Tage einbauen.“ Ihr Ansatz: pragmatisch bleiben, Schritt für Schritt wirken lassen, ohne sich von Perfektionismus blockieren zu lassen. Denn Maßnahmen für Klimaschutz- und Klimaanpassung bedeuten nicht Verzicht, sondern verbessern die Lebensqualität in vielen Bereichen.